Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-33318
Titel: Erfassung der Verwendung von Wunddrainagen in der Dermatochirurgie im stationären und ambulanten Sektor durch Mitglieder der DGDC
VerfasserIn: Ruers, Stephanie Sophia
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2020
Erscheinungsort: Homburg/Saar
Kontrollierte Schlagwörter: Hautchirurgie
Drainage
Verwendung
Optimierung
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Hintergrund: Das Thema der Wunddrainage ist ein Bereich in der Medizin, welcher häufig Anwendung bei operativen Eingriffen findet. Bis heute existieren jedoch keine zielgerichteten Indikationen für den Einsatz einer Wunddrainage. Noch immer wird die Diskussion über die Notwendigkeit einer Drainage kontrovers geführt und es liegen nur sehr wenige publizierte Daten zu diesem Thema im Fachbereich der Dermatochirurgie vor. Ziel der Arbeit: Mit Hilfe der neu gewonnenen Daten bezüglich der Verwendung von Wunddrainagen der Mitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie“ (DGDC) sollen unter Einbezug der aktuellen Fachliteratur Ergebnisse erarbeitet werden, die einer Optimierung der Verwendung von Wunddrainagen dienen. Außerdem sollen Risikofaktoren ermittelt werden, die das Auftreten von Komplikationen beim Gebrauch von Drainagen begünstigen sowie mögliche Unterschiede zwischen ambulant und stationär tätigen Dermatochirurgen festgestellt werden. Dies dient der Erfassung der Anwendungskriterien, Anwendungshäufigkeiten und Anwendungsfaktoren von Wunddrainagen im dermatochirurgischen Bereich. Methode: Am 20.07.2017 wurde der Online-Fragebogen 10 Testpersonen als Pilotaussendung zugestellt. Zum Zeitpunkt des Versands hatte die DGDC 1094 Mitglieder. Die definitive Aussendung erfolgte dann am 14.09.2017 an 965 Mitglieder der DGDC, da von den restlichen Mitgliedern keine E-Mail-Adresse existierte. 203 Mailer Daemons kamen zurück, sodass effektiv 762 Personen den Fragebogen erhielten. Davon haben insgesamt 97 Personen geantwortet, was eine Rücklaufquote von 12,73 % bedeutet. Die Beantwortung der Fragen sowie die Auswertung der Fragebögen erfolgten anonymisiert. Ergebnisse: Von den insgesamt 97 Dermatochirurgen, welche auf den Fragebogen geantwortet haben, verwenden 49 Personen Wunddrainagen. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 50,52 %. Die im Fragebogen aufgelisteten Drainagesysteme beinhalten Niedervakuum-, Hochvakuum-, Redon-, Spül-Saug- und Laschen-Drainagen. Am häufigsten davon wird das Redon-Drainagesystem verwendet (89,80 %). Im Hinblick auf die Einrichtung wurde ebenfalls differenziert. Die Ergebnisse zeigten dabei, dass Kliniken signifikant häufiger Wunddrainagen verwenden als Praxen (p = 0,000). Die Verwendung einer Drainage machen die DGDC Mitglieder hauptsächlich von den Faktoren der Operationsgröße (81,63 %) sowie dem komplexen Wundverschluss (75,51 %) abhängig, weniger aber von der Operationsdauer (22,45 %). Zu den Wirkungen, die von einer Drainage erwartet werden, zählen hauptsächlich die Vermeidung von Hämatomen sowie Seromen und die verbesserte Wundheilung, besonders im Rahmen umfangreicher Lappenplastiken. Ältere Patienten (> 60. Lebensjahr) sowie Patienten mit Gefäßerkrankungen (CVI, pAVK o.a.) konnten nicht als Risikogruppen identifiziert werden (0,00 %), während Adipositas-Patienten (24,49 %) neben Rauchern und Diabetikern (jeweils 12,24 %) die höchste Risikogruppe hinsichtlich des Auftretens von Komplikationen ergaben. Die Ergebnisse zeigten, dass Schmerzen die relevanteste Problematik bezüglich Drainage-assoziierten Komplikationen darstellten (36,73 %). Wundinfektionen beobachteten 10,20 % der Befragten, was für den Fachbereich der Dermatochirurgie einen vergleichsweise hohen Wert bedeutet. Schlussfolgerungen: Es stellte sich heraus, dass das Legen einer Drainage hauptsächlich von der Operationsgröße, aber auch von individuellen Faktoren wie beispielsweise der Tiefe und Lokalisation der Wunde abhängig gemacht wird. Technische Komplikationen konnten nicht festgestellt werden, weshalb die Handhabung der Wunddrainage keine Problematik zu beinhalten scheint. Nachteilig sind allerdings die beim Patienten entstehenden Schmerzen im Zusammenhang mit Wunddrainagen. Aufgrund der Tatsache, dass sich für den Fachbereich der Dermatochirurgie ein erhöhter Wundinfektionswert herausgestellt hat, müssen zukünftig Möglichkeiten erhoben werden, welche das Infektionsrisiko senken können.
