Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-31447
Titel: Prospektive Evaluation des Quidel® Sofia® RSV Fluorescent Immunoassay (FIA) mit der Multiplex-PCR als Referenzmethode - retrospektiv im Vergleich zu dem BD DirectigenTM EZ RSV
VerfasserIn: Roth, Franziska
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2019
Erscheinungsort: Homburg/Saar
Kontrollierte Schlagwörter: RS-Virus
Schnelltest
Sensitivität
DDC-Sachgruppe: 000 Allgemeines, Wissenschaft
500 Naturwissenschaften
610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Hintergrund Einer der häufigsten Auslöser für Atemwegsinfekte bei Säuglingen und Kleinkindern weltweit ist das Respiratorische Synzytial-Virus. Insbesondere eine Erkrankung von Risikopatienten wie Frühgeborene oder Kinder mit chronisch pulmonaler Erkrankung oder Immundefekt kann durchaus letal enden und führt in nicht seltenen Fällen zu einer stationären Behandlungsbedürftigkeit. Ein sensitiver Schnelltest im Rahmen der stationären Aufnahme ist daher von großer Bedeutung, um eine adäquate Kohortierung RSV-positiver Patienten zu ermöglichen und somit Risikopatienten vor einer Ansteckung im stationären Umfeld zu schützen. Zielsetzung Ziel der Studie war der real-life Vergleich der Sensitivität und Spezifität des Quidel® Sofia® RSV Fluorescent Immunoassay mit dem bisher in der Notaufnahme der Kinderklinik des UKS verwendeten Test BD DirectigenTM EZ RSV als einen chromatographischen Immunoassay. Methodik Die prospektive Evaluation erstreckte sich über die RSV-Saisons 2015/2016 sowie 2016/2017, in denen alle Kinder, die aufgrund einer Atemwegserkrankung stationär vorstellig wurden, im Rahmen der Aufnahmeroutine in der Notaufnahme der Kinderklinik des UKS mit dem Quidel® Sofia® RSV FIA getestet wurden. Weil der BD DirectigenTM EZ RSV, der in den Jahren zuvor verwendet worden war, Anfang des Jahres 2015 bereits aus Mängeln in der Qualitätssicherung vom Markt genommen worden war, konnte kein direkter prospektiver Vergleich der beiden Testgeräte stattfinden. Für den Vergleich mit dem bisher verwendeten Gerät wurde daher auf eine retrospektive Analyse der saisonalen Perioden 2013/2014 sowie 2014/2015 zurückgegriffen. Als Referenzmethode zur Verifizierung der Schnelltestergebnisse diente für beide Geräte die real-Time Multiplex-PCR FTD Respiratory pathogens 21® der Firma fast-track Diagnostics. Ergebnisse Mit dem BD DirectigenTM EZ RSV wurden über die RSV-Saisons 2013/2014 sowie 2014/2015 insgesamt 76 Proben getestet. 40 dieser Proben wurden mittels PCR RSV-positiv getestet, von denen das Schnelltestgerät 33 Proben richtig positiv detektierte. 26 Proben wurden richtig negativ erkannt. Die CT-Werte der richtig positiven Schnelltestergebnisse erstreckten sich über Werte von 21 - >35, die der falsch negativen über Werte von 20 - >35. Die Sensitivität lag bei 82,50%, die Spezifität bei 72,22%. Die prospektive Analyse des Quidel® Sofia® RSV FIA umfasste ebenfalls 76 Proben, von denen mit der PCR 39 RSV-positiv getestet wurden. Vom Schnelltestgerät wurden 28 Proben richtig positiv und 27 Proben richtig negativ erkannt. Die CT-Werte der PCR umfassten bei den richtig positiven Werte von 16 - 32, bei den falsch negativen Werte von 23 - 31. Bei Quidel® ließ sich somit eine Sensitivität von 71,80% und eine Spezifität von 72,97% errechnen. Schlussfolgerung Während die Sensitivität des BD DirectigenTM EZ RSV mit 82,50% höher ausfiel als der vom Hersteller angegebene Wert (BD: Sensitivität: 76,9% Spezifität: 91,6%), lag die Sensitivität des Quidel® Sofia® RSV FIA mit 71,80% entgegen der Erwartung deutlich darunter (Quidel®: Sensitivität: 86%, Spezifität: 97%). Hinsichtlich der Spezifität erreichten beide Testgeräte lediglich einen Wert unter 75%. Allerdings wurde von beiden Herstellern als Referenzmethode jeweils die klassische Viruskultvierung verwendet, die heutzutage jedoch nicht mehr zum Standard in der Virusdiagnostik zählt. Nichtsdestotrotz war der Schnelltest Sofia® RSV FIA von Quidel® in dieser Studie hinsichtlich Sensitivität (71,80%) deutlich dem Gerät BD DirectigenTM EZ RSV (82,50%) unterlegen.
Background RSV is one of the leading causes of respiratory infections in infants and young children worldwide and is also involved in mortality in these age groups. Preterm infants and children with chronic lung disease, congenital heart failure or immunodeficiencies are at particular risk of developing a complicated course of the disease. Therefore, a sensitive rapid test for the detection of respiratory syncytial virus is of great importance in order to enable adequate cohortation in case of inpatient admission. Objective The aim of the study was to compare the real-life sensitivity and specificity of the Quidel® Sofia® RSV Fluorescent Immunassay (FIA) with the BD DirectigenTM EZ RSV test as a chromatographic immunoassay previously used in the emergency department of the UKS Children's Hospital. Study design For the prospective evaluation of the Quidel® device, all children in need of treatment for obstructive airway disease in the 2015/2016 and 2016/2017 RSV seasons were tested with the Sofia® RSV FIA as part of the admission routine. As BD DirectigenTM EZ RSV had already been withdrawn from the market in spring 2015 due to deficiencies in quality assurance, a retrospective analysis of the two preceding seasonal periods 2013/2014 and 2014/2015 was used for comparison. The reference method for verifying the rapid test results for both devices was the real-time multiplex PCR FTD Respiratory pathogens 21® from fast-track Diagnostics. Results A total of 76 samples were tested with BD DirectigenTM EZ RSV, 40 of which were RSV positive in PCR. The rapid test device detected 33 samples correctly positive and 26 correctly negative. The CT values of the true positives were 21 - >35, those of the false negatives were 20 - >35. A sensitivity of 82,50% and a specificity of 72,22% can be calculated. The prospective analysis using the Sofia® RSV FIA also included 76 samples. In this case, 39 samples were RSV positive in PCR, 28 of which were detected correctly positive by the rapid test device. 27 were detected correctly negative. The CT values 10 were 16 - 32 for the true positives, and 23 - 31 for the false negatives. The sensitivity of the Quidel® test device was 71,80% and the specificity was 72,97%. Conclusion The sensitivity of the Quidel® device, at 71,80%, was significantly lower than the value stated by the manufacturer (Quidel®: Sensitivity 86%, specificity: 97%), whereas the sensitivity of the BD DirectigenTM EZ RSV (82,50%) was higher (BD: Sensitivity 76,9%, specificity 91,6%). However, both test devices only achieved a specificity of less than 75%. In contrast to this study, virus cultivation was used as the reference method by both companies. However, due to the high time requirements involved, this is no longer standard in virus diagnostics. Nevertheless, the sensitivity of the Quidel® Sofia® RSV FIA in this study was clearly inferior to that of the BD DirectigenTM EZ RSV (82,50%).
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-314473
hdl:20.500.11880/29532
http://dx.doi.org/10.22028/D291-31447
Erstgutachter: Zemlin, Michael
Tag der mündlichen Prüfung: 7-Jul-2020
Datum des Eintrags: 17-Aug-2020
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Pädiatrie
Professur: M - Prof. Dr. Michael Zemlin
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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