Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-32515
Titel: Therapie von Lokalrezidiven nach Mammakarzinom
VerfasserIn: Schmidt, Marina
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2019
Erscheinungsort: Homburg/Saar
Kontrollierte Schlagwörter: Brustkrebs
Rezidiv
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: 1. Zusammenfassung Hintergrund Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Obwohl es viele Studien hierzu gibt, ist die Datenlage im Hinblick auf die optimale Therapie bei Lokalrezidiv nach Mammakarzinom gering. Einige Studien deuten darauf hin, dass Patientinnen von einer Behandlung mit Chemotherapie profitieren. Insbesondere Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativem Lokalrezidiv. Zielsetzung Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden, ob bestimmte Therapien für Patientinnen mit Lokalrezidiv nach Mammakarzinom einen Vorteil im Hinblick auf Gesamtüberleben und krankheitsfreies Überleben bringen. Methodik In der vorliegenden Arbeit werden die Daten einer retrospektiven Studie der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes vorgestellt. Dafür untersuchten wir Patientinnen mit Lokalrezidiv nach Mammakarzinom im Hinblick auf Gesamtüberleben und krankheitsfreien Überleben sowie deren Therapien. Eingeschlossen waren nur Patientinnen ohne Fernmetastasen. Zur Auswertung der erhaltenen Therapie und dem aktuellen onkologischen Status wurde ein Fragebogen erstellt, an die Patientinnen verschickt und ausgewertet. Die Auswertung erfolgte mithilfe von Microsoft Excel. Ergebnisse Es wurden n=93 Patientinnen retrospektiv betrachtet, bei denen im Zeitraum von Januar 2005 bis September 2013 ein Lokalrezidiv nach Mammakarzinom diagnostiziert wurde. Das durchschnittliche Patientinnenalter bei Diagnosestellung des Lokalrezidivs lag bei 60,6 ± 12,8 Jahre (range 36-88 Jahre). Zwischen dem Diagnosezeitpunkt des Ersttumors und Lokalrezidiv lagen im Durchschnitt 99 ± 77 Monate. Das durchschnittliche Follow – up lag bei 37 ± 25 Monaten (range 0-103 Monate) nach Rezidivdiagnose, wobei n=68 (73,1%) Patientinnen leben, n=8 (8,6%) verstorben sind, n=4 (4,3%) derzeit in Progress sind und von n=13 (14,0%) der Status unbekannt ist. Insgesamt erkrankten n=12 (12,9%) Patientinnen durch ein erneutes Rezidiv, hiervon n=5 (5,4%) in Form von einem erneuten Lokalrezidiv und n=7 (7,5%) in Form von Metastasen. In der Subgruppenanalyse zwischen den Patientinnen mit oder ohne Chemotherapie bei Therapie des Lokalrezidivs, lag das krankheitsfreie Überleben nach 63 Monaten bei der Gruppe mit Chemotherapie bei 76%, bei der Gruppe ohne Chemotherapie bei 73% (p=0,772). Das Gesamtüberleben der Gruppe mit Chemotherapie lag nach 74 Monaten bei 94%, im Vergleich zu der Gruppe ohne Chemotherapie bei 70% (p=0,748). Die Anzahl der Östrogenrezeptor-negativen Patientinnen lag bei n=34, wovon n=18 eine Chemotherapie und n=16 keine Chemotherapie erhielten. Nach 63 Monaten waren 100% der n=18 Patientinnen, die Chemotherapie erhielten, im Vergleich zu 62% der n=16 Patientinnen ohne Chemotherapie, am Leben (p=0,160). Beim Vergleich des Gesamtüberlebens der Östrogenrezeptor-positiven Lokalrezidive konnte nach 76 Monaten kein deutlicher Unterschied festgestellt werden. Von den Patientinnen, die eine Radiatio als Therapie des Lokalrezidivs erhielten, sind nach 5 Jahren 77% rezidivfrei. Die Patientinnen ohne Radiatio des Lokalrezidivs haben nach 5 Jahren eine Rezidivfreiheit von 70%. Schlussfolgerung Patientinnen mit einem Lokalrezidiv scheinen nicht von einer Chemotherapie zu profitieren. In der Subgruppe der Patientinnen mit einem Hormonrezeptornegativem Karzinom hingegen gibt es einen Trend zu Gunsten der chemotherapierten Patientinnen. Eine Radiatio bei Behandlung des Lokalrezidivs zeigte einen Vorteil bezüglich des krankheitsfreien Überlebens. Diese Daten bestätigen die Ergebnisse der Literatur.
Summary Introduction There is widespread consent that isolated locoregional recurrence (ILRR) in breast cancer should be treated surgically. Searching literature and guidelines most studies include ipsilateral recurrence in breast tissue or on thoracic wall post-mastectomy, recurrence in scar tissue as well as in ipsilateral axillary lymph nodes. Some studies discuss metachrone contalateral breast cancer as ILRR. About 10-35% of women with primary breast cancer suffer from ILRR. The existing data concerning the role of systemic therapy in the treatment of ILRR is insufficient. We investigated the influence of chemotherapy on disease-free survival (DFS) and overall-survival (OS). Methods Retrospective analysis of all patients with ILRR and without distant metastasis was done, which were treated at our university hospital between 2005 and 2013. Data collection used patients‘ data base system and was followed via patient questionnaires. Results In total, we collected data of 93 patients with locally recurrent breast cancer and observed a 72.6% questionnaire response rate. Average timeline accounted for 99 months between primary diagnosis and local recurrence; average age of patients at diagnosis of local recurrence was 60.6 years. After a follow-up of 63 months disease-free survival (DFS) reached 89% with and 85% without chemotherapy, and after 74 months overall survival amounted to 95% and 89% respectively. Conclusion Almost all patients with ILRR were operated. Especially patients with hormone receptor-negative recurrent breast cancer seemed to show a benefit having been treated with chemotherapy. Most patients were without recurrence after their particular therapies.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-325152
hdl:20.500.11880/29861
http://dx.doi.org/10.22028/D291-32515
Erstgutachter: Juhasz-Böss, Ingolf
Tag der mündlichen Prüfung: 5-Feb-2020
Datum des Eintrags: 14-Okt-2020
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Frauenheilkunde
Professur: M - Prof. Dr. E.-F. Solomayer
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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