Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27403
Titel: Der Einfluss von psychosozialen Faktoren auf die Prähospitalzeit beim akuten Schlaganfall
Verfasser: Luley, Maxine
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2016
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Schlaganfall
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Hintergrund: Die Zeit zwischen dem Eintreten der Beschwerden und der Ankunft in der Klinik schwankt bei Schlaganfallpatienten sehr. Daher ist nicht in allen Fällen eine optimale Versorgung der Patienten gewährleistet. Zur Verkürzung der Prähospitalzeit zeigten Aufklärungskampagnen bezüglich der Symptome des Krankheitsbildes bisher leider keinen ausreichenden Effekt. Patienten warten immer noch viel zu lang bis zur Inanspruchnahme medizinischer Hilfe. Die Entscheidungszeit der Patienten stellt dabei den bedeutsamsten Anteil an der Prähospitalzeit dar. Ziel: Ziel dieser Studie ist es einflussnehmende klinische und psychologische Faktoren auf die Zeit bis zur Alarmierung des Rettungsdienstes und die Prähospitalzeit bei Auftreten von Symptomen des Schlaganfalls zu identifizieren. Methoden: Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine deskriptive Querschnittsstudie. Es wurden insgesamt 566 Patienten mit Schlaganfall mittels eines standardisierten Interviews, innerhalb 72 Stunden nach Klinikaufnahme, befragt. Ergebnisse: Die Zeit zwischen Symptombeginn und der Entscheidung Hilfe zu suchen (Entscheidungszeit) lag im Median bei 61,0 Minuten und die Prähospitalzeit bei 164,0 Minuten. Die Analysen der Daten ergaben mehrere signifikante Einflussfaktoren. Wählten die Patienten einen privaten Transport in das Krankenhaus war dies mit einer Verlängerung von 8,3 Stunden assoziiert. In der statistischen Analyse ergab dieser Faktor eine Odds Ratio von 5,392 für eine Verzögerung der Prähospitalzeit von über 164,0 Minuten. Sprachstörungen, ein plötzlicher Symptombeginn und durchgehende Beschwerden verkürzten die Entscheidungs- und Prähospitalzeit signifikant. Ein erhebliches Risiko für eine verlängerte Entscheidungszeit war es wenn der Symptombeginn eher schleichend war (OR 2,44). Weiterhin verlängerten ein prämorbid vorliegendes geringes allgemeines Wohlbefinden und das Vorliegen einer Depression die Entscheidungs- und Prähospitalzeit. Die Odds Ratio lag bei Depressivität bei 3,143 und erhöhte das Risiko auf eine Entscheidungszeit von über 61,0 Minuten signifikant. Fazit: Wesentliche Einflussfaktoren auf die Entscheidungs- und Prähospitalzeiten beim akuten Schlaganfall konnten durch diese Studie weiter identifiziert werden. Auch konnte die Relevanz von psychologischen Faktoren, neben den Kenntnissen des Krankheitsbildes, aufgezeigt werden, welche in zukünftigen Aufklärungskampagnen berücksichtigt werden sollten.
Background: The time between symptom onset and hospital arrival in patients with an acute stroke differs a lot. Therefore, appropriate treatment is not guaranteed at all times. Multiple attempts to reduce prehospital delay through public awareness campaigns did not show a sufficient effect. Until this day patients still wait far too long until they seek treatment regarding their stroke symptoms. The time until the decision to seek treatment seems to be the most significant part in the prehospital delay. Aim: Purpose of this study is to identify clinical and psychological factors which have an impact on the patient’s treatment seeking behavior and the prehospital delay. Methods: The present study is a descriptive cross-sectional study. We interviewed 566 patients with an acute stroke, within 72 hours after hospital arrival, using a standardizes Interview. Results: The median time between symptom onset and the decision to seek treatment revealed to be 61,0 minutes and the prehospital time to be 164,0 minutes. Further analyses showed multiple significant factors with an impact on the treatment seeking behavior and the prehospital time. The prehospital time delayed 8,3 hours if patients choose a private transport to the hospital. Statistical analyses showed an odds ratio of 5,392 for this factor to be delayed longer than 164,0 minutes. Impaired speech, a sudden symptom onset and constant symptoms shortened the treatment seeking- and the prehospital time. A gradual symptom onset showed to be a significant risk factor for a delayed treatment seeking (OR 2,44). A minor well-being or a depression premorbid to the stroke resulted in a delayed treatment seeking and prehospital time. The odds ratio was 3,143 if patients showed signs of a depression, which increased the risk of a decision time longer that 61,0 minutes significantly. Conclusion: Essential factors with an impact on the treatment seeking behavior and the prehospital time of patients with an acute stroke could be further identified in this study. Besides the knowledge of the clinical pattern, important psychological factors could be discovered which should be considered in future public awareness campaigns.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-274035
hdl:20.500.11880/27195
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27403
Erstgutachter: Faßbender, Klaus
Tag der mündlichen Prüfung: 13-Nov-2017
SciDok-Publikation: 6-Nov-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Neurologie und Psychiatrie
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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