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doi:10.22028/D291-35497
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Titel: | Unterschiede in der Behandlung von Nichttürkischstämmigen und Türkischstämmigen mit akuten Atemwegsinfektionen in einer saarländischen Hausarztpraxis |
VerfasserIn: | Wolf, Martin Klaus Thomas ![]() |
Sprache: | Deutsch |
Erscheinungsjahr: | 2021 |
Erscheinungsort: | Homburg/Saar |
DDC-Sachgruppe: | 610 Medizin, Gesundheit |
Dokumenttyp: | Dissertation |
Abstract: | Zusammenfassung
Hintergrund: Türkischstämmige Patienten verlangen bei der hausärztlichen Behandlung häufiger Medikamente als Nicht-Türkischstämmige. Kulturelle Unterschiede zwischen Patienten und Arzt als auch Vorurteile prägen die Wahrnehmung von Patientenbeschwerden und das Verordnungsverhalten von Ärzten.
Zielsetzung: Diese Arbeit untersucht, ob Türkischstämmige bei akuten Atemwegsinfektionen den Hausarzt häufiger aufsuchen, häufiger Antibiotika erhalten und häufiger krankgeschrieben werden als Nicht-Türkischstämmige.
Methoden: In einer saarländischen Hausarztpraxis wurden n = 5844 Erkrankungsfälle von akuten Atemwegsinfektionen durch eine retrospektive Analyse der Praxisdaten von Nicht-Türkischstämmigen und Türkischstämmigen über 19 Quartale (2014 – 2019) erfasst. Es wurde differenziert nach Alter, Geschlecht, Türkischstämmigkeit, Diagnosen, Konsultationshäufigkeit, Antibiotikaverordnungen und Arbeitsunfähigkeit. Wegen Gruppenungleichheit zwischen Nicht-Türkischstämmigen und Türkischstämmigen wurden insbesondere die relativen Häufigkeiten betrachtet.
Ergebnisse: Türkischstämmige (Altersmedian 31 Jahre) konsultierten den Hausarzt mit akuten Atemwegsinfektionen signifikant häufiger als Nicht-Türkischstämmige (Altersmedian 45 Jahre). Bei einem Anteil Türkischstämmiger von 5 % des Praxiskollektivs wurden aber 6,7 % der türkischstämmigen Patienten vorstellig (p < 0,05). Bei den Erkrankungsfällen erhöhte sich die Quote der Türkischstämmigen sogar auf 7,2 %. Dies führte aber nicht zu einer relativen Zunahme von Antibiotikarezepten oder AU-Bescheinigungen. Im Gegenteil erfolgte dies tendenziell häufiger bei den Nicht-Türkischstämmigen (statistisch nicht signifikant).
Schlussfolgerungen: Der interkulturelle Unterschied von Türkischstämmigen hatte lediglich Einfluss auf das Konsultationsverhalten. Er war jedoch nicht auf die Antibiotikaverordnungen und Arbeitsunfähigkeits-Attestierungen festzustellen. Zukünftige Studien sollten – angesichts rezenter demographischer Entwicklungen – das Krankheitsverhalten auch von Patienten mit asiatischem und afrikanischem Migrationshintergrund beleuchten unter dem Aspekt der Effekte auf die hausärztliche Behandlung in Deutschland. Summary Background: Patients of Turkish descent request medication more frequently than patients of non-Turkish descent during primary care treatment. Cultural differences between patients and physicians as well as prejudices shape the perception of patient complaints and the prescribing behavior of physicians. Objective: This work examines whether people of Turkish descent see their primary care physician more often for acute respiratory infections, receive antibiotics more often, and are prescribed sick leave more often than people of non-Turkish descent. Methods: In a Saarland family practice, n = 5844 cases of acute respiratory tract infections were recorded by retrospective analysis of practice data of patients of non-Turkish and Turkish descent over 19 quarters (2014 - 2019). Differentiation was made by age, sex, Turkish ethnicity, diagnoses, frequency of consultations, antibiotic prescriptions, and work disability. Due to group disparities between individuals of non-Turkish and Turkish descent, relative frequencies were considered in particular. Results: Patients of Turkish descent (median age 31 years) consulted the primary care physician with acute respiratory infections significantly more often than patients of non-Turkish descent (median age 45 years). However, with 5 % of the practice collective being of Turkish descent, 6.7 % of patients of Turkish descent presented (p < 0.05). For cases of disease, the rate of those of Turkish descent actually increased to 7.2 %. However, this did not result in a relative increase in antibiotic prescriptions or sick leave certificates. On the contrary, this tended to occur more frequently among those of non-Turkish descent (not statistically significant). Conclusions: The cross-cultural difference of patients of Turkish descent only affected consultation behavior. However, it was not observed on antibiotic prescriptions and sick leave certificates. Future studies should - in view of recent demographic developments - also examine the illness behavior of patients with an Asian and African migration background under the aspect of the effects on GP treatment in Germany. |
Link zu diesem Datensatz: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-354977 hdl:20.500.11880/32562 http://dx.doi.org/10.22028/D291-35497 |
Erstgutachter: | Jäger, Johannes |
Tag der mündlichen Prüfung: | 14-Feb-2022 |
Datum des Eintrags: | 9-Mär-2022 |
Fakultät: | M - Medizinische Fakultät |
Fachrichtung: | M - Zentrum für Allgemeinmedizin |
Professur: | M - Keiner Professur zugeordnet |
Sammlung: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
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