Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-27137
Titel: Effektivität stationärer Rehabilitation hinsichtlich arbeitsplatzbezogener Belastungen und Ressourcen bei Patienten mit Depression und Anpassungsstörungen
Verfasser: Schweiberer, Daria
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2016
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Rehabilitation
Depression
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Effektivität stationärer Rehabilitation hinsichtlich arbeitsplatzbezogenen Belastungen und Ressourcen bei Patienten mit Depression und Anpassungsstörung Einleitung: Arbeitsplatzbezogene Störungen nehmen ein immer breiteres Feld in der psychosomatischen Medizin ein. Da bei vielen Patienten mit beruflichen Problemlagen entweder eine depressive Episode oder eine Anpassungsstörung vorliegt, stellt sich die Frage, inwiefern sich das Outcome dieser beiden Diagnosegruppen in der psychosomatischen Rehabilitation unterscheidet. Des Weiteren werden oftmals potentielle Ressourcen außer Acht gelassen und viel mehr nach Belastungen gesucht. Daher stellte sich uns die Frage, welche Veränderungen sich im Verlauf der psychosomatischen Rehabilitation hinsichtlich der Ressourcen der Patienten, gemessen an einem neunen Selbstbeurteilungsinstrument, der Burnout-Screening-Skala III, abbilden lassen. Methoden: Untersucht wurden 100 konsekutive Patienten einer Schwerpunktstation zu arbeitsplatzbezogenen Störungen (71w/29m; Alter± 8,73 Jahre) in der psychosomatischen Rehabilitation. Hiervon erfüllten 73 die Kriterien einer depressiven Störung und 23 die Kriterien einer Anpassungsstörung. Die klinische Diagnose wurde mit einem strukturierten Interview, dem Mini-DIPS (Margraf 1994) und dem SKID I (Wittchen et al. 1997) gesichert. Zur Erfassung der psychischen Symptomatik wurden der Health-49 (Rabung et al.2009), der BDI-II (Hautzinger et al. 2009), das AVEM (Schaarschmidt & Fischer 2003) sowie die Burnout-Screening-Skalen (Hagemann & Geuenich 2009) zur Erfassung arbeitsplatzbezogener Belastungen (BOSS I), Beschwerden (BOSS II) und Ressourcen (BOSS III) bei Aufnahme (T0), Entlassung (T1) und nach 6 Monaten (T2) eingesetzt. In der 6-Monats