Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27202
Titel: Aktuelle experimentelle Entwicklungen endovaskulärer Therapien intrakranieller Aneurysmen
Verfasser: Ley, Désirée
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2015
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Intrakranielles Aneurysma
Freie Schlagwörter: endovaskuläre Therapie
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Aktuelle Studien belegen, dass etwa 3% aller Erwachsenen Träger eines Aneurysmas sind, die Häufigkeit erhöht sich mit zunehmendem Lebensalter (117, 141). Viele Aneurysmen werden als Zufallsbefund diagnostiziert. Auch wenn die meisten, auf diese Weise entdeckten Aneurysmen nicht platzen (143), besteht dennoch Handlungsbedarf, da nicht vorhergesagt werden kann welche Aneurysmen platzen und welche nicht. Dabei spielen auch entsprechende Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, Bluthochdruck oder Alkoholmissbrauch eine wichtige Rolle (35). Zur Behandlung von Aneurysmen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Neben dem operativen Verschluss durch Clipping des Aneurysmas, können Aneurysmen auch interventionell verschlossen werden. Interventionell kann ein Aneurysma mittels Coil, Coil-Stent-Kombination, Flüssig-Embolysat oder auch durch einen Flow Diverter verschlossen werden. Gerade in den letzten Jahren kommen vermehrt Flow Diverter zum Einsatz. Ein Flow Diverter ist ein Stent mit einem sehr engen Maschengeflecht oder zum Teil verschlossenen Poren. Das Prinzip beruht auf der Flussumleitung des Blutes, wodurch das Aneurysma im Idealfall vom Blutstrom komplett abgetrennt wird und sich so ein Thrombus im Aneurysma bildet. Im Laufe der Zeit kommt es dann zu einem organisierten Thrombus im Aneurysma und einer Neubildung der Neointima über dem Aneurysmahals. In dieser Studie wurde ein neu entwickelter Flow Diverter (Derivo) sowohl in vitro als auch in vivo getestet und bezüglich seiner Wirksamkeit bewertet. Die durchgeführten Biokompatibilitätstests belegten eine gute Verträglichkeit des Materials. Es konnte gezeigt werden, dass der Flow Diverter weder die Zellviabilität beziehungsweise Zellproliferation beeinflusst, noch nekrotische Auswirkungen auf die ihn umgebenden Zellen hat. Das in vivo verwendete Tiermodell (Elastase-induziertes-Aneurysmamodell) in New Zealand White Rabbits wurde 1999 entwickelt und ist seit 2005 an unserem Institut etabliert. Die Handhabung des Flow Diverters erwies sich als unkompliziert und die Sichtbarkeit des Devices während den angiographischen Kontrollen war über den Verlauf des gesamten Versuchszeitraums gut. Den Tieren wurde sowohl ein Flow Diverter über das Aneurysma platziert als auch, um die Durchgängigkeit abgehender Gefäße beurteilen zu können, in die Bauchaorta. Der verwendete Flow Diverter zeigte schon nach drei Monaten bei 88% der Tiere einen kompletten Verschluss der Aneurysmen, lediglich bei 11% war ein Restfluss (Okklusionsrate Grad II) ins Aneurysma festzustellen. Bereits nach sechs Monaten waren alle Aneurysmen bis auf eins (Grad III) komplett verschlossen. Die histologische Auswertung zeigte in allen Aneurysmen teilorganisierte Thromben, nach sechs Monaten in fünf von neun Fällen sogar komplett organisierte Thromben. Die zusätzlich durchgeführten Mikro-MRT und Mikro-CT Untersuchungen belegten zum einen die histologischen Ergebnisse. Des Weiteren waren während des gesamten Versuchszeitraums, auch unter starker mechanischer Beanspruchung des Flow Diverters, keine Brüche von Stentstreben nachzuweisen. Der in dieser Studie getestete Flow Diverter (Derivo) stellt auf Grund der Ergebnisse gute Möglichkeiten für die Behandlung von nicht rupturierten Aneurysmen im Menschen in Aussicht.
Current studies show that about 3% of all adults have an aneurysm; the frequency increases with age (117, 141). Many aneurysms are diagnosed as incidental findings. While most of these aneurysms don´t burst (143) there is need for action, because it is not possible to predict which aneurysms will burst and which ones won’t (143). Corresponding risk factors like smoking, high blood pressure or alcohol abuse also play an important role (35). For therapy there are different options. Besides operational occlusion by clipping of the aneurysm, it is possible to occlude the aneurysm interventionally. Interventional occluding can be performed with the help of coils, coil-stent-combinations, liquid embolization or with the help of a flow diverter. The latter have been used more and more over the past years. A flow diverter is a stent with a tight mesh web or partially closed pores. The principle is based on blood stream diversion, which ideally will completely cut off the aneurysm from the blood stream and a thrombus will form in the aneurysm. Gradually an organized thrombus will develop in the aneurysm and a new neointima will grow growth over the neck of the aneurysm. In this study a newly developed flow diverter (Derivo) was tested in vitro as well as in vivo and evaluated regarding its effectiveness. The biocompatibility tests performed showed a good compatibility of the material. It could be shown that the flow diverter does not influence the cell viability or the cell proliferation, nor does it have necrotic effects on the ambient cells. The in vivo animal model used (elastase induced aneurysm model) in New Zealand White Rabbits was developed in 1999 and has been established since 2005 in our institute. The handling of the flow diverter proved uncomplicated and the visibility of the device was good during the entire experiment. All animals received a flow diverter over the aneurysm as well as in the A. abdominalis for judging the patency of outgoing branches. The flow diverter used showed after 3 months already complete occlusion of the aneurysms in 88% of all animals, merely 11% showed a slight blood flow in the aneurysm (occlusion grade II). After 6 months all aneurysms except one (occlusion grade III) were completely closed. The histological analysis showed in all aneurysms partially organized thrombi, after 6 months even completely organized thrombi in 5 of 9 cases. The micro-MRT and micro-CT analyses performed in addition confirmed the histological findings. There were also no breaks found of the stent struts over the entire experiment, even under strong mechanical strain. On the basis of these results the flow diverter tested in this study offers a perspective of good therapy possibilities for unruptured aneurysms in humans.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-272020
hdl:20.500.11880/27053
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27202
Erstgutachter: Reith, Wolfgang
Tag der mündlichen Prüfung: 1-Dez-2016
SciDok-Publikation: 24-Mai-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Radiologie
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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