Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-43817
Titel: Evaluation von Impfreaktionen und -nebenwirkungen nach Impfung mit unterschiedlichen SARS-CoV-2- Impfstoffen am Universitätsklinikum des Saarlandes
VerfasserIn: Rau, Katharina
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2024
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 570 Biowissenschaften, Biologie
610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Einleitung: Die Pandemie durch das neue Atemwegsvirus SARS-CoV-2 mit der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 erforderte ab dem Auftreten der ersten Fälle zum Jahreswechsel 2019/2020 ein rasches Handeln zur Eindämmung der Infektionskrankheit und eine effektive Prävention der Erkrankung. Ein wichtiger Ansatzpunkt hierfür stellte die schnelle und sichere Herstellung eines geeigneten Impfstoffes dar. Mit Beginn des Jahres 2021 wurden weltweite Impfkampagnen gestartet, die jedoch aufgrund der schnellen Entwicklung der Impfstoffe sowie der teilweise neuen Wirkprinzipien zu großer Skepsis innerhalb unterschiedlicher Bevölkerungsanteile führten. Es herrschte große Unsicherheit hinsichtlich des Auftretens und des Ausmaßes der zu erwartenden Impfreaktionen bei den beiden Gruppen der mRNA- (BNT162b2 und mRNA-1273) und vektorbasierten Impfstoffe (ChAdOx1 nCoV-19). Ziel dieser Arbeit war daher eine Untersuchung zur Erfassung der Reaktogenität der SARS-CoV-2-Schutzimpfungen bei Gesundheitsfachpersonal im Vergleich zu Polizeibeamten im Saarland. Methodik: Zwischen März und Mai 2021 führten wir bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens am Universitätsklinikum des Saarlandes und bei Beamten des Polizeiärztlichen Dienstes in Saarbrücken eine Studie zur Reaktogenität der oben genannten SARS-CoV-2-Impfstoffe durch. Die Studienteilnehmer wurden im Rahmen der Impfkampagnen über die Studie informiert und erhielten per Mail einen Fragebogen, den sie entweder in Papierform oder mithilfe einer ausfüllbaren PDF-Datei an das Studienteam übermitteln konnten. Die subjektiv wahrgenommenen Impfreaktionen wurden in einem Fragebogen dokumentiert und ausgewertet. Insgesamt wurden fünf Zeitpunkte erfasst, von denen schließlich drei (5 Tage nach Erst-, 5 Tage nach Zweit- und 40 Tage nach Zweitimpfung) in die finale Auswertung eingingen. Aufgrund der dynamischen Entwicklung hinsichtlich der verfügbaren Impfstoffe wurden die Teilnehmer in homologe und heterologe Impfschemata -bestehend aus einer Erstimpfung mit ChAdOx1 nCoV-19 und einer Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoffunterteilt. Die Auswertung der Impfreaktionen erfolgte nach Impfschema, Alter, Geschlecht. Anschließend wurden die Kohorten miteinander verglichen. Ergebnisse: Die finale Studienkohorte bestand aus 2176 Teilnehmern. Hiervon erhielten 71,8% (1564/2176) zwei Impfungen nach einem homologen Schema und 28,1% (612/2176) nach einem heterologen Schema. Am Universitätsklinikum des Saarlandes waren 75% der Teilnehmenden weiblich, wohingegen das männliche Geschlecht bei den Polizeibeamten überwog (70%). Als häufigste Reaktionen in sowohl homologer als auch heterologer Hauptund Kontrollgruppe wurden lokal Schmerzen an der Injektionsstelle (77,9%; 1696/2176) und 5 systemisch Müdigkeit (51,8%; 1126/2176) angegeben. Im Gesamten wurden diese Reaktionen allerdings häufiger am Universitätsklinikum des Saarlandes bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens dokumentiert. Schmerzen an der Injektionsstelle traten beispielsweise bei 82,4% (688/835) der UKS-Mitarbeiter im Rahmen der Erstimpfung mit dem mRNAImpfstoff BNT162b2 auf, bei den Polizeibeamten waren es 72,3% (399/552). Diskussion: Die vorliegende Studie untersuchte das Ausmaß der Reaktogenität der COVIDImpfstoffe im Rahmen einer Impfkampagne bei unterschiedlichen Berufsgruppen, welche zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ gehörten (Gesundheitspersonal und Polizeibeamte). Die Art und die Intensität der berichteten Impfreaktionen divergierten zwischen den unterschiedlichen Gruppen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich hieraus ein Ansatz für zukünftige Gesundheitskampagnen ergeben kann, insbesondere hinsichtlich einer zielgruppenspezifischen Kommunikation bei der Aufklärung über Impfungen und deren Verträglichkeit.
