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Online Abgabe Dissertation 29.9.2021.pdfPerioperative Geruchsstörungen bei supratentoriellen Meningeomen1,69 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Titel: Perioperative Geruchsstörungen bei Patienten mit supratentoriellen Meningeomen
VerfasserIn: Linnebach, Alan-Christopher UdsID
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2021
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Meningeome der Olfaktoriusrinne werden häufig mit dem Auftreten von Geruchsstörungen assoziiert. Inwiefern andere supratentorielle Lokalisationen mit perioperativen Riechstörungen assoziiert sind, ist bisher nur wenig untersucht worden. Daher hatte diese Arbeit das Ziel, perioperative Risikofaktoren für Geruchsstörungen bei Patienten mit supratentoriellen Meningeomen zu identifizieren. Die Riechfunktion von 63 Patienten mit supratentoriellen Meningeomen, die im Zeitraum von Januar 2015 bis Januar 2016 eine Meningeomresektion an der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes erhielten, wurde retrospektiv analysiert. Die sowohl präoperativ als auch postoperativ erhobene Riechfunktion wurde bei diesen Patienten seitengetrennt mit dem Sniffin‘ Sticks-Screening-12-Test evaluiert. Meningeome der vorderen Schädelbasis, bei denen der Tractus olfactorius infiltriert wurde, wurden gesondert ausgewertet. In diesem Kollektiv wurden sowohl mikroskopische als auch endoskopische Operationsvideos analysiert, um die anatomische Integrität des Tractus olfactorius nach erfolgter Tumorresektion in-situ mit dem postoperativen Geruchsfunktionsstatus korrelieren zu können. Zunächst wurden Meningeome mit anatomischem Bezug zum olfaktorischen System (Olfaktorius-, mediale Keilbeinflügel-Meningeome und Meningeome, die eine Mittellinienverlagerung über die Frontobasis verursachen) mit Meningeomen ohne anatomischen Bezug zum olfaktorischen System (Kontrollgruppe) verglichen. Bei Patienten mit Meningeomen mit Bezug zum olfaktorischen System war die präoperative ipsilaterale und bilaterale Anosmierate signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrollgruppe. Eine Subgruppenuntersuchung zeigte, dass Meningeome mit Mit-tellinienverlagerung über die vordere Schädelgrube mit einer präoperativ bestehenden beidseitigen Anosmie assoziiert waren. Ein höheres Patientenalter war ebenfalls mit einer schlechteren präoperativen Geruchsfunktion assoziiert. Das Risiko postoperativ eine neue Geruchsstörung auf der Seite der Tumorresektion zu erwerben, war bei Patienten mit Meningeomen mit anatomischem Bezug zum olfaktorischen System signifikant erhöht. Die Subgruppenanalyse zeigte hier, dass Patienten mit Olfaktorius-Meningeomen die Hauptrisikogruppe für eine postoperative Verschlechterung der Geruchsfunktion darstellten. Chirurgische Komplikationen (Liquorfistel, Blutung, Hydrozephalus, subdurales Hygrom und Infektion), die eine Reoperation erforderten, wurden als Hauptrisikofaktor für das Auftreten eines neuen beidseitigen Geruchsverlustes identifi-ziert. Bei Patienten mit einem Olfaktorius-Meningeom mit unilateraler oder bilateraler Ausdehnung zeigten sich in der seitengetrennten Geruchsdiagnostik bereits präoperativ Geruchsstörungen. Es wurde festgestellt, dass bei insgesamt 15 durch die Olfaktorius-Meningeome affektierten Tractus olfactorii 40% der Patienten auf der Seite der Tumorlokalisation anosmisch waren. Hierbei konnte die Tumorgröße invers mit der residuellen Geruchsfunktion assoziiert werden. Ein Tumorvolumen von mehr als 4 cm³ war mit einem Geruchsverlust assoziiert. Bei 9/15 präoperativ funktionell-intakten Tractus olfactorii konnte in acht Fällen eine Neurolyse durchgeführt werden. Bei allen acht intraoperativ erhaltenen Tractus olfactorii bestätigten die intraoperative Mikroskopie und Endoskopie die anatomische Integrität der neurolysierten Tractus olfactorii. In der postope-rativen Diagnostik wurde jedoch bei der Hälfte dieser Patienten (4/8) eine neue Anosmie auf der Seite der durchgeführten Neurolyse festgestellt. Mit dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass bestimmte anatomische Aspekte der supratentoriellen Meningeome bereits präoperativ eine Anosmie verursachen können. Neben der Tumorlokalisation in der Olfaktoriusrinne ist eine meningeominduzierte Mittellinienverlagerung des Frontallappens über die vordere Schädelgrube ein Risikofaktor für eine präoperative Anosmie. Weiterhin konnte bestätigt werden, dass bei Patienten mit vergleichsweise kleinen Olfaktorius-Meningeomen noch eine Geruchsfunktion vorhanden sein kann, wobei ein größeres Tumorvolumen das Risiko für eine präoperativ bestehende Riechfunktionsstörung erhöht. Die chirurgische Resektion eines Olfaktorius-Meningeoms stellt ein deutliches Risiko für einen Funktions-verlust dar, selbst dann, wenn der Tractus olfactorius durch Tumor-Neurolyse intraoperativ anatomisch erhalten werden kann. Chirurgische Komplikationen, die eine Reoperation erfordern, erhöhen das Risiko für das Auftreten eines neuen postoperativen Geruchsverlustes. Zusammengefasst sind Geruchsstörungen bei Patienten mit supratentoriellen Meningeomen vermutlich unterdiagnostiziert, da im Klinikalltag häufig keine perioperative Geruchstestung erfolgt. Eine präoperative seitengetrennte Evaluation der Riechfunktion kann unterdiagnostizierte Geruchsstörungen objektivieren. Bei der geplanten Resektion eines Olfaktorius-Meningeoms kann die präoperative Geruchstestung dazu beitragen, den geeigneten chirurgischen Korridor zu wählen.
