Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen:
doi:10.22028/D291-37301
Titel: | Verlauf der Kontaktlinsenanpassung bei Keratokonus : Retrospektive Untersuchung bei 200 Patienten |
Alternativtitel: | Contact lens fitting in patients with keratoconus : Retrospective assessment of 200 patients |
VerfasserIn: | Richter, Kathrin |
Sprache: | Deutsch |
Erscheinungsjahr: | 2021 |
Erscheinungsort: | Homburg/Saar |
DDC-Sachgruppe: | 610 Medizin, Gesundheit |
Dokumenttyp: | Dissertation |
Abstract: | Hintergrund und Ziel: Der Keratokonus ist eine nicht entzündliche Hornhauterkrankung, die zu einer progressiven Verdünnung und kegelförmigen Vorwölbung der Kornea führt und einen irregulären Astigmatismus induziert. Der Keratokonus kann heutzutage sehr gut stadiengerecht behandelt werden. Bei der Versorgung steht eine Vielzahl an Materialen und Designs von Kontaktlinsen zur Verfügung. Ziel der Studie war es, den Verlauf der Kontaktlinsenanpassung bei Keratokonuspatienten dazustellen. Insbesondere sollten die angepassten Kontaktlinsen, das visuelle Ergebnis, die Hornhautveränderungen sowie mögliche Hindernisse der Linsenanpassung untersucht werden.
Patienten und Methode: In dieser Studie wurde retrospektiv der Verlauf von 351 Augen bei 200 Keratokonuspatienten, die im Zeitraum von 2006 bis 2016 einen Kontaktlinsenanpassungsversuch in der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Saarland in Homburg/Saar erhielten, untersucht. Es wurden unter anderem die verordneten Kontaktlinsen, Ergebnisse der ophthalmologischen Untersuchung wie Topographiedaten, Refraktion und Sehschärfe sowie die Anzahl der für die Anpassung benötigten Probelinsen und Ursachen für einen Abbruch der Anpassung erfasst.
Ergebnisse: Das mittlere Alter bei der Kontaktlinsenerstanpassung lag bei 33,9 ± 12,5 Jahren. Die Versorgung erfolgte in der Mehrheit mit formstabilen (98,8%) vierkurvigen (90,1%) Kontaktlinsen. Bis zur endgültigen Linse waren im Median 2 (maximal 16) Probelinsen notwendig. Der mittlere Visus mit Kontaktlinsenkorrektur lag hier bei 0,84 ± 0,22, der mittlere Visus mit Brillenkorrektur betrug 0,54 ± 0,30.
Die Anpassung asphärischer Kontaktlinsen, in Bezug auf die Gesamtheit der verordneten asphärischen Linsen, erfolgte zu 87,5% in den Keratokonusstadien „1“ bis „2“ (Topographische Keratokonus Klassifizierung; Oculus Keratograph). Bitorische und rückflächentorische Linsen wurden zu 62% in den Keratokonusstadien „2 - 3“ bis „4“ angepasst.
Aufgrund eines fortgeschrittenen Keratokonusstadiums mit notwendiger Keratoplastik wurde bei 7,7% der Augen die Anpassung der Keratokonuslinse nicht fortgeführt.
Gründe für eine Beendigung der Linsenanpassung waren unter anderem eine Linsenunverträglichkeit (2,2%), ein akuter Keratokonus (0,3%) oder Anwendungsprobleme (0,3%). Ein Abbruch des Linsentragens aufgrund von Anwendungsproblemen oder Unverträglichkeiten trat im weiteren Verlauf der Linsenanpassung nur in 4 Fällen (1,1%) auf.
Schlussfolgerung: Die Kontaktlinsenanpassung ist ein integraler Bestandteil der stadiengerechten Therapie des Keratokonus. In allen Keratokonusstadien kann ein guter Visus mit einer niedrigen Abbruchquote erreicht werden. Mehrheitlich erfolgt die Anpassung durch hochgasdurchlässige formstabile Linsen mit einer vierkurvigen Geometrie. In Anfangsstadien kann die Versorgung mit asphärischen Linsen ausreichend sein. Torische Linsen können in fortgeschrittenen Stadien genutzt werden, wenn durch rotationssymmetrische Linsen kein zufriedenstellender Sitz erreicht wird. Werden Kontaktlinsen erfolgreich angepasst, so erfolgt im weiteren Verlauf nur in wenigen Fällen ein Abbruch der Linsenanpassung. Background and Purpose: Keratoconus is a noninflammatory progressive corneal disease leading to progressive thinning and ectasia of the cornea and induces irregular astigmatism. Nowadays, keratoconus can be treated very well in a stage appropriate manner. A wide range of materials and designs of contact lenses are available for the treatment. The aim of this study was to describe the process of lens fitting in patients with keratoconus. More particularly, the fitted contact lenses, the visual outcome, the corneal changes and possible challenges should be examined. Patients and Methods: This study retrospectively examined the course of 351 eyes of 200 patients with the diagnosis of keratoconus who had contact lenses fitted between 2006 and 2016 at the Department of Ophthalmology, University of Saarland Medical Center in Homburg/Saar. The prescribed contact lens, results of the ophthalmological examination such as topography data, refraction, visual acuity as well as the required number of sample lenses and the cause of the abort of the lens fittings were examined. Results: The mean age at initial contact lens fitting was 33.9 ± 12.5 years. The majority of the patients were fitted rigid gas permeable (98.8%) four-curve (90.1%) contact lenses. Up to the final lens a median of 2 trial lenses were required (max. 16). The mean visual acuity with contact lens correction was 0.84 ± 0.22, the mean visual acuity with glasses correction was 0.54 ± 0.30. The fitting of aspherical lenses, in relation to the total number of aspherical lenses prescribed, was 87.5% in the keratoconus stages "1" to "2" (topographic keratoconus classification; Oculus Keratograph). Bitoric and back surface toric lenses were fitted to 62% in the keratoconus stages "2-3" to "4". In 7.7% of the eyes the keratoconus-lens fitting was discontinued due to the advanced keratoconus stage with required keratoplasty. Reasons for discontinuing contact lens fitting included amongst others, lens intolerance (2.2%), acute corneal hydrops (0.3%) or application problems (0.3%). A discontinuation of lens wearing due to application problems or incompatibilities occurred only in 4 cases (1.1%) in the further course after contact lens fitting. Conclusions: Lens fitting is an integral part of stage-appropriate therapy for keratoconus. In all stages of keratoconus, good visual acuity can be achieved with a low dropout rate. The majority of the fitting is done with rigid gas permeable lenses with a four-curve geometry. In the early stages aspherical lenses may be sufficient. Toric lenses can be fitted at advanced stages when a satisfactory fit cannot be achieved with rotationally symmetrical lenses. If contact lenses have been successfully fitted, there are only a few cases in which the lens fitting will be aborted. |
Link zu diesem Datensatz: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-373014 hdl:20.500.11880/33837 http://dx.doi.org/10.22028/D291-37301 |
Erstgutachter: | Eppig, Timo |
Tag der mündlichen Prüfung: | 19-Sep-2022 |
Datum des Eintrags: | 26-Sep-2022 |
Fakultät: | M - Medizinische Fakultät |
Fachrichtung: | M - Augenheilkunde |
Professur: | M - Prof. Dr. Berthold Seitz |
Sammlung: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
Dateien zu diesem Datensatz:
Datei | Beschreibung | Größe | Format | |
---|---|---|---|---|
Verlauf der Kontaktlinsenanpassung bei Keratokonus - Retrospektive Untersuchung bei 200 Patienten.pdf | Dissertation | 1,54 MB | Adobe PDF | Öffnen/Anzeigen |
Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.