Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-30327
Titel: Allgemeinanästhesie zur Hornhauttransplantation
VerfasserIn: Morinello, Emanuela
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2018
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Die Hornhauttransplantation, auch als Keratoplastik bezeichnet, ist die teilweise oder vollständige Ersatzoperation der Hornhaut. Diese Intervention wird bei beschädigter oder nicht mehr funktionierender Hornhaut angewendet, um sie durch ein ähnliches gesundes Element zu ersetzen, das synthetisch hergestellt oder einem kürzlich verstorbenen Spender entnommen wurde. Sie kann auf eine mehr als 100-jährige Erfolgserlebnisse zurückblicken (1, 35). Jährlich werden in Deutschland ungefähr 8.000 Keratoplastiken durchgeführt (36, 37), in Großbritannien sind es im Durchschnitt um die 2.500 (38), in den Vereinigten Staaten von Amerika mehr als 33.000 (40) und weltweit ca. 100.000 pro Jahr. Davon erfolgen zumindest in Deutschland 43 % als perforierende Keratoplastik. Die Korneatransplantation ist somit nicht nur die älteste, sondern auch die am häufigsten durchgeführte Form der Organ- bzw. Gewebetransplantation und somit medizinisch von größter Bedeutung (35, 39). In Homburg/Saar waren es 504 im Jahr 2017. Ein weitreichender Einsatz wird – vor allem in Deutschland – durch Spendermangel limitiert. Dies ist umso erstaunlicher, als das Hornhautspendergewebe – anders als bei allen anderen Organspenden – bis zu 72 Stunden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand entnommen werden kann. Dabei wird entweder nur die Hornhaut oder das ganze Auge entnommen. Kosmetisch ist die Entnahme von Laien nicht zu erkennen. Die Korneatransplantation wird über eine Operation am offenen Auge durchgeführt. Die Vermeidung einer „Vis-à-tergo“ (VAT) hat hierbei die erste Priorität. Als „Vis-à-tergo“ wird jedes Vorwärtsdrängen des Iris-Linsen-Diaphragmas in den Wundspalt bezeichnet. Die VAT wird in keine (Grad 0), leichte Pulsation der Iris (Grad 1), starke Pulsation der Iris bis zur Hornhaut (Grad 2), sehr starke Pulsation der Iris mit Prolaps von intraokularem Gewebe in den Wundspalt (Grad 3) sowie expulsive Blutung (Grad 4) klassifiziert (41, 42). In unseren drei Studien untersuchten wir, wie die Anwendung der verschiedenen anästhesiologischen Verfahren bei der Hornhauttransplantation die chirurgischen Bedingungen verbessern kann. Als erstes verglichen wir den Einfluss von drei nichtdepolarisierenden Muskelrelaxanzien auf die Vis-à-tergo (Studie I). Danach verglichen wir zwei Verfahren zur Allgemeinanästhesie (Totale intravenöse Anästhesie und Balancierte Anästhesie) auf die Vis-à-tergo (Studie II). Im Anschluss haben wir retrospektiv das Zusammenspiel der verschiedenen Verfahren bei der pädiatrischen Hornhauttransplantation untersucht (Studie III).
Cornea transplantation, also known as keratoplasty, is the partial or total replacement surgery of the cornea; this intervention is used in cases of damaged or no longer functional cornea, to replace it with a similar healthy element, synthetic or taken from a recently deceased donor. It can look back at a more than 100-year-old success story (1,35). Every year, almost 8,000 keratoplasties are performed in Germany (36, 37); in Great Britain it’s been performed yearly on an average of 2,500 (38), in the USA more than 33,000 times/year (40), and worldwide approximately 100,000 per year. Of these, at least in Germany, 43% are performed as penetrating keratoplasty. Since corneal transplantation is not only the oldest and most common performed organ and tissue transplantation, it is therefore of great significance in medicine (35, 39). In Homburg/Saar, Germany 504 were performed in 2017. A widespread use, especially in Germany, is limited by a lack of donors. This is all the more surprising in that cornea tissue from donors can be abstracted up to 72 hours after heart failure – unlike all other donated organs. Thereby, either only the cornea or the whole eye is removed. The extraction is for lay people cosmetically undetectable. Corneal transplantation is performed as open-eye surgery. Here, the avoidance of a „Vis-àtergo“ (VAT) has highest priority. „Vis-à-tergo“ is defined as each pressing-forward of the irislens- diaphragm in the wound opening. The VAT is classified in: none (Grade 0), minor pulsation of the iris (Grade 1), strong pulsation of the iris up to the cornea (Grade 2), major pulsation of the iris with prolapse of intraocular tissue in the wound opening (Grade 3), as well as expulsive bleeding (Grade 4) (41,42). In our three studies, we examined how the application of different anesthesiological procedures during corneal transplantation can improve surgery conditions. First, we compared the influence of three non-depolarized muscle relaxants on the Vis-àtergo (Study I). Shortly after, we compared two procedures of general anesthesia (total intravenous anesthesia and balanced anesthesia) on the Vis-à-tergo (Study II). Finally, we retrospectively examined the interaction of different procedures of pediatric keratoplasty (Study III).
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-303279
hdl:20.500.11880/29526
http://dx.doi.org/10.22028/D291-30327
Erstgutachter: Volk, Thomas
Tag der mündlichen Prüfung: 5-Nov-2018
Datum des Eintrags: 13-Aug-2020
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Anästhesiologie
Professur: M - Prof. Dr. Thomas Volk
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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