Please use this identifier to cite or link to this item: doi:10.22028/D291-35605
Title: Zentrale Emotionsverarbeitung bei Kindern mit Enuresis nocturna und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
Author(s): El Khatib, Diana
Language: German
Year of Publication: 2019
Place of publication: Homburg/Saar
SWD key words: Enuresis nocturna
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom
DDC notations: 610 Medicine and health
Publikation type: Dissertation
Abstract: Die Diagnosen Enuresis nocturna (EN) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-störung (ADHS) kommen häufig im Kindesalter vor. Die vorliegende Studie unter-sucht die zentrale Emotionsverarbeitung bei Kindern mit nächtlichem Einnässen, mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und bei Kindern mit beiden Diagnosen, EN und ADHS. Es wurde angenommen, dass erstens nachts ein-nässende Kinder mit oder ohne ADHS stärkere Reaktionen bei der zentralen Emoti-onsverarbeitung zeigen als gesunde Kontrollkinder. Zweitens, dass Kinder mit nächt-lichem Einnässen und ADHS stärkere Reaktionen bei der zentralen Emotionsverar-beitung zeigen als Kinder, die nur ADHS haben. Und drittens wurde die Hypothese überprüft, dass als Zeichen eines Reifungsdefizits im Hirnstamm Kinder mit nächtli-chem Einnässen größere Interpeaklatenzen bei akustisch evozierten Potentialen zei-gen als Kinder mit ADHS oder Kontrollen. Untersucht wurden dazu insgesamt 54 Kinder. 13 Kinder hatten die Diagnose EN, 13 Kinder hatten ein ADHS, 14 Kinder hatten EN und ADHS und 14 Kinder waren gesund (Kontrollgruppe). Akustisch-evozierte Potentiale wurden standardisiert aufgezeichnet. Den Kindern wurden wäh-rend der EEG-Ableitung positive, negative und neutrale Bilder gezeigt und die ereig-niskorelierten Potentiale in den Zeitintervallen 250-450, 450-650 und 650-850 ms nach Reizdarbietung gemessen. Als Ergebnis zeigte sich, dass die Kinder mit EN bei den ereigniskorrelierten Potentialen in der frontalen Region intensivere Reaktionen bei positiven und negativen Bildern im Vergleich zu den Kontrollkindern aufweisen. Beim Betrachten der positiven Bilder unterschieden sich Kinder mit EN+ADHS von den Kindern mit isolierter ADHS in der zentralen und parietalen Region. In der parie-talen Region dagegen unterschieden sich beide Gruppen für alle Arten von Stimuli. Kinder mit EN+ADHS zeigten die stärksten Reaktionen. Kinder mit isolierter ADHS unterschieden sich nicht von den Kontrollkindern. Es zeigte sich ein unspezifischer Interaktionseffekt bei den akustisch evozierten Potentialen bei den Kindern mit EN verglichen mit den Kontrollkindern. Hieraus lässt sich schlussfolgern, dass Kinder mit EN Emotionen anders als Kinder mit ADHS und Kontrollkinder verarbeiten. Kinder mit Enuresis nocturna und ADHS verarbeiten Emotionen am intensivsten. Dies lässt zentralnervöse Interaktionseffekte vermuten, die nicht durch die einzelnen Störungsbilder alleine erklärbar sind.
Nocturnal enuresis (NE) and attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) are common in childhood. The central processing of emotions was analyzed in children with NE, ADHD, NE + ADHD and controls. It was hypothesized that first children with NE (with or without ADHD) show more intense reactions in central processing of emotions than healthy control children. Second, that children with NE + ADHD show more intense responses than children with isolated ADHD. And third, that as a sign of a brainstem maturation deficit, children with NE show longer interpeak latencies in acoustic evoked potentials than children with ADHD and controls. 13 children with NE, 13 with ADHD, 14 with NE + ADHD and 14 controls were exam-ined. Acoustic evoked potentials were recorded using standardised methodology. For the event-related potentials, positive, negative and neutral pictures were presented and time intervals of 250-450, 450-650 and 650-850 msec after stimulus presentation were evaluated. In the frontal region, children with NE showed more intense re-sponses to positive and negative pictures than controls measured with event-related potentials. Regarding positive pictures, children with NE + ADHD differed from chil-dren with ADHD in the central and parietal and for all types of stimuli in the parietal region. Children with NE + ADHD elicited the strongest responses. Children with ADHD did not differ from controls. There was an unspecific interaction effect of the acoustic evoked potentials in children with NE compared to the controls. In conclu-sion, children with NE process emotions differently from children with ADHD and con-trols. Children with NE + ADHD process emotions most intensely, displaying interac-tion effects of the central nervous system that cannot be explained by each disorder alone.
Link to this record: urn:nbn:de:bsz:291--ds-356055
hdl:20.500.11880/32474
http://dx.doi.org/10.22028/D291-35605
Advisor: von Gontard, Alexander
Date of oral examination: 23-Jun-2021
Date of registration: 25-Feb-2022
Faculty: M - Medizinische Fakultät
Department: M - Psychotherapie und Psychosomatik
Professorship: M - Prof. Dr. Alexander von Gontard
Collections:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

Files for this record:
File Description SizeFormat 
Dr-Arbeit PDF_ohneLebenslauf.pdf1,77 MBAdobe PDFView/Open


Items in SciDok are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.