Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-33060
Dateien zu diesem Datensatz:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
Dissertation_Sahin_Elektr. Version.pdfDissertation2,25 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Titel: Determinanten der präimplantologischen Augmentation : eine Untersuchung zur Feststellung klinischer Behandlungsroutinen
VerfasserIn: Sahin, Aynur UdsID
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2020
Erscheinungsort: Homburg/Saar
Kontrollierte Schlagwörter: Alveolarkamm
Atrophie
Freie Schlagwörter: atrophierter schmaler Kieferkamm
Präimplantolgische Techniken
Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg
Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Therapieentscheidung
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Die vorliegende Studie untersucht, welche präimplantologischen Techniken zur Vorbereitung des atrophierten schmalen Kieferkamms auf eine adäquate Implantation von Chirurgen favorisiert werden. Darüber hinaus sollte der Einfluss des unterschiedlichen Ausbildungsweges bei Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Oralchirurgen sowie bestimmter Prädiktoren auf die Therapieentscheidung eruiert werden. Mit Hilfe eines Befragungsbogens, der an 250 Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Oralchirurgen gesendet wurde, sollte diesen Fragen nachgegangen werden. Die Rücklaufquote betrug 46,8%. Therapie der Wahl bei der Behandlung des zahnlosen Unterkiefers ist Resektion und der Einsatz von Knochenersatzmaterial. Bei der Schaltlücke steht eher die Rekonstruktion des Kieferkamms im Vordergrund. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen wenden bei identischen klinischen Ausgangsbedingungen häufiger invasivere Methoden an als Oralchirurgen. Patientenbezogene Merkmale wie Tabakkonsum, notwendige Endokarditisprophylaxe und Bisphosphonate haben Einfluss auf die Therapieentscheidung.
Determinants of pre-implant augmentation – an investigation of clinical treatment rou-tines The objective of this study was to examine which pre-implant procedures are preferred by surgeons when preparing narrow atrophic alveolar ridges for adequate implantation. In addi-tion, influences of the different training pathways for maxillofacial surgeons (MFS) and oral surgeons (OS) as well as certain predictors on therapy decisions were determined. These is-sues were examined with the help of a three-part questionnaire. The first part contained doc-tor- and practice-related characteristics. The second part detailed clinical routines for pre-implant treatment of narrow parts of alveolar ridges. The third part consisted of clinical case vignettes. A total of 250 maxillofacial and oral surgeons received the questionnaire; 117 (46.8 %) com-pleted and returned it. There were no significant differences between the two groups in professional experience and postgraduate training. More than half the surgeons inserted between 100 and 500 implants per year, about one third (29.1 %) between 500 and 1000 implants, and only 6.4 % more than 1000 implants. A further outcome was that maxillofacial surgeons placed significantly more implants than oral surgeons. In the second part of the questionnaire, the study participants were asked about treatment op-tions for edentulous mandibles and single tooth gaps. Treatment options included bone split-ting, bone block grafting, augmentation with bone substitutes and/or particulate autogenous bone, distraction, mesh and resection. For edentulous mandibles, the surgeons preferred bone substitutes, followed by resection. For single tooth gaps, they also preferred bone substitutes, but followed by bone block grafting. Resection was rejected by almost all participants. Bone block grafting was significantly more often associated with maxillofacial surgeons, and bone substitute with oral surgeons. In general, maxillofacial surgeons preferred more invasive pre-implant treatment methods in cases with the same initial diagnoses, as compared to oral surgeons. In the third part of the questionnaire, the surgeons received four vignettes with real patient cases, two with edentulous mandibles, and two with single tooth gaps. The case vignettes con-tained anamneses, clinical findings and x-rays (orthopantomograms and cone beam computed tomography (CBCT) sections). The augmentation techniques specified were bone splitting, bone block grafting, augmentation with bone substitutes, resection or “no therapy”. Each vignette had two variable descriptors. In the edentulous mandible cases, the descriptors were the patient's age and smoking behavior, potential fear of the treatment and any existing radiation therapy. Resection was by far preferred to all other forms of therapy, regardless of the four determi-nants. In the case of older patients, the surgeons tended to refrain from complex and invasive interventions. Smoking as a risk factor generally led to rejection of interventions. Fear of in-terventions had no significant influence on therapy decisions; radiation therapy only influ-enced bone splits. In the single tooth gap cases, the descriptors were the patient's age and any endocarditis prophylaxis, the patient’s attitude towards the treatment and any bisphosphonate therapy. Here, the patient's age and fear seemed to have no influence on the therapy decisions made by oral surgeons, and only a marginal influence on the decisions made by maxillofacial surgeons. The surgeons were critical of any endocarditis prophylaxis or bisphosphonate therapy.
