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doi:10.22028/D291-33238
Titel: | Inzidenz, Ätiologie und Bedeutung der dilatativen Koronaropathie und ihre Assoziation mit dem Tumorsuppressorgens p53 |
VerfasserIn: | Hess, Werner Jakob |
Sprache: | Deutsch |
Erscheinungsjahr: | 2012 |
Erscheinungsort: | Homburg/Saar |
DDC-Sachgruppe: | 610 Medizin, Gesundheit |
Dokumenttyp: | Dissertation |
Abstract: | Die dilatative Koronaropathie (DCP) ist eine Sonderform der koronaren Herzerkrankung. Ihre Kennzeichen sind Ektasien bzw. Aneurysmata der Koronararterien. Typische angiographische Befunde sind:
− eine Verzögerung von Kontrastmittelfüllung und –abstrom (slow flow)
− die Ausbildung von Kontrastmitteldepots
− ein systolisch-diastolisches Pendelverhalten des Kontrastmittels.
Gegenwärtig ist nur sehr wenig über Inzidenz, Risikofaktoren und Symptomatik der dila-tativen Koronaropathie bekannt. In der vorliegenden Arbeit wurden retrospektiv die Daten von 14.758 Patienten, die sich einer Herzkatheteruntersuchung unterzogen hatten, im Hinblick auf das Vorliegen einer dilatativen Koronaropathie ausgewertet und auf Unterschiede zu und Gemeinsamkeiten mit stenosierender koronarer Herzkrankheit verglichen.
Das Tumorsuppressorgen p53 und das Gen mdm2 wurden auf einen Zusammenhang zwischen DCP und Einzelbasenpolymorphismen prospektiv an 118 DCP-Patienten untersucht.
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit waren:
− Endemik: Die Häufigkeit der dilatativen Koronaropathie betrug 0,71 %. Die Männer (80,6 %) waren gegenüber den Frauen (19,4%) bei den 105 DCP-Patienten stärker vertreten. Der Altersdurchschnitt betrug 67 Jahre.
− Risikofaktoren: Die häufigsten Risikofakotren waren die arterielle Hypertonie (95,2 %) und die Hyperlipoproteinämie (87,6 %).
− Symptomatik: 35,2 % der Patienten wiesen eine pektanginöse Symptomatik im CCS-Stadium II auf und 41,0 % eine Dyspnoe im NYHA-Stadium I.
− Klinik: Die rechte Kranzarterie (88,6%) war signifikant häufiger betroffen als die linke Koronararterie (72,4%).
− Die linksventrikuläre Funktion war lävokardiographisch bei 29,5 % der Patienten eingeschränkt.
− Anhand der Koronarangiogramme wurden die Gefäßdurchmesser ermittelt. Die rechte Kranzaterie hatte signifikant größere Lumendurchmesser als der Ramus circumflexus und der Ramus intervenricularis anterior. Die Dilatationen waren bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen.37 der Patienten hatten einen Myokardinfarkt erlitten. Bei 29 von ihnen bestanden gleichzeitig Stenosen der Koronararterien. 8 Patienten hatten nur dilatative Wandveränderungen. Hinterwandinfarkte traten am häufigsten (62,1 %) auf.
− Differentialdiagnose: Die DCP-Patienten wurden mit einer Patientengruppe mit rein stenosierender koronarer Herzkrankheit und einer Kontrollgruppe ohne jegliche Wandveränderungen verglichen.
- Die kardiovaskulären Risikofaktoren waren fast in allen drei Gruppen vergleichbar häufig vertreten.
- Patienten ohne Wandveränderungen hatten im Vergleich mit den beiden anderen Gruppen einen niedrigeren Spiegel an C-reaktivem Protein.
- Echokardiographisch hatten Patienten mit dilatativer Koronaropathie eine stärkere Wandhypertrophie und größere Aortenwurzeldurchmesser als die Personen beider anderer Gruppen.
