Please use this identifier to cite or link to this item: doi:10.22028/D291-32310
Title: Auswirkungen von Augentropfen aus semifluorierten Alkanen auf die Augensymptomatik bei Patienten mit Aniridie : Vergleich der Augensymptomatik anhand des standardisierten Fragebogens OSDI
Author(s): Droste zu Senden, Marie-Sidonie Freiin
Language: German
Year of Publication: 2019
Place of publication: Homburg/Saar
SWD key words: Augentropfen
Alkane
Free key words: Aniridie
DDC notations: 610 Medicine and health
Publikation type: Doctoral Thesis
Abstract: Aniridie ist eine seltene, kongenitale Erkrankung des Auges, die sich durch das partielle oder komplette Fehlen der Iris auszeichnet. Sie kann als Syndrom vorkommen, das WAGR-Syndrom, und geht mit anderen Komorbiditäten einher, zum Beispiel mit einer Katarakt oder einem Glaukom. Es gibt verschiedene Ansätze zur Eindämmung der Entstehung und Progression der Krankheit. Bis heute sind jedoch noch zu wenige therapeutische Möglichkeiten zur Minimierung der Symptomatik vorhanden. Ziel dieser Arbeit ist, den Erfolg der Anwendung von semifluorierten Alkanen als Augentropfen zur Linderung der Augenproblematik bei Patienten mit Aniridie darzustellen. Das Präparat EvoTears® stammt von der Firma Ursapharm. Des Weiteren sollen mögliche Unterschiede in der Wirkung der Tropfen bei verschiedenen Begleiterscheinungen bei Aniridie aufgezeigt werden. Anhand persönlicher Schilderungen der Patienten zum Leben mit der Krankheit sollen außerdem ein besseres Verständnis und ein größeres Bewusstsein für die Beschwerden geschaffen werden. In einer sechswöchigen Testphase haben 44 Patienten mit Aniridie die Augentropfen dreimal täglich ins Auge appliziert. Die Augentropfen aus semifluorierten Alkanen wurden bereits in vorherigen Studien, bei Patienten mit einem vergleichbaren Krankheitsbild, der Keratokonjunktivitis sicca, erfolgreich getestet. Zunächst wurden anamnestische Daten der Patienten gesammelt. Vor und nach der Testphase wurden die Symptome anhand eines standardisierten und validierten Fragebogens zum trockenen Auge, der OSDI, evaluiert. Die Werte, die sich durch das Ausfüllen der Bögen vor und nach der Testphase berechnen ließen, konnten miteinander verglichen werden. Die Veränderungen der Augenbeschwerden sowie eine unterschiedliche Wirkung der Tropfen bei okulären oder systemischen Begleiterkrankungen konnten so gezeigt werden. Insgesamt zeigte sich eine mittlere Reduktion der OSDI-Werte von 43,21 auf 31,07. Bei der genauen Analyse der Antworthäufigkeiten der einzelnen Fragen konnten genau die Bereiche identifiziert werden, in denen die Tropfen eine besondere Linderung der Symptomatik verschafft haben. Die chemischen Eigenschaften der semifluorierten Alkane führen dazu, dass sie die Hornhautoberfläche besonders lange schützen. Das Fortschreiten der Limbusstammzellinsuffizienz, der Grund für die weitere Zerstörung der Augenoberfläche, kann unter Umständen verlangsamt werden. Es konnte kein klarer Trend festgestellt werden, ob die Tropfen mit oder ohne okuläre beziehungsweise systemische Begleiterscheinungen eine größere Linderung verschaffen. Dies deutet auf eine von Begleiterscheinungen unabhängige Wirkung hin. Die Angst vor der Verschlechterung und die ablehnende Haltung der Gesellschaft wurden am häufigsten als negative Aspekte im Leben mit Aniridie beschrieben. Diese Studie ist eine neue Möglichkeit für die Patienten und Therapeuten, die Symptome der Aniridie zu behandeln. Gleichzeitig kann der Krankheit durch das vergrößerte Wissen über sie mit größerem Verständnis begegnet werden und ist vielleicht ein Grund zur Übernahme der Kosten der Tropfen von den Krankenkassen.
Aniridia is a rare, congenital disorder of the eye characterised by the partial or complete absence of the iris. It can occur as a syndrome, the WAGR syndrome and is associated with other comorbidities, such as cataract, or glauocoma. There are different approaches to controlling the development and progression of the disease. To date, however, there are still too few therapeutic options for minimising the symptoms. This paper aims to demonstrate the success of the usage of semifluorinated alkanes as preservative free eye drops in patients with aniridia. The EvoTears® from the company Ursapharm. In addition, possible differences in the effect of the drops on various side effects of aniridia are to be demonstrated. Personal comments of the patients about living with aniridia should also create a better understanding and greater awareness of the disease. In a six-week test phase, 44 patients suffering from aniridia applied the eye drops up to three times a day into the eye. Eye drops made of semifluorinated alkanes have already been successfully tested in previous studies in patients with the comparable dry eye disease. First, anamnestic data of the patients were collected. Before and after the test phase, the symptoms were evaluated using a standardised and validated dry eye questionnaire, the OSDI. The values that could be calculated by filling in the questionnaires before and after the test phase were compared. The changes of the eye complaints, as well as a different effect of the drops with ocular, or systemic accompanying diseases, could be shown in such a way. Overall, a mean reduction of the OSDI values from 43.21 to 31.07 was observed. The precise analysis of the response frequencies to individual questions identified exact areas in which the drops provided a (special) relief of the symptoms. The chemical properties of the semifluorinated alkanes enable them to protect the corneal surface for a particularly long time. Thus, the progression of limbal stem cell insufficiency, the cause of further destruction of the ocular surface, is potentially reduced. No clear trend could be established as to whether the drops provide greater relief with or without ocular or systemic side effects. This indicates an effect independent of accompanying symptoms. The fear of deterioration and the negative attitude of society were most frequently described as negative aspects of life with aniridia. This study is another opportunity for patients and therapists to treat aniridia. Moreover, the study adds to the existing literature on aniridia, enabling a fuller comprehension and better treatment. Furthermore, this study might be a basis to claim health insurance coverage of eye drops by patients suffering from aniridia
Link to this record: urn:nbn:de:bsz:291--ds-323107
hdl:20.500.11880/29709
http://dx.doi.org/10.22028/D291-32310
Advisor: Käsmann-Kellner, Barbara
Date of oral examination: 18-Sep-2019
Date of registration: 23-Sep-2020
Faculty: M - Medizinische Fakultät
Department: M - Augenheilkunde
Professorship: M - Prof. Dr. Berthold Seitz
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