Die vorliegende Studie sollte untersuchen, welche präimplantologischen Techniken zur Vor-bereitung des atrophierten schmalen Kieferkamms auf eine adäquate Implantation von Chi-rurgen favorisiert werden. Darüber hinaus sollte der Einfluss des unterschiedlichen Ausbil-dungsweges bei Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (MKG-Chirurgen) und Oralchirurgen sowie bestimmter Prädiktoren auf die Therapieentscheidung eruiert werden. Mit Hilfe eines Befragungsbogens, der aus drei Teilen bestand, sollte diesen Fragen nachgegangen werden. Der erste Teil beinhaltete die arzt- und praxisbezogenen Charakteristika. Der zweite Teil gab die klinischen Routinen bei der präimplantologischen Behandlung schmaler Kieferkamman-teile wieder. Der dritte Teil bestand aus klinischen Fallvignetten. 250 MKG- und Oralchirurgen erhielten den Befragungsbogen, davon kamen 117 (46,8%) beantwortet zurück. Hinsichtlich der Berufserfahrung sowie postgraduierter Fortbildungen gab es keine signifikan-ten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Mehr als die Hälfte der Chirurgen inserierten jährlich zwischen 100 und 500 Implantaten, etwa ein Drittel (29,1%) zwischen 500 und 1000 Implantaten und nur 6,4% mehr als 1000 Implantate. MKG-Chirurgen setzten signifikant mehr Implantate als Oralchirurgen. Im zweiten Teil des Fragebogens wurden die Studienteilnehmer nach Behandlungsoptionen für den zahnlosen Unterkiefer und für die Schaltlücke befragt. Zu den Behandlungsoptionen gehörten Bone Split, Knochenblock, Augmentation mit Knochenersatzmaterial und/oder par-tikuliertem Knochen, Distraktion, Mesh und Resektion. Für den zahnlosen Unterkiefer wurde von den Chirurgen Knochenersatzmaterial bevorzugt, gefolgt von Resektion. Auch für die Schaltlücke präferierten die Studienteilnehmer am häu-figsten Knochenersatzmaterial, hier allerdings gefolgt von Knochenblock. Resektion wurde von so gut wie allen Teilnehmern abgelehnt. Statistisch signifikant war Knochenblock häufi-ger mit MKG-Chirurgen und Knochenersatzmaterial mit Oralchirurgen assoziiert. Im Allgemeinen bevorzugten MKG-Chirurgen bei derselben initialen Diagnostik invasivere präimplantologische Behandlungsmethoden im Vergleich zu Oralchirurgen. Im dritten Teil des Fragebogens erhielten die Chirurgen vier Vignetten mit realen Patienten-fällen, zwei mit zahnlosem Unterkiefer, zwei mit Schaltlücke. Die Fallvignetten enthielten Anamnese, klinische Befunde und Röntgenbilder (Orthopantomogramm und Ausschnitte von Zusammenfassung 2 digitalen Volumentomographien). Vorgegebene Augmentationstechniken waren Bone Split, Knochenblock, Augmentation mit Knochenersatzmaterial, Resektion oder „keine Therapie“. Jede dieser Vignette hatte jeweils zwei variable Deskriptoren. Bei den Fallvignetten mit dem zahnlosen Unterkiefer waren die Deskriptoren das Patientenalter und das Rauchverhalten so-wie eine mögliche Angst des Patienten der Behandlung gegenüber und eine bestehende Strah-lentherapie. Die Resektion wurde mit großem Abstand vor allen anderen Therapieformen präferiert, unab-hängig von den vier Determinanten. Bei höherem Patientenalter nahmen Chirurgen eher Ab-stand von komplexen und invasiven Eingriffen. Rauchen als Risikofaktor führte generell eher zu einer Eingriffsablehnung. Die Eingriffsangst hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Therapieentscheidung, eine Radiatiotherapie lediglich auf einen Bone Split. Bei der Schaltlücke waren die Deskriptoren das Patientenalter und eine mögliche Endokardi-tisprophylaxe sowie die Eingriffseinstellung und mögliche Bisphosphonat-Therapie. Patien-tenalter wie Patientenangst schienen bei der Schaltlücke keinen Einfluss auf die Therapieent-scheidung der Oralchirurgen zu haben und bei MKG-Chirurgen nur gering. Einer möglichen Endokarditisprophylaxe sowie Bisphosphonat-Therapie standen die Chirurgen kritisch gegenüber.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-330602
hdl:20.500.11880/30434
http://dx.doi.org/10.22028/D291-33060
Erstgutachter: Korsch, Michael
Tag der mündlichen Prüfung: 17-Nov-2020
Datum des Eintrags: 25-Jan-2021
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Professur: M - Prof. Dr. Matthias Hannig
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes



Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.