− Untersuchungen zur Assoziation der dilatativen Koronaropathie mit Einzelbasenpolymorphismen in den Genen p53 und mdm2 ergaben keine signifikanten Unterschiede zu einer Vergleichsgruppe gesunder Blutspender. Lediglich bei neun weiblichen Patienten trat beim Polymorphismus SNP 309T/G das Allel GG signifikant häufiger und das Allel GT signifikant weniger häufig auf. Um das Ergebnis abzusichern, sind jedoch weitere Untersuchungen an größeren Stichproben notwendig.
− Prognose: Myokardinfarkte traten bei den Patienten der Kontrollgruppe nicht auf, bei DCP-Patienten waren sie fast genauso häufig wie bei Personen mit rein stenosierender KHK. Allein diese Tatsache unterstreicht die wichtige Bedeutung dieser Sonderform der koronaren Herzkrankheit, da die Inzidenz mit ca. 1 % nicht gering ist, Symptome auftreten, die einer KHK im Stadium III entsprechen und das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich erhöht ist.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, daß die dilatative Koronaropathie prognostisch einer stenosierenden koronaren Herzerkrankung gleichkommt. Incidence, etiology, and relevance of the dilated coronary angiopathy and the role of the tumor suppressor gene p53 This study represents a retrospective investigation of 14,758 patients who underwent coronary angiography. The aim of the study was the evaluation of the dilated coronary angiopathy as a special form of the coronary heart disease. We revealed an occurrence of 0.71 % for this disease with a preference for the male gender (80.6 %) and a mean age of 67 years. Quantitative measurements of the vessel diameter of the coronary angiograms showed a significant larger lumen diameter of the right coronary artery as compared to the left arteries CX and LAD. Moreover, the RCA was the most frequent affected vessel for this disease. The quantitative vessel dilation was higher in male than in female patients. Most of the patients suffered from cardiovascular risk factors, the most frequent were hypertension (95.2 %) and hyperlipoproteinaemia (87.6 %). A reduced left ventricular systolic function was seen in 29.5% of the patients. Concerning the complaints, most of the patients had angina in CCS class II (35.2 %) and congestive heart failure in NYHA class I (41.0 %). 35 % of the patients suffered a myocardial infarction, only 29 % showed coronary stenosis in the angiogram. The posterior wall infarction was the most frequent localization (59 %). The patients who suffered an infarction showed significant higher levels of C-reactive protein and of fibrinogen compared to the patients without infarction. The patients were compared to a control group of patients with narrowed coronary arteries and to another group of patients without any coronary vessel abnormities. There were no significant differences in the prevalence of risk factors among these three groups. CRP was significantly lower in the group without vessel abnormities compared to both other groups. Echocardiography revealed a larger ventricular wall hypertrophy as well as a greater aortic root diameter in patients with dilated coronaropathy compared to the other groups. There were no myocardial infarctions in the group without vessel abnormities. The prevalence of myocardial infarction in patients with dilated coronaropathy was as high as in patients with significant stenosis in all three coronary vessels. This aspect emphasizes the significance of the dilated coronaropathy as a special form of coronary heart disease Analysis of the association of dilated coronaropathy with single base polymorphisms of the genes p53 and mdm2 revealed no significant differences to a reference group of healthy blood donors. There were merely nine female patients revealing a significantly higher occurrence of the allele GG and a significantly lower frequency of the allele GT of the polymorphism SNP 309T/G. Further studies on larger samples, however, are necessary to verify this result. |
Link zu diesem Datensatz: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-332384 hdl:20.500.11880/30587 http://dx.doi.org/10.22028/D291-33238 |
Erstgutachter: | Böhm, Michael |
Tag der mündlichen Prüfung: | 20-Aug-2018 |
Datum des Eintrags: | 8-Feb-2021 |
Fakultät: | M - Medizinische Fakultät |
Fachrichtung: | M - Innere Medizin |
Professur: | M - Prof. Dr. Michael Böhm |
Sammlung: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
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