Registration of the use of wound drains in dermatological surgery in the stationary and ambulant sector by members of the DGDC Background: The subject of wound drainage is an area in medicine that is frequently used in surgical procedures. But even today, there are still no specific indications for the use of drains. Up to now, the discussion about the need of drains is controversial and there are only a few published data in the dermatosurgical field. Aim: With the help of the newly acquired data concerning the use of drains by members of the DGDC, results are to be worked out with reference to the current literature, to improve the use of drainage systems. Furthermore, risk factors should also be identified which favour the occurence of complications by using a drainage as well as possible differences between dermatosurgeons working in stationary or ambulant sectors. This serves to registrate the application criteria, application frequencies and application factors by using wound drainages in dermatological surgery. Methods: On 20th july 2017 an online-questionnaire was sent to 10 test persons as a pilot mailing. By the time of transmission, the DGDC had 1094 members. The final mailing was sent on 14th september 2017 to 965 members of the DGDC due to the fact that no e-mail address existed from the remaining members. 203 mailer daemons returned, so that effectively 762 people received the questionnaire. A total amount of 97 people answered the questionnaire, which means a response rate of 12,73 %. The answers to the questions and the evaluation of the questionnaires were made anonymously. Results: Out of the total 97 dermatosurgeons, who answered the questionnaire, 49 people use drains. This corresponds to a percentage share of 50,52 %. The drainage systems listed in the questionnaire include low vakuum-, high vakuum-, Redon-, Flush-Suction-drains and Corrugated drains. Out of them the Redon drainage is the most frequently used one (89,80 %). The results showed that clinics use drainages significantly more often than medical practices (p = 0,000). The use of drainage by members of the DGDC mainly depends on the factors of operation size (81,63 %) and complex wound closure (75,51 %), but less on the duration of the operation (22,45 %). The effects expected from wound drainage are mostly the prevention of hematomas and seromas and the improved wound healing, especially in the context of extensive flap plasty. Older patients (> 60 years of age) and patients with vascular diseases (CVI, pAVK and similar) could not be identified as risk groups (0,00 %), whereas obesity (24,49 %), beside smokers and diabetes (each 12,24 %), is the highest risk group regarding the occurrence of complications. The results showed that pain was the most relevant problem in conjunction with drain-associated complications (36,73 %). Wound infections are observed by 10,20 % of the interviewed persons, which means a comparatively high value for the area of dermatosurgical interventions. Conclusion: It turned out that the placement of drainage depends essentially on the size of the operation, but also on individual factors such as the depth and location of the wound. Technical complications could not be detected (0,00 %), therefore the handling of the wound drainage does not seem to be a problem. However, disadvantageous is the pain the patient suffers by using a drain. Due to the fact that an increased wound infection rate has been found for the dermatosurgery, possibilities must be investigated in the future, which can reduce the risk of infection.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-333189
hdl:20.500.11880/30889
http://dx.doi.org/10.22028/D291-33318
Erstgutachter: Müller, Cornelia
Tag der mündlichen Prüfung: 23-Dez-2020
Datum des Eintrags: 16-Mär-2021
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Dermatologie
Professur: M - Prof. Dr. Thomas Vogt
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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