Introduction: The pandemic caused by the new respiratory virus SARS-CoV-2 with the resulting COVID-19 disease required rapid action to contain the infectious disease and effective prevention of the disease from the first cases at the turn of the year 2019/2020. An important starting point for this was the rapid and safe production of a suitable vaccine. Vaccination campaigns were launched worldwide at the beginning of 2021, but the rapid development of vaccines and the sometimes new modes of action led to great skepticism among different sections of the population. Initially, there was great uncertainty regarding the occurrence and extent of the expected vaccination reactions for the two groups of mRNA (BNT162b2 and mRNA-1273) and vector-based vaccines (ChAdOx1 nCoV-19). The aim of this study was therefore to investigate the reactogenicity of SARS-CoV-2 vaccinations in healthcare professionals compared to police officers. Methodology: Between March and May 2021, we conducted a study on the reactogenicity of the above-mentioned SARS-CoV-2 vaccines among healthcare workers at Saarland University Hospital and among officers of the police medical service in Saarbrücken. The study participants were informed about the study as part of the vaccination campaigns and received a questionnaire by e-mail, which they could submit to the study team either in paper form or using a writable PDF file. The vaccination reactions were subjectively documented and evaluated in a questionnaire specially designed for the study. A total of five time points were recorded, three of which (5 days after the first, 5 days after the second and 40 days after the second vaccination) were included in the final evaluation. Due to the dynamic development of available vaccines, the participants were divided into homologous and heterologous vaccination regimens - consisting of a primary vaccination with ChAdOx1 nCoV-19 and a secondary vaccination with an mRNA vaccine. The vaccination reactions were evaluated using Microsoft Excel according to vaccination schedule, age, gender and finally the two cohorts were compared with each other. Results: The final study cohort consisted of 2176 participants. Of these, 71.8% (1564/2176) received two vaccinations according to a homologous schedule, whereas 28.1% (612/2176) were immunized heterologous. At the university hospital, 75% of the participants were female, whereas the male sex predominated among the police officers (70%). The most common reactions reported in both homologous and heterologous main and control groups were local pain at the injection site (77.9%; 1696/2176) and systemic fatigue (51.8%; 1126/2176). Overall, however, these reactions were documented more frequently among healthcare workers at Saarland University Hospital. Pain at the injection site, for example, occurred in 82.4% (688/835) of UKS employees during the first vaccination with the mRNA vaccine BNT162b2, compared to 72.3% (399/552) of police officers. Discussion: This study investigated the occurrence of reactogenicity of COVID vaccines during the vaccination campaign in different occupational groups belonging to the so-called "critical infrastructure". In this case, healthcare personnel and police officers. This study revealed that the reactogenicity and intensity of the vaccines can diverge between different population groups and may provide an approach for future studies. Among other things, future studies could focus on target group-specific communication. Better communication and more open education with a willingness to discuss could have led to a higher vaccination rate or willingness to be vaccinated during the pandemic.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-438175
hdl:20.500.11880/39288
http://dx.doi.org/10.22028/D291-43817
Erstgutachter: Becker, Sören L.
Tag der mündlichen Prüfung: 17-Dez-2024
Datum des Eintrags: 7-Jan-2025
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Infektionsmedizin
Professur: M - Prof. Dr. Sören Becker
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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