Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27556
Titel: Sozialmedizinisches Outcome von Patienten mit Fibromyalgiesyndrom nach einer psychosomatischen Rehabilitation
Verfasser: Schlößer, Anja
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2015
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Fibromyalgie
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Fragestellung: Ziel der Studie war es, Unterschiede zwischen Patienten mit Fibromyalgiesyndrom (FMS), die nach einer Rehabilitationsmaßnahme arbeitsfähig werden und solchen, die es nicht werden, herauszufiltern und möglichst Prädiktoren für das Outcome zu finden. Als Mögliche Unterschiede wurden Depressivität, Coping, Beeinträchtigung durch die Schmerzen sowie arbeitsbezogenes Verhalten untersucht. Als Kontrollgruppe diente eine Gruppe von Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ASS). Methoden: Als Stichprobe diente die Gruppe der FMS – Patienten, die in den Jahren 2004-2008 an einer Rehabilitationsmaßnahme in den MediClin Kliniken Blieskastel teil genommen hatten. Dazu wurde eine eine 100% weibliche Kontrollgruppe aus ASS – Patienten bezüglich Alter und Jahr, in dem die Rehabilitationsmaßnahme statt fand, gematcht. Die Probanden erhielten zuerst einen Kurzfragebogen mit Fragen zur Rehabilitation und dem arbeitsrechtlichen Status und dann bei entsprechender Zustimmung ein Fragebogenheft, das die Fragebögen HEALTH, CSQ, AVEM und PDI enthielt. Außerdem wurden aus den Entlassbriefen im Archiv die Daten des HEALTH heraus gesucht, der bereits im Rahmen des stationären Aufenthaltes durchgeführt wurde. Ergebnisse: Von 579 FMS – Patienten antworteten 221, was einer Rücklaufquote von 38,17% entspricht. Von den 261 ASS – Patienten antworteten 89, was einer Rücklaufquote von 34,1% entspricht. Die FMS – Patienten waren durchschnittlich 53,49 ± 6,07 Jahre alt und zu 95,9 % weiblich. Die ASS – Patienten waren durchschnittlich 52,47± 6,85 Jahre alt und zu 100% weiblich. Von den FMS – Patienten waren jeweils 20,6% Vollzeit und Teilzeit erwerbstätig, 6,1% hatten einen Minijob, 10,1 % waren arbeitssuchend und 40,40 % waren nicht erwerbstätig. Bei den ASS – Patienten waren 34,10 % Vollzeit arbeitend, 19,30% Teilzeit arbeitend, 4,5% hatten einen Minijob, 3,4% waren arbeitssuchend und 35,20% waren nicht erwerbstätig. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass sich Depressivität bei den FMS – Patienten negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Jedoch zeigte sich kein Unterschied bezüglich des Einflusses der Depressivität auf die Arbeitsfähigkeit zwischen FMS- und ASS – Gruppe. Auch änderte sich die Depressivität zwischen Zeitpunkt T0 (Anfang der Rehabilitationsmaßnahme) bis T2 (Zeitpunkt, zu dem das Fragebogenheft geschickt wurde) nicht signifikant. Zudem zeigte sich, dass sich FMS – Patienten von ASS – Patienten bezüglich der AVEM – Skala „Lebenszufriedenheit“ voneinander unterscheiden. Die Skala „subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit“ des AVEM hat bei FMS – Patienten einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nach der Rehabilitation. Arbeitsunfähige Patienten hatten hier einen signifikant niedrigeren Wert als solche, die arbeitsfähig waren. Unterschiede zwischen FMS und ASS – Gruppe zeigten sich auch noch in den Skala „Schmerzverhalten“ des CSQ sowie den Skalen „Familien und häusliche Verpflichtungen“ und „soziale Aktivitäten“ des PDI (dort aber nur bei arbeitsunfähigen Probanden). Bei FMS – Patienten haben die Gesamtskala sowie die Skalen „Familien und häusliche Verpflichtungen “, „Erholung“, „soziale Aktivität“, „Beruf“ und „Selbstversorgung“ einen Einfluss mit der Arbeitsfähigkeit. Diskussion: Der einzige echte Prädiktor für eine Arbeitsunfähigkeit bei FMS – Patienten war in der vorliegenden Studie die Skala „Depressivität“ des HEALTH. Die sonstigen Unterschiede stellen lediglich Beschreibungen da, ohne dass klar ist, ob dies Ursache oder Folge der Arbeitsunfähigkeit ist. Weitere prospektive Studien sind hier nötig. Überraschend war, dass sich bezüglich der Beeinträchtigung durch die Schmerzen deutlich mehr Unterschiede zwischen arbeitsfähigen und arbeitsunfähigen FMS – Patienten fanden als in Bezug auf das Copingverhalten , was bedeuten könnte, dass es sich hier um den besseren Prädiktor handelt. Insgesamt zeigten sich deutlich weniger Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen der FMS – und der ASS – Gruppe, was für eine Konzeptualisierung des FMS in der Nähe der somatoformen Störungen spricht. Die Ergebnisse der Studie sind allerdings limitiert durch eine hohe Dropoutquote und hieraus resultierende geringe Fallzahlen.
