Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-47448
Titel: Kriminalistische Relevanz der DNA-Untersuchung an Hebelspuren
Alternativtitel: Criminalistic relevance of the DNA investigation of lever traces
VerfasserIn: Hollenbach, David
Cappel-Hoffmann, Sabine
Makuch, Darius
Schmidt, Peter
Sprache: Deutsch
Titel: Rechtsmedizin
Bandnummer: 36 (2026)
Heft: 1
Seiten: 2-6
Verlag/Plattform: Springer Nature
Erscheinungsjahr: 2025
Freie Schlagwörter: DNA-Transfer
Erweiterter Asservierungsansatz
Hebelspur
Sekundärtransfer
DNA-Analyse Datei
DNA transfer
Standardized preservation of traces
Lever trace
Secondary transfer
DNA analysis databank
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Journalartikel / Zeitschriftenartikel
Abstract: Hintergrund und Fragestellung Im Anschluss an die systematische experimentelle Untersuchung zum DNA-Gehalt von Hebelspuren und eine retrospektive Auswertung der tatsächlichen Befunde im Routineuntersuchungsgut des vorausgegangenen Dreijahreszeitraums [7] wurden in einem standardisierten prospektiven Untersuchungsansatz folgende Fragestellungen untersucht: Mit welcher Häufigkeit können bei einem standardisierten umfassenderen Asservierungskonzept an der Hebelspur und in ihrer Nachbarschaft kriminalistisch verwertbare DNA-Profile detektiert werden? Sind diese Spuren auf eine Übertragung von der Person auf das Werkzeug und anschließend vom Werkzeug zur Kontaktoberfläche (Sekundärübertragung) oder auf eine unmittelbare Übertragung (Primärübertragung), beispielsweise durch Abstützen/Anfassen oder ein forciertes Ausatmen, zurückzuführen? Studiendesign und Untersuchungsmethoden Der Beobachtungszeitraum umfasste einen 6‑monatigen Korridor in der von Einbruchsstraftätern bevorzugten dunklen Jahreszeit (erfahrungsgemäß von Herbst bis Frühlingsanfang). Das Untersuchungsgut wurde auf die Delikte des Wohnungseinbruchsdiebstahls sowie des Tageswohnungseinbruches beschränkt. Der Asservierungsumfang wurde neben der eigentlichen Hebelspur auf die benachbarte Umgebung erweitert, und es wurden Proben in den Abschnitten „Hebelspur“, „Bereich oberhalb der Hebelspur“ und „Bereich unterhalb der Hebelspur“ gesichert. Ergebnisse Insgesamt wurden 1133 Spuren untersucht. Dabei fanden sich 1005 Negativbefunde, 88 kriminalistisch nichtverwertbare Mischspuren, 12 kriminalistisch verwertbare Mischspuren und 28 Spuren mit einem homogenen DNA-Profil. In 2 Fällen konnte nach Abgleich mit der DAD eine Übereinstimmung (Treffer) erzielt werden, davon ein Treffer in der Hebelspur selbst und einer unterhalb der Hebelspur. Die topografische Verteilung der Positivbefunde deutet darauf hin, dass als Verursachungsmechanismen sowohl eine Übertragung durch das Werkzeug während des Hebelvorgangs als auch anderweitige Mechanismen wie z. B. ein direkter Kontakt mit der Hand oder ein Ausatemvorgang in Betracht kommen können. Fazit In Übereinstimmung mit der vorangegangenen retrospektiven Analyse [7] unterstreicht die prospektive Studie mit ihrem systematischen Ansatz an einem großen Untersuchungsgut die Notwendigkeit einer kriminalistischen Abwägung von Aufwand und Nutzen bei der Untersuchung von Hebelspuren.
Background and objective Following the systematic experimental study on the DNA content of lever marks and a retrospective evaluation of the actual findings in routine examinations over the previous 3‑year period, the following questions were investigated in a standardized prospective study approach. With what frequency can forensically usable DNA profiles be detected on the lever mark and in its vicinity using a standardized more comprehensive preservation concept? Are these traces attributable to a transfer from the person to the tool and then from the tool to the contact surface (secondary transfer) or to a direct transfer (primary transfer), e.g. by supporting/grasping or forced exhalation? Study design and methods The observation period covered a 6-month corridor in the dark season favored by burglary offenders (experience shows that this is from the beginning of autumn to the beginning of spring). The investigation material was limited to the offences of domestic burglary and daytime burglary. In addition to the actual lever track, the scope of the investigation was extended to the neighbouring area and samples were secured in the sections “lever track”, “area above the lever track” and “area below the lever track”. Results A total of 1133 traces were analyzed. There were 1005 negative results, 88 mixed traces that could not be used for forensic purposes, 12 mixed traces that could be used for forensic purposes and 28 traces with a homogeneous DNA profile. In two cases a match (hit) was obtained after comparison with the DNA analysis databank (DAD), one hit in the lever track itself and one below the lever track. The topographical distribution of the positive findings indicates that the causal mechanisms could be transmission by the tool during the levering process as well as other mechanisms, such as direct contact with the hand or an exhalation process. Conclusion In accordance with the previous retrospective analysis [7], the prospective study with its systematic approach on a large sample emphasizes the necessity of a forensic consideration of effort and benefit in the investigation of lever marks.
DOI der Erstveröffentlichung: 10.1007/s00194-025-00781-5
URL der Erstveröffentlichung: https://link.springer.com/article/10.1007/s00194-025-00781-5
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-474486
hdl:20.500.11880/41488
http://dx.doi.org/10.22028/D291-47448
ISSN: 1434-5196
0937-9819
Datum des Eintrags: 7-Apr-2026
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Rechtsmedizin
Professur: M - Prof. Dr. Peter Schmidt
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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