Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27282
Titel: Predicting educational success - what’s beyond intelligence
Verfasser: Lotz, Christin
Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2018
DDC-Sachgruppe: 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: In educational contexts, intelligence is regarded as an extraordinary powerful psychological predictor of scholastic achievement. However, substantial amounts of variance are left unexplained, if only intelligence is considered as a predictor. Therefore, we investigated the incremental validity of selected cognitive, strategic-behavioral, and motivational constructs beyond broadly operationalized intelligence for educational success assessed by scholastic competence tests and grades in the key school subjects mathematics and German. To achieve this, three separate studies were conducted. In study 1, the incremental validity of complex problem solving (CPS) was examined. CPS claims to tap unique cognitive aspects that are not assessed by conventional intelligence tests. Accordingly, prior studies revealed promising results for the prediction of scholastic achievement. However, because most of these studies only assessed narrow measures of intelligence (mostly only figural reasoning), a more thorough investigation of the CPS increment beyond comprehensive measures of intelligence was needed. Results of study 1 indicated a huge overlap between broadly assessed intelligence and CPS. Moreover, intelligence prevailed as the superior predictor which was evidenced by significantly higher path coefficients and higher increments on scholastic competence tests and grades in mathematics as well as in German. Contrarily, CPS only revealed small unique effects on the mathematics competence test. As CPS tests provide computer-generated log-files about the students' behaviors while solving complex problems, we analyzed the interactive exploration behavior during the CPS knowledge acquisition phase in study 2. Accordingly, we investigated how the optimal strategic exploration behaviors VOTAT (vary one thing at a time) and NOTAT (vary no thing at a time) were applied and adapted across a CPS task set. Moreover, we examined whether intelligence facilitates more effective strategy use. Results of discontinuous latent growth curve models (LGCM) showed that students applied the effective strategic behaviors, i.e. VOTAT and NOTAT, and that they were able to flexibly adapt their strategy use to occurring changes in the task type. Moreover, intelligence manifested itself in a more effective strategy use as more intelligent students applied VOTAT and NOTAT with higher frequencies and adapted them with a steeper gradient if these behaviors were effective, but in turn, they applied them less often if these behaviors were not effective. Supplementary analyses examined the incremental validity of the strategic behaviors for educational success beyond intelligence. Whereas VOTAT exhibited no substantial unique effects, NOTAT revealed small but substantial increments on the scholastic competence test and grades in mathematics. In Study 3, the focus was shifted towards motivational variables. Ample evidence indicated that intelligence, academic self-concept, and academic interest exhibit a differential relation pattern, depending on which achievement indicator was used as the criterion of educational success. Whereas intelligence seems to be more important for predicting scholastic competence tests, self-concept and interest seem to be of higher importance for predicting grades. However, this differential prediction pattern was only numerically described in prior studies and awaited its examination by advanced statistical methods. Accordingly, we applied reparamerization in combination with inferential-statistical tests to compare the standardized path coefficients. As expected, intelligence revealed to be the superior predictor for scholastic competence tests, whereas self-concept was superior for predicting grades. Moreover, self-concept showed considerable incremental effects beyond intelligence on grades. Nevertheless, the incremental validity of interest seemed to be based on the huge overlap with self-concept because as we controlled for their common variance, interest was non-predictive for the criteria of educational success. To conclude, the results of this dissertation project confirmed intelligence as one of the most prevalent psychological predictors of educational success. Whereas other cognitive or strategic-behavioral predictors seemed to be of rather negligible importance beyond comprehensive measures of intelligence, especially self-concept revealed to be of extraordinary relevance for predicting grades.
