Please use this identifier to cite or link to this item: doi:10.22028/D291-46657
Title: Geschlechtsunterschiede bei Gangparametern im Verlauf der Heilung von Frakturen des Unterschenkels und des oberen Sprunggelenks
Author(s): Stoll, Caroline Charlotte
Language: German
Year of Publication: 2025
Place of publication: Homburg/Saar
DDC notations: 610 Medicine and health
Publikation type: Dissertation
Abstract: Trotz vieler Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Männer und Frauen aufgrund genetischer, hormoneller und sozioökonomischer Differenzen in vielen für die medizinische Behandlung relevanten Feldern. In den letzten Jahren wurden Geschlechtsunterschiede in der Frakturheilung und im Schmerzempfinden bekannt, viele Themen sind in diesem Kontext aber noch unerforscht. Diese Unterschiede begründen sich unter anderem wahrscheinlich auf der verschiedenartigen Ausprägung von Hormonen, aber auch Faktoren wie das Körpergewicht spielen eine Rolle. Bezüglich der Unterschiede in der Frakturheilung bei Männern und Frauen ist jedoch noch vieles unbekannt. Weitere Forschung in diesem Bereich ist wünschenswert, um mögliche Konsequenzen für Diagnostik und Therapien nicht zu übersehen und allen den bestmöglichen Therapiestandard anbieten zu können. Ziel dieser Studie ist es, zu untersuchen, ob während der Heilung von Frakturen des Unterschenkels und des oberen Sprunggelenkes (OSG) Geschlechtsunterschiede im Gangbild bestehen, und ob sich der Rehabilitationsverlauf zwischen Frauen und Männern unterscheidet. Die vorliegenden Ergebnisse lassen potenziell in der Zukunft die Entwicklung neuer individueller Therapiemöglichkeiten sowie eine adäquate Interpretation von Daten aus Ganganalysen, insbesondere bei prognostischer Anwendung, erwarten. Die in dieser Arbeit identifizierten Geschlechtsunterschiede sollten berücksichtigt werden, wenn Ganganalysen im Heilungsverlauf in der Klinik oder Forschung eingesetzt werden. Die Datenanalyse und Interpretation müssen aufgrund der Unterschiede geschlechtsspezifisch erfolgen. Für diese Studie wurden insgesamt 44 Patienten mit Frakturen des Unterschenkels aus der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikum des Saarlandes eingeschlossen (25 Männer und 19 Frauen). Mithilfe eines 3D Kamerasystems und mit Sensoren ausgestatteten Einlegesohlen wurden bei jedem Patienten Ganganalysen durchgeführt. Die dabei erhobenen kinematischen und kinetischen Gangparameter umfassen die Bewegungsabläufe sowie die Bodenreaktionskräfte. Die Messungen wurden sechs Wochen, drei Monate sowie sechs Monate postoperativ durchgeführt. Dabei erfolgte bei jeder Messung zusätzlich die Erfassung der Schmerzintensität mittels Fragebögen. Die Datenanalyse erfolgte nach Abschluss der Messungen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Ganggeschwindigkeit bei Männern zu Beginn der Untersuchung höher lag als bei Frauen und im weiteren Verlauf noch weiter ansteigt. Bei Frauen konnte eine ähnliche Steigung beobachtet werden, die jedoch mit einer generell niedrigeren Ganggeschwindigkeit einherging. Unterschiede in der Heilungsgeschwindigkeit zwischen Männern und Frauen konnten anhand der Gangparameter nicht festgestellt werden. Ebenso zeigte das Schmerzempfinden keinen geschlechtsspezifischen Unterschied. Zusammenfassend spielt das Geschlecht eine Rolle im Gangbild während der Heilung von Frakturen des Unterschenkels und des OSGs und beeinflusst den Heilungsverlauf. Die in dieser Arbeit identifizierten Geschlechtsunterschiede sollten berücksichtigt werden, wenn Ganganalysen im Heilungsverlauf in der Klinik oder Forschung eingesetzt werden. Die Datenanalyse und Interpretation müssen aufgrund der Unterschiede geschlechtsspezifisch erfolgen.
Despite many similarities, men and women differ in many areas relevant to medical treatment due to genetic, hormonal and socio-economic differences. In recent years, gender differences in fracture healing and pain perception have become known, but many topics are still unexplored in this context. These differences are probably due to the different expression of hormones, among other things, but factors such as body weight also play a role. However, much is still unknown about the differences in fracture healing in men and women. Further research in this area is desirable in order not to overlook possible consequences for diagnostics and therapies and to be able to offer everyone the best possible standard of treatment. The aim of this study is to ascertain whether there are gender differences in gait during the healing of fractures of the lower leg and upper ankle joint and to determine whether the rehabilitation process differs between men and women. The results of this study could potentially lead to the development of new individualised treatment options in the future as well as an adequate interpretation of data from gait analyses, particularly when used for prognostic purposes. The gender differences identified in this study should be taken into account when gait analyses are used in clinical or research settings during the healing process. Data analysis and interpretation must be gender-specific due to these differences. A total of 44 patients with fractures of the lower leg from the Department of Trauma, Hand and Reconstructive Surgery at Saarland University Hospital were included in this study (25 men and 19 women). Each patient underwent gait analysis using a three-dimensional camera system and insoles equipped with sensors. The kinematic and kinetic gait parameters recorded included the movement sequences and ground reaction forces. The measurements were taken six weeks, three months and six months postoperatively. The intensity of pain was also recorded using questionnaires for each measurement. The data was analysed after completion of the measurements The results of the study indicated that gait speed was higher in men than in women at the outset of the study and continued to increase as the study progressed. A comparable increase was observed in women, although gait speed was generally lower. The gait parameters did not permit the determination of differences in healing speed between men and women. Similarly, there was no gender-specific difference in pain perception. In conclusion, gender is a factor in the gait pattern during the healing of fractures of the lower leg and the ankle joint and exerts an influence on the healing process. The gender differences identified in this paper must be considered when gait analyses are conducted in clinical or research settings during the healing process. Data analysis and interpretation must be gender-specific due to these differences.
Link to this record: urn:nbn:de:bsz:291--ds-466575
hdl:20.500.11880/41134
http://dx.doi.org/10.22028/D291-46657
Advisor: Ganse, Bergita
Date of oral examination: 8-Dec-2025
Date of registration: 13-Feb-2026
Faculty: M - Medizinische Fakultät
Department: M - Chirurgie
Professorship: M - Prof. Dr. med. Bergita Ganse
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