Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27328
Titel: Prävalenz von Störung der Gefühlsregulation bei Personen im Seniorenalter
Verfasser: Schmitt, Annika
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2016
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Alter
Emotionsregulation
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Es ist bekannt, dass ADHS eine der häufigsten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen darstellt und bis ins hohe Erwachsenenalter fortbestehen kann (Weiss et al. 1985; Faraone et al. 2006; Spencer, Biederman und Mick 2007). Ebenso ist bekannt, dass die Betroffenen in verschiedenen Lebensbereichen, wie etwa im Alltag oder der Gefühlsregulation, Probleme haben. Es gibt jedoch bisher nur wenige Untersuchungen zu Prävalenz und klinischer Präsentation bei über 60-Jährigen. Somit untersuchten wir 296 Menschen, älter als 60 Jahre, auf das Vorliegen einer ADHS und zusätzlicher Erkrankungen mittels standardisierter Verfahren. Die Rekrutierung erfolgte aus dem privaten Umfeld der Untersucherin, Vereinen, betreutem Wohnen und Arztpraxen. Bei 11 der 296 untersuchten Probanden wurde eine ADHS diagnostiziert. Die Teilnehmer ohne ADHS wurden als Vergleichsgruppe herangezogen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Ausprägungen der ADHS-spezifischen Symptome und emotionalen Störungen der Teilnehmer. Die Prävalenz für Störungen der Gefühlsregulation scheint bei Personen mit ADHS über die gesamte Lebensspanne hinweg höher zu sein als bei Probanden der Kontrollgruppe. In der Fremdbeurteilung (Barkley Interview) berichteten die Teilnehmer mit ADHS zu geringem Selbstbewusstsein, aufbrausenden Reaktionen, Trotz/Ungehorsam und provokantem Verhalten zu neigen. Stimmungsschwankungen und Probleme mit dem Temperament scheinen bei ADHS-positiven Teilnehmern stärker ausgeprägt zu sein. Die Symptome nehmen mit zunehmendem Alter jedoch eher ab, während sie bei Personen ohne ADHS bis ins hohe Alter relativ konstant zu bleiben scheinen. Trotz der abnehmenden Tendenz persistiert die Symptomatik insgesamt in höherem Maße als bei Probanden ohne ADHS. Des Weiteren zeigen die Ergebnisse der angewandten Fremdbeurteilung (Wender-Reimherr-Interview, WIR), dass Personen mit ADHS von einer ausgeprägteren Problematik im Bereich des Temperaments sowie der emotionalen Überreagibilität berichten. Probanden mit ADHS gaben im Vergleich zu der Kontrollgruppe wesentlich häufiger an, ADHStypische Schwierigkeiten im Lebensalltag und in der Gefühlsregulation zu haben, welche sie bis ins hohe Alter beschreiben und sich dadurch beeinträchtigt fühlen. Somit erscheint es auch in der Gerontopsychiatrie sinnvoll, ADHS differentialdiagnostisch bei Menschen mit erheblichen Schwierigkeiten im Lebensalltag und der Gefühlsregulation in Erwägung zu ziehen. Weitere Untersuchungen sollten jedoch die Ansätze der vorliegenden Studie weiter verfolgen und dabei insbesondere den Fokus auf geeignete diagnostische Verfahren legen, da fraglich bleibt, ob die derzeit zur Verfügung stehenden diagnostischen Mittel, insbesondere hinsichtlich einer entsprechenden Differentialdiagnose, für Personen über 60 Jahren geeignet sind. Die vorliegende Untersuchung ist als eine Pilotstudie zu sehen, liefert jedoch Hinweise, dass ADHS auch bei über 60-Jährigen mit typischen Einschränkungen noch bestehen kann.
It is well known, that ADHD is one of the most common psychiatric diseases amongst children and adolescents and can persist into late adulthood. Furthermore, it is also known that the diagnosed person experience problems in different life situations, like controlling their emotions. However, there are only a few studies on the prevalence and clinical presentation of over 60 year olds. Therefore we have tested 296 people on the existence of ADHD and additional diseases using standardized measurements. The recruitment was carried out within author´s environment, supervised accommodations and doctor’s practices. 11 out of 296 of the tested subjects were diagnosed with ADHD. People without ADHD were used as a reference group. The presented writing compares the two survey groups (ADHD, no ADHD) foremost according the ADHD-typical symptoms and control of emotions, both, before and after the age of 50. In terms of prevalence of the disruptions of the emotion regulation, the data shows that people with ADHD experienced more noticeable problems throughout their life, than controls. The external assessment (Barkley Interview) demonstrated that participants with ADHD seem to have a lower self-esteem, short-tempered behavior, defiance/disobedient and act provocative. Especially a stronger development of mood swings and problems of temperament are demonstrated by positively tested probands. The symptoms of subjects with ADHD seem to decline at later stages of life, whereas subjects without ADHD evidently stay constant until late stages of life. Despite declining tendencies, the symptomatology can persist at higher levels than probands without ADHD. Additionally, the WRAADDS results show, that people with ADHD declare a distinct problem in the area of temperament, as well as emotional overreacting. Compared to a control group, subjects with ADHD showed more often to have ADHD-typical troubles in everyday life and in emotion regulation, which persisted until later stages of life and thereby are apparently affected. Therefore, it also seems reasonable in geriatric psychiatry to consider ADHD differential diagnostically on people with significant difficulties in daily lives and emotion regulation. However, further research should follow the presented study, and especially focus on adequate diagnostic methods. Still, it stays questionable whether the currently available methods, particular in terms of differential diagnostics, are adequate for people older than 60.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-273287
hdl:20.500.11880/27154
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27328
Erstgutachter: Rösler, Michael
Tag der mündlichen Prüfung: 12-Dez-2016
SciDok-Publikation: 27-Aug-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Forensische Psychologie und Psychiatrie
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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