Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-44738
Titel: Charakterisierung der intrarenalen Widerstände bei Patienten mit Hypertonie vor und nach renaler Denervation
VerfasserIn: Dederer, Juliane
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2024
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 500 Naturwissenschaften
610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Bluthochdruck ist der prävalenteste Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und Komplikationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz, sowie Demenz und erhöhte Sterblichkeit bei betroffenen Patienten. Die leitliniengerechte Blutdruckeinstellung ist weiterhin trotz der multiplen medikamentösen Therapieoptionen unzureichend. Da ein Hypertonus wenig symptomatisch ist, bleibt er häufig über Jahrzehnte unentdeckt und fällt erst durch einen irreversiblen Endorganschaden auf. Zudem ist bei Patienten die medikamentöse Einstellung häufig ungenügend und durch eine fehlende Adhärenz zur verordneten Therapie gekennzeichnet. Das sympathische Nervensystem ist ursächlich an der Entstehung und Aufrechterhaltung von erhöhtem Bluthochdruck beteiligt. Die Wirksamkeit der Modulation des sympathoadrenergen Systems zur Beeinflussung des Hypertonus ist wiederholt durch experimentelle und klinische Studien belegt worden. Die Renale Denervation (RDN) der Nierenarterien wird in den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie als Klasse IIB-Empfehlung bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie empfohlen. Die Sicherheit und Effizienz der RDN wurde in großen internationalen randomisierten Studien mit unterschiedlichen Kathetersystemen mit Ultraschall- und Hochfrequenzenergie erwiesen. In dieser Analyse wurden strukturelle und funktionelle renale Eigenschaften vor und nach RDN untersucht, um die Frage zu beantworten, ob Prädiktoren für die Blutdruckabnahme nach RDN gezeigt werden können. In der retrospektiven Auswertung von 96 Patienten aus dem Homburger Hypertonie-Register wurden hierfür der RI, der renale Blutfluss, der renal vaskuläre Widerstandsindex, die Blutflussgeschwindigkeiten in den Nierenarterien, Nierenlaborwerte und Nierendurchmesser, Blutdruckwerte, das Alter, sowie weitere klinische Parameter erhoben. Mittels Duplexsonographie der Nierenarterien erfolgte die Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeiten der A. renalis beidseits und des RI vor und nach RDN. Die Erhebung des Durchmessers der Nierenarterien erfolgte anhand der Angiographie der Nierenarterien mittels einer Konturanalyse unmittelbar vor RDN. Aus der Kombination der duplexsonographischen Flussgeschwindigkeiten und dem Durchmesser konnte der renale Blutfluss und der renale vaskuläre Widerstandsindex ermittelt werden. Die Daten umfassen einen Nachverfolgungszeitraum von drei Jahren. In unserer Analyse zeigte sich ein signifikanter Abfall des Blutdrucks nach RDN. Ein systematischer Zusammenhang des Blutdruckabfalls mit dem RI, dem renalen Blutfluss und dem renal vaskulären Widerstandsindex war nicht nachweisbar. Die duplexsonographisch bestimmten Blutflussgeschwindigkeiten in den Nierenarterien vor und nach RDN waren nahezu unverändert. 9 Schwächen der Arbeit sind der retrospektive Ansatz der Untersuchung und die Abwesenheit einer Kontrollgruppe oder einer Scheinintervention. Stärken sind der lange Nachbeobachtungszeitraum und der mechanistische Ansatz zur Charakterisierung renaler Widerstände in Kombination bildgebender Verfahren. Die Erkenntnisse der Arbeit unterstützen anschließende weiterreichende Untersuchungen der intrarenalen Hämodynamik und deren Änderung nach Modulation des sympathischen Nervensystems durch RDN.
High blood pressure is the most prevalent risk factor for cardiovascular disease and complications such as stroke, heart attack and heart failure, as well as dementia and increased mortality in affected patients. Blood pressure control according to guidelines is still inadequate despite the multiple drug therapy options. Since hypertension has few symptoms, it often remains undetected for decades and only becomes noticeable when there is irreparable end organ damage. In addition, patients' medication regimen is often inadequate and characterized by a lack of adherence to the prescribed therapy. The sympathetic nervous system is causally involved in the development and maintenance of elevated high blood pressure. The effectiveness of modulating the sympathoadrenergic system to influence hypertension has been repeatedly proven by experimental and clinical studies. Renal artery RDN is recommended in the current European Society of Cardiology Guidelines as a class IIB recommendation in patients with refractory hypertension. The safety and efficiency of RDN have been proven in large international randomized trials using different catheter systems using ultrasound and radiofrequency energy. In this analysis, structural and functional renal properties before and after RDN were examined to answer the question of whether predictors of blood pressure decrease after RDN can be demonstrated. In the retrospective evaluation of 96 patients from the Homburg Hypertension Register, the RI, renal blood flow, renal vascular resistance index, blood flow velocities in the renal arteries, renal laboratory values and kidney diameter, blood pressure values, age, and other clinical parameters were recorded. Duplex sonography of the renal arteries was used to determine the blood flow velocities of the renal artery on both sides and the RI before and after RDN. Renal artery diameter was determined from renal artery angiography using contour analysis immediately before RDN. The renal blood flow and renal vascular resistance index could be determined from the combination of the duplex sonographic flow velocities and the diameter. The data covers a follow-up period of three years. 10 Our analysis showed a significant decrease in blood pressure after RDN. A systematic connection between the drop in blood pressure and the RI, the renal blood flow and the renal vascular resistance index was not detectable. The blood flow velocities in the renal arteries determined by duplex sonography before and after RDN were almost unchanged. The weaknesses of the work are the retrospective approach of the study and the absence of a control group or a sham intervention. Strengths are the long follow-up period and the mechanistic approach to characterizing renal resistance in combination with imaging methods. The findings of the work support subsequent further investigation of intrarenal hemodynamics and their changes after modulation of the sympathetic nervous system by RDN.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-447381
hdl:20.500.11880/39863
http://dx.doi.org/10.22028/D291-44738
Erstgutachter: Böhm, Michael
Tag der mündlichen Prüfung: 18-Mär-2025
Datum des Eintrags: 27-Mär-2025
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Innere Medizin
Professur: M - Prof. Dr. Michael Böhm
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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