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doi:10.22028/D291-34135
Title: | Thoraxtrauma : Ein Mausmodell |
Author(s): | Höfer, Denis |
Language: | German |
Year of Publication: | 2020 |
Place of publication: | Homburg/Saar |
DDC notations: | 610 Medicine and health |
Publikation type: | Dissertation |
Abstract: | Das Thoraxtrauma mit seinen daraus resultierenden Verletzungen gehört heutzutage nach wie
vor zu den führenden Diagnosen bei schwer bzw. polytraumatisierten Patienten. Immer mehr
beschäftigen sich die Forschungen auch mit pulmonalen Auswirkungen hinsichtlich
posttraumatischer Entzündungsreaktionen. In dieser Arbeit wird ein Modell vorgestellt, das in
der Lage ist ein Thoraxtrauma reproduzierbar auszulösen. Mittels physikalischer Kenngrößen
sollte die Krafteinwirkung auf Plastilinblöcke und das Verletzungsmuster am Mauskadaver
quantifizierbar sein. Dies geschah im ersten Versuchsteil, indem ein Metallstempel aus einer
bestimmten Höhe mit einem bestimmten Gewicht auf Plastilinblöcke fiel. Die wirkenden
Kräfte, die Eindringtiefe des Stempels in das Plastilin und die Rückfederung wurden in
Tabellen zusammengetragen. Hier galt es nach diversen Modifikationen an der Apparatur die
Versuche an einer kleinen Messreihe zu wiederholen. Die Messungen der ersten 125 Versuche
wurden mit einer elektronischen Schieblehre durchgeführt. Diese Methode schien nicht so
zuverlässig zu funktionieren und erwies sich in der Handhabung als schwer reproduzierbar. Es
wurden folglich noch einmal 125 Versuche mit einer anderen Messmethode (Fühlerlehre)
durchgeführt und die Ergebnisse verglichen. Nachdem die Krafteinwirkung zuverlässig
quantifiziert werden konnte, wurden die Versuche an toten Mäusen wiederholt. Dies sollte
ermöglichen, eine Aussage darüber treffen zu können, wie sich die Krafteinwirkung auf den
Thorax eines toten Tieres auswirkt und welche Verletzungen dabei entstehen und ob sich die
Verletzungsmuster bei gleicher Krafteinwirkung ähnelten. Ziel war es, reproduzierbar
Verletzungen eines prädefinierten Schweregrades hervorzurufen, die bei späteren Versuchen
einer darauf folgenden Arbeit, an lebenden Tieren angewendet werden können. Die künftigen
Tiere sollen bei entsprechender Krafteinwirkung das Trauma überleben. Zur Untersuchung
und Erfassung der verursachten Verletzungen wurden die Kadaver zunächst einem
Thoraxtrauma innerhalb der Versuchsanordnung unterzogen und anschließend mittels eines
Kleintier-CTs begutachtet und schließlich durch Präparation thorakotomiert. Inspiziert wurden
Herz, Lunge, große Arterien und Venen sowie die Bauchorgane durch Präparation. Es fiel auf,
dass sich die Krafteinwirkungen innerhalb einer Versuchsgruppe mit gleichen Fallgewichten
und Fallhöhen ähnelten. Beim geringsten Trauma zeigten sich keine und bei dem massivsten
Trauma tödliche Verletzungen. Beim mittleren Trauma fand sich eine beidseitige
Lungenkontusion mit diagonal Verlaufenden Hämatomen bei sonst augenscheinlich intakten
Organen. Nach Beendigung der Versuche ließ sich eine robuste Aussage darüber treffen, bei
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welchen Kräften auf den Thorax überlebbare oder nicht mit dem Leben vereinbare
Verletzungen entstehen. Es ließ sich dadurch, dass die Einblutungen an der Lunge entstanden,
feststellen wo die meiste Krafteinwirkung auf die Lunge einwirkte. Insgesamt bietet diese
experimentelle Studie eine Grundlage, die Apparatur auch am lebenden Tier anzuwenden. Die
Universität Ulm bediente sich bereits öfter eines Modells, welches auf einem Pressluftstoß
beruht („blast wave generator“) und die Maus so einem Trauma aussetzte. Vergleichbar ist
dies mit einer Druckwelle, die bei der Detonation von Sprengkörpern entsteht. Mit dem
Experiment dieser Arbeit soll ein anderer Ansatz verfolgt werden. Ein Trauma so auszulösen,
wie es bei Verkehrsunfällen, stumpfen Hieben oder Arbeitsunfällen entsteht, passt zu den
häufigeren Ursachen für Thoraxtraumata in Deutschland. Auch die Universität Kiel löste ein
mechanisches Trauma mittels Stempel aus, um Kombinationsverletzungen zu untersuchen19.
Eine Erweiterung in der Darstellung und Messung der genauen Eindringtiefe und
Rückfederung eines mechanischen Stempels galt in dieser Arbeit als ein interessantes Thema.