Die Vorhersage von Schulerfolg ist seit jeher einer der wichtigsten Forschungsbereiche der Pädagogischen Psychologie. Die allgemeine Intelligenz nimmt hierbei eine sehr bedeutsame Rolle ein. Allerdings reicht die allgemeine Intelligenz, trotz ihrer starken Vorhersagekraft, nicht als einziger Prädiktor von schulischen Leistungen aus, da große Anteile der Schulerfolgsvarianz von ihr nicht aufgeklärt werden. Die Betrachtung weiterer Einflussfaktoren erscheint daher äußerst lohnenswert. Anhand von drei separaten Studien wurde in der vorliegenden Dissertation die inkrementelle Validität ausgewählter kognitiver, strategisch-behavioraler und motivationaler Konstrukte bei der Vorhersage von Schulerfolg, erfasst durch standardisierte Schulleistungstests und Noten in den Kernfächern Mathematik und Deutsch, untersucht. In Studie 1 wurde die inkrementelle Validität des komplexen Problemlösens (KPL) erforscht. Von KPL-Tests wird angenommen, dass sie bestimmte kognitive Facetten erfassen, die von herkömmlichen Intelligenztests nicht abgedeckt werden. Bisherige Studien, die auf eine inkrementelle Validität des komplexen Problemlösens über Intelligenz hinaus schließen ließen, erfassten allerdings meist nur figurales reasoning als eine Facette der Intelligenz, nicht aber die allgemeine Intelligenz im Sinne von g. Die Ergebnisse von Studie 1 zeigten eine sehr hohe Korrelation zwischen der breiten Intelligenzoperationalisierung und KPL. Weiterhin wurde bestätigt, dass die allgemeine Intelligenz im Vergleich zum komplexen Problemlösen der statistisch bedeutsamere Prädiktor von allen untersuchten Schulerfolgsmaßen war. Außerdem wies die Intelligenz bedeutsame Inkremente für alle Schulerfolgsmaße über KPL hinaus auf. Im Gegensatz dazu ergab das komplexe Problemlösen nur ein vergleichsweise kleines Inkrement über die allgemeine Intelligenz hinaus für den Schulleistungstest in Mathematik. KPL-Testinstrumente zeichnen dank ihrer computerisierten Erfassung Log-files über die Verhaltensweisen bei Lösen komplexer Probleme auf. In Studie 2 nutzten wir dieses Potential, um das strategische Explorationsverhalten während der interaktiven Wissenserwerbsphase in KPL-Aufgaben zu erforschen. Wir untersuchten (a) die Anwendungshäufigkeit der optimalen strategischen Explorationsverhaltensweisen VOTAT und NOTAT, (b) deren flexible Anpassung an xxiii xxiv Zusammenfassung sich verändernde Aufgabenanforderungen über eine Aufgabenserie hinweg und (c) inwieweit höhere Intelligenz mit effektiverem Strategieeinsatz einherging. Latente Wachstumskurvenmodelle ergaben, dass die Schüler effektive Strategien anwandten und diese auch flexibel an wechselnde Aufgabenanforderungen anpassen konnten. Darüber hinaus zeigte sich, dass intelligentere Schüler VOTAT und NOTAT häufiger anwandten und schneller anpassten, wenn diese strategischen Verhaltensweisen effektiv waren. Waren die Verhaltensweisen nicht effektiv, setzten sie die Schüler seltener ein. Intelligenz schien sich also im Problemlöseprozess zu manifestieren, indem sie mit dem optimalen Einsatz von effektiven Verhaltensweisen einherging. Zusatzanalysen, welche die inkrementelle Validität der strategischen Verhaltensweisen für Schulerfolg untersuchten, ergaben für VOTAT keine nennenswerte zusätzliche Varianzaufklärung über Intelligenz hinaus. Allerdings zeigten sich geringe inkrementelle Effekte für NOTAT bei der Vorhersage des standardisierten Schulleistungstests und der Noten in Mathematik über Intelligenz hinaus. In Studie 3 fokusierten wir die differentielle Bedeutsamkeit von Intelligenz und den motivationalen Variablen Selbstkonzept und Interesse. In der bisherigen Literatur zeigten sich Hinweise darauf, dass Intelligenz von höherer Bedeutung bei der Vorhersage von Schulleistungstests sei, während das akademische Selbstkonzept und das akademische Interesse bei der Vorhersage von Schulnoten von höherer Bedeutung zu sein scheint. Diese differentielle Relevanz wurde bislang allerding nicht mit state-of-the-art Methoden, die explizit für den inferenz-statistischen Vergleich standardisierter Pfadkoeffzienten entwickelt wurden, auf ihre statistische Bedeutsamkeit überprüft. Die Ergebnisse von Studie 3 zeigten, dass bei der Vorhersage von Schulleistungstests die Intelligenz der wichtigere Prädiktor war, während bei der Vorhersage von Schulnoten das akademische Selbstkonzept der bedeutendere Prädiktor war. Weiterhin konnte das Selbstkonzept beträchtliche Varianzanteile in den Schulnoten über Intelligenz hinaus aufklären. Die prädiktive Validität des akademischen Interesses scheint allerdings vollkommen auf die geteilte Varianz mit dem Selbstkonzept zurückführbar zu sein, da das Interesse keine bedeutsamen Zusammenhänge zu Schulleistung mehr aufwies, sobald für diese geteilte Varianz kontrolliert wurde. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der herausragende Stellenwert der Intelligenz bei der Vorhersage von Schulerfolg in diesem Dissertationsprojekt aufs Neue untermauert wurde. Während die Bedeutung anderer kognitiver und strategisch-behavioraler Konstrukte über die allgemeine Intelligenz hinaus eher vernachlässigbar erscheint, erwies sich im Speziellen das akademische Selbstkonzept als überaus wichtiger Einflussfaktor für Schulnoten.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-272820
hdl:20.500.11880/27119
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27282
Erstgutachter: Sparfeldt, Jörn
Tag der mündlichen Prüfung: 6-Jul-2018
SciDok-Publikation: 12-Jul-2018
Fakultät: HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft
Fachrichtung: HW - Bildungswissenschaften
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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