Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27572
Titel: Dysphagie- Diagnostik: Evaluation des Schluckaktes mittels Ultrasonographie als ergänzendes Verfahren der Zukunft
Verfasser: Grebe, Laura Sophie
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2017
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Dysphagie
Ultraschalldiagnostik
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Die Dysphagie ist ein Symptom, welches zahlreiche Ursachen (entzündliche, traumatische, neuro-, myogene, obstruktive und psychische Genese) haben kann. Eine strukturierte Herangehensweise bei Erkrankungen beinhaltet eine ausführliche Anamnese mit anschließender klinischer und apparativer Diagnostik. Letztere umfasst in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde eine Spiegeluntersuchung, die derzeitigen Goldstandards „Videofluoroskopie“ und „Fiberoptisch- endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES)“ sowie gegebenenfalls die Panendoskopie. Ergänzend werden Computer- und Kernspintomographie eingesetzt. Die Ultrasonographie, welche kein routinemässiges Verfahren in der Bewertung des Schluckaktes darstellt, findet aktuell als nicht-invasive Untersuchungsmethode erste Aufmerksamkeit in der Schluckdiagnostik, beschränkt sich bislang jedoch hauptsächlich auf oropharnygeale Abschnitte und bedarf einer weiteren Evaluation, welcher sich die vorliegende Arbeit widmet. 81 Patienten ohne eine erkennbare Schluckkrankheit wurden sonographisch untersucht. Von diesen 81 Teilnehmern, deren Alter zwischen 19 und 66 Jahren lag, waren 44 Probanden weiblich und 37 männlich. Das mittlere Alter lag bei 32,1 ± 13,8 Jahren. Mit einem BMI von durchschnittlich 25,4 ± 3,1 kg/m² waren die männlichen Probanden knapp übergewichtig, die weiblichen mit einem solchen von 22,2 ± 3,2 kg/m² normalgewichtig. Bei allen 81 Probanden konnten jeweils drei Schluckvideos im Bereich des oberen Ösophagusdrittels mit unterschiedlichen Medien (Speichel, Wasser und Götterspeise) angefertigt und ausgewertet werden. Die sonographischen Bild- und Video-Aufnahmen wurden mit einem Siemens X300- Ultraschallgerät vorgenommen. Die Beurteilung der Schluckvideos erfolgte mit dem Programm MAGIX VIDEO DELUXE, die statistische Datenauswertung mit dem Statistik-Paket STATISTICA. Die sonographische Darstellbarkeit von Zungengrund, intralaryngealer Region, Sinus piriformis/Hypopharynx, Schilddrüsen und oberem Ösophagusdrittel wurde jeweils hinsichtlich folgender Einflussgrössen analysiert: Alter (< 25 Jahre, ≥ 25 Jahre) Geschlecht und BMI (normalgewichtig bis einschliesslich 25 kg/m², übergewichtig > 25 kg/m²). Mit einer Treffsicherheit von über 90% gelang die Erfassung nahezu aller genannten Strukturen, insbesondere des zervikalen Ösophagusabschnittes. Der mittlere Durchmesser des Ösophagus belief sich in diesem Bereich auf 0,88 ± 0,10 cm. Die Längenbestimmung des zervikal einsehbaren Abschnittes der Speiseröhre erbrachte durchschnittliche Messungen von 5,78 ± 1,66 cm Länge. Höhere Messdaten im Ösophaguslängsschnitt konnten bei jungen, schlanken und weiblichen Probanden erzielt werden. Als erschwert erwies sich die Einsehbarkeit des Sinus piriformis/Hypopharynx, welcher sich in 39,5% der Fälle nicht darstellen liess. Ein statistisch signifikanter Unterschied ergab sich für das Geschlecht (p < 0,022), das Alter (p < 0,001) und den Body-Mass-Index (p < 0,001) mit der Schlussfolgerung, dass die Darstellung bei weiblichen, jüngeren und normalgewichtigen Probanden mit grösserer Treffsicherheit gelang. Für den Leerschluck (Speichel; Schluckakt 1) wurde eine Schluckgeschwindigkeit von 4,60 cm/s und damit die höchtste Schluckgeschwindigkeit aller Schluckakte ermittelt. Die Durchschittsgeschwindigkeit des Spritzschlucks (Wasser; Schluckakt 2) lag mit 2,90 cm/s hinter der des Götterspeiseschlucks (Schluckakt 3) mit 2,99 cm/s. Extrapoliert man die errechneten Geschwindigkeiten auf die Gesamtlänge des Ösophagus mit circa 25 cm, so lag die ösophageale Bolustransitzeit zwischen 5-8 Sekunden. Vergleicht man die mittleren Schluckgeschwindigkeiten der drei Schluckakte untereinander, so finden sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen Schluckakt 1 und 2, 1 und 3 (jeweils p < 0,001) sowie zwischen Schluckakt 2 und 3 (p = 0,040). Den langsamsten aller Schluckakte stellte der Spritzschluck dar. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Ultrasonographie eine wertvolle Untersuchungsmöglichkeit des Schluckaktes bedeutet. Sie kann wiederholt ausgeführt werden, ist aufgrund fehlender Strahlenbelastung ein risikoarmes Verfahren und erlaubt darüber hinaus insbesondere eine Beurteilung des oberen Ösophagus und das Erkennen von Pathologien des Schluckaktes. Weitere sonographische Studien zur Erarbeitung vergleichender Messdaten zwischen Gesunden und Erkrankten müssen folgen.
Dysphagia is a symptom which can have different causes: inflammatory, traumatic, neurogenic, myogenic, obstructive and psychological genesis. A structured approach to disease includes a detailed anamnesis with clinical and instrumental diagnostic. The otolaryngology uses mirror examination, the current gold standards "Videofluoroscopy" (VFSS) and "Fiberoptic-Endoscopic Evaluation of Swallowing (FEES)" as well as panendoscopy. Additionally computed tomography and magnetic resonance imaging can be used. Ultrasonography, which is not a routine procedure in the assessment of the swallowing act, is currently meant to be a new non-invasive examination method in swallowing diagnostics. Due to the fact that it has been mainly limited to oropharnygeal sections so far, the present study focusses on further evaluation. 81 patients without a recognizable swallowing disease were examined sonographically. Out of these 81 subjects, aged between 19 and 66 years, 44 subjects were female and 37 were male. The mean age was 32.1 ± 13.8 years. With an average BMI of 25.4 ± 3.1 kg/m², the male subjects were slightly overweight, whereas the females had a normal weight of 22.2 ± 3.2 kg/m². In all 81 subjects we were able to videotape and finally analyse three swallowing acts of the upper esophagus section using different boluses (saliva, liquid and jelly). The sonographic images and video recordings were taken with a Siemens X300 ultrasound device. For the evaluation of the swallowing videos we used the program MAGIX VIDEO DELUXE, the statistical data were analysed with the statistical package STATISTICA. The sonomorphological visualization of the involved swallowing anatomical structures like tongue, intralaryngeal region, sinus piriformis/hypopharynx, thyroid gland and upper esophageal section were examined for influences of age (< 25 years old, ≥ 25 years old), gender and BMI (normal weight up to and including 25 kg/m², overweight > 25 kg/m²). With an accuracy of more than 90%, the detection of almost all mentioned structures, especially the cervical esophageal segment, was achieved. The mean diameter of the esophagus in this part was 0.88 ± 0.10 cm. The average length of the visible portion of the cervical esophagus was 5.78 ± 1.66 cm. Higher measurements in the esophageal longitudinal section could be collected in young, slim and female subjects. The inspection of the sinus piriformis/hypopharynx, which could not be represented in 39.5% of cases, turned out to be difficult. A statistically significant difference was found for gender (p < 0.022), age (p < 0.001) and BMI (p < 0.001), with the conclusion of a more successful visualization in female, younger and normal weighted subjects. For the dry swallow (saliva, swallowing act 1) we determined a swallowing speed of 4.60 cm/s, which was the highest swallowing speed of all swallowing acts. The average speed of the wet swallow (liquid, swallowing act 2; 2.90 cm/s) was slower than the act of swollowing using jelly (swallowing act 3; 2.99 cm/s). By extrapolating the measurements of the swallowing speeds to the total length of the esophagus with approximately 25 cm, the total bolus transit time was between 5- 8 seconds. Compairing the average swallowing velocities of the three swallowing acts, statistically significant differences were found between swallowing act 1 and 2, 1 and 3 (p < 0.001 in both) and between swallowing act 2 and 3 (p = 0.040). The slowest of all swallowing acts was the wet swallow. In conclusion, it can be said that the ultrasonography is a valuable examination method of the swallowing act. It can be used repeatedly, is a low-risk procedure due to low radiation exposure, and furthermore allows the evaluation of the upper esophagus as well as the recognition of pathologies of the swallowing act. However, further sonographic studies for the development of comparative data between healthy persons and patients must follow.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-275729
hdl:20.500.11880/27240
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27572
Erstgutachter: Schick, Bernhard
Tag der mündlichen Prüfung: 18-Apr-2018
SciDok-Publikation: 10-Dez-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Fakultät / Institution:SciDok - Elektronische Dokumente der UdS

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