Introduction: The Aim of this study was to determine differences between those patients with fibromyalgia syndrome (FMS) that are able to work after taking part in an rehabilitation program and those that are not and to find out more about predictors for the outcome. We examined depression, coping, pain disability as well as work related behaviour as possble differences. The control group consisted of patients with persistend somatoform pain disorder (PSPD). Methods: Sample was a group of FMS patients that participated in a rehabilitation program at the MediClin Bliestal Kliniken Blieskastel (Germany) in the years 2004 – 2008. We matched this group according to age and year in which the rehabilitation programm took place with a 100% female control group of PSPD patients. Patients first got a short questionnaire containing questions about rehabilitation and their socioeconomic status. When the patients agreed to it, they also got a larger questionnaire booklet including the questionnaires HEALTH, CSQ, AVEM and PDI. We also retrieved the results of HEALTH from the discharge letters in the hospital's archive if it had already been answered during the stay in the hospital. Results: Out of 579 patients with FMS 221 answered, corresponding to a return rate of 38,17%. Out of the 261 patients with PSPD 89 answered, corresponding to a return rate of 34,1%. FMS – patients were average 52,47± 6,85 years old and 95,9% female. ASS – patients were average 52,47± 6,85 years old and 100% female. Out of the FMS – patients 20% worked full time and 20% worked half time, 6,1% had a „Minijob“, 10,1% were looking for work and 40,4% were unable to work. Out of the PSPD – patients, 34,1% worked full time, 19,3% worked part time, 4,5% had a „Minijob“, 3,4% were looking for work and 35,2% were unable to work. Analysis of the questionnaires showed that depression had a negative effect on working ability in FMS patients. But we did not find a difference in the effect of depression on working ability between FMS and PSPD patients. Depression did not change significantly between T0 (start of the rehabilitation program) and T2 (point on which the questionnaire booklet was sent). The different groups of patients showed differences concerning the AVEM – scale „satisfaction with life“. The AVEM - scale „subjective importance of work“ showed an effect on working ability in FMS – patients after the rehabilitation. Patients unable to work had significantly lower results than those able to work. There were also differences found between the group of FMS – patients and that of PSPD – patients in scales „pain behaviour“ of CSQ as well as scales „family and domestic responsibilities“ and „social activities“ of PDI (only in subjects unable to work). In FMS patients the complete scale as well as the scales „family and domestic responsibilities“, „recreation“, „social activities“, „occupation“ and „self – care“ have an impact on working ability. Discussion: The only true predictor for inability to work in FMS – patients found in this study was the scale „depression“ of the HEALTH questionnaire. The other differences are sole descriptions. It stays unclear if these differences are causes or consequences of the inability to work. Further prospect studies are needed. It was surprising that we found more differences between those FMS - Patients able to work and those unable to work when looking at the pain disability than when looking at the coping strategies. This could signify that pain disability is a better predictor than coping strategies. Overall, we found more similarities than differences between FMS and PSPD patients which argues for a conceptualization of FMS in the vicinity of the somatic disorders. But the results of this study are limited due to high drop out rates and resulting low number of cases.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-275564
hdl:20.500.11880/27226
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27556
Erstgutachter: Köllner, Volker
Tag der mündlichen Prüfung: 5-Sep-2016
SciDok-Publikation: 30-Nov-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Psychotherapie und Psychosomatik
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
Sozialmedizinisches Outcome.pdf402,52 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.