Olfactory groove meningiomas are typically associated with olfactory dysfunction. Yet it remains to be determined whether other supratentorial meningioma locations are associated with impaired olfactory function. Therefore, this thesis aimed to investigate perioperative risk factors for olfactory dysfunction in patients suffering from supratentorial meningiomas. Between January 2015 and January 2016, a total of 63 patients with supratentorial meningiomas were operated on at the department of neurosurgery at Saarland University Hospital. Preoperative and postoperative olfactory performances assessed by a lateralized sniffing stick odor identification test were retrospectively reviewed. Anterior skull base meningiomas with infiltration of the olfactory tract were analyzed separately. Here, microscopic and endoscopic videos were analyzed to determine anatomic integrity of the olfactory structures at the end of tumor resection and facilitate correlation with postoperative olfactory function. Meningiomas affecting the olfactory system (olfactory groove meningiomas, meningiomas causing midline shift across the frontal base and medial sphenoid wing meningiomas) were compared to meningiomas in other locations (control group). Ipsilateral (ipsilesional) and bilateral anosmia rates in patients with meningiomas that affected the olfactory system were significantly increased compared to control patients. Subgroup analysis demonstrated that meningiomas causing a midline shift across the frontal base were related to increased preoperative bilateral anosmia rates. Increasing patient age was also significantly associated with preoperative impaired olfactory function. The risk for ipsilateral postoperative olfactory deterioration to anosmia was significantly higher in meningiomas affecting the olfactory system. Subgroup analysis demonstrated olfactory groove meningiomas to be the predominant risk group. Surgical complications requiring additional surgery (cerebrospinal fluid fistula, hemorrhage, hydrocephalus, subdural hygroma and infection) also demonstrated a major risk factor for bilateral anosmia. Patients suffering from olfactory groove meningiomas with either unilateral or bilateral extension already demonstrated preoperative lateralized olfactory dysfunction. Out of 15 olfactory tracts that were infiltrated by olfactory groove meningiomas, a total of 40% displayed preoperative anosmia. Tumor volume was an inverse risk factor for residual olfactory function. Tumor volumes exceeding 4 cm³ were associated with loss of function. In 9/15 preoperatively functioning sites, a total of 8/9 olfactory tracts could be neurolyzed from the meningioma while still achieving gross total meningioma resection. Microscopic and endoscopic videos confirmed anatomic integrity of all of the eight olfactory tracts. Postoperatively, however, 4/8 olfactory tracts displayed anosmia. Zusammenfassung 4 This thesis highlighted that specific anatomical aspects of supratentorial meningiomas are associated with impaired olfactory function. Besides olfactory groove meningiomas, meningiomas causing a midline shift across the frontal base are related to preoperative olfactory dysfunction. The preservation of residual olfactory function in minor olfactory groove meningiomas was confirmed, whereas increasing tumor volume itself displayed a risk factor for olfactory dysfunction in olfactory groove meningiomas. Additionally, the surgical resection of olfactory groove meningiomas demonstrated a significant risk for loss of olfactory function despite preservation of anatomical integrity of the olfactory tract. Surgical complications requiring re-operation are a major risk factor for postoperative anosmia. In summary, it is likely that olfactory dysfunction is underdiagnosed in patients suffering from supratentorial meningiomas due to lack of perioperative assessment. Lateralized testing may unveil underdiagnosed olfactory impairment. The knowledge of preoperative lateralized olfactory function may contribute to selecting the ideal surgical corridor to olfactory groove meningiomas.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-341630
hdl:20.500.11880/33182
http://dx.doi.org/10.22028/D291-34163
Erstgutachter: Oertel, Joachim
Tag der mündlichen Prüfung: 30-Jun-2021
Datum des Eintrags: 21-Jun-2022
Bemerkung/Hinweis: Tag der Prüfung 30.06.2021
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Neurochirurgie
Professur: M - Prof. Dr. Joachim Oertel
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes



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