Es lässt sich somit nicht nur beschreiben mit welchem Gewicht aus welcher Fallhöhe das Tier
einem Trauma unterzogen wird, sondern auch wie tief der Stempel eingedrungen und
zurückgefedert ist. Des weiteren geben die Tabellen, die in dieser Arbeit erstellt wurden, einen
Aufschluss über die tatsächlich wirkenden Kräfte bei allen hier verwendeten Fallhöhen und
Gewichten. In diesem bereits 2005 verwendeten Modell wurde ein Schutzschild auf den
Thorax des Tieren aufgebracht und die einwirkenden Kräfte bilateral zu verteilen, Es sollte so
versucht werden die Kraft vom Herzen und anderen intrathorakal gelegenen Strukturen
fernzuhalten . Dieses wurde bei der Methode dieser Arbeit 1 unterlassen und der Stempel fiel
auf den ungeschützten Thorax der Maus. Ob es bei dem hier präsentierten Homburger Modell
einen Unterschied bei den Verletzungen oder der Letalität von lebenden Mäusen im Vergleich
zu dem Pressluftmodell oder anderen mechanischen Modell gibt, bleibt abzuwarten und bietet
Raum für weitere Forschung. Diese Arbeit stellt eine Grundlage dar, auf der künftig mit
diesem Modell Traumata reproduzierbar ausgelöst werden können. Thoracic trauma with all its possible injuries is still one of the leading diagnoses in patients presenting with multiple injuries following a traumatic impact to the upper body. Recent research has focused increasingly on the pulmonal impact, and here, specifically on posttraumatic inflammatory reactions. An in vivo model able to induce thoracic trauma of pre-defined intensity (e.g. in the mouse) is an important prerequisite in the experimental evaluation of new approaches to the treatment and management of thoracic trauma, including post-traumatic inflammatory reactions. The University of Ulm (Germany) employs a model of thoracic trauma using a blast wave generator, but this is largely designed to induce trauma mechanisms similar to those following the detonation of an explosive device. In this thesis, it is attempted to establish a model replicating mechanism of trauma which are causally responsible for very common traumatic injuries sustained in work- or road trafficrelated accidents, as well as in blunt blow personal injuries. The University of Kiel (Germany) uses a similar approach to the one described in this thesis. The relative performance of both models can only be evaluated by a parallel evaluation in live animals, opening scope for future work. The main difference between the model of Kiel an the model used in this thesis ist, that the force of impact fell down on the unprotected thorax of mice whereas in the other model a protection shield were placed onto the mouses` Chest to protect heart an mediastinal Structures from massive damage. Furthermore exact and detailed Tables where created to show the impact its-self and also penetration depth of the weight falling onto the chest1. The goal of this thesis was the development of an in vivo model able to cause thoracic trauma reproducibly, and able to quantify the physical impact exerted as well as to evaluate resulting injuries. Initially, metal blocks with variable, defined weights were dropped from predefined height onto modelling clay blocks. Resulting impact values were recorded, and reproducibility was achieved by modifications to the experimental setup. In total, 25 weight/ height combinations were evaluated, with 5 repeats for each combination tested. Data was recorded using either an electronic caliper or a mechanical caliper fitted with pre-defined 12 metal blades put under a rubber ring to measure the recoil of the metal block. The results of each test series were compared, and the mechanical calliper setup was found to show less variable results and better ease of handling. This experimental system was then used to investigate the effect of various height/weight combinations on the thoracic region of mouse cadavers. The resulting experimental data on injury patterns allows predictions whether the sustained trauma is potentially survivable by mice in vivo. After induction of a pre-defined thorax trauma as described above, CT- assessments were carried out on the individual mouse cadavers, followed by dissection with a video microscope. The main focus of examination was to assess damage to the heart, major blood vessels and abdominal organs and associated bleeding. Remarkably, injuries at a given combination of weight and height (ie a given nominal impact) were almost identical between animals. The lowest impact tested was least traumatic and did not lead to any massive organ lesions which should be immediately fatal in a live animal. The highest impact investigated was associated with severe damage and massive trauma leading to clearly immediately fatal injuries. Medium impact resulted in trauma characterised by pulmonal contusion with impression marks on both sides of the lung and was enough to cause visible lesions but no injuries likely to be fatal. In conclusion, the model described here is able to reproducibly induce variable degrees of thoracic trauma in the bodies of mice, of a spectrum that allows tests in living mice without causing injuries leading to immediate death. |
DOI of the first publication: | https://doi.org/10.3892/etm.2020.9156 |
Link to this record: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-341352 hdl:20.500.11880/32096 http://dx.doi.org/10.22028/D291-34135 |
Advisor: | Tschernig, Thomas |
Date of oral examination: | 26-May-2021 |
Date of registration: | 21-Dec-2021 |
Faculty: | M - Medizinische Fakultät |
Department: | M - Anatomie und Zellbiologie |
Professorship: | M - Prof. Dr. Carola Meier |
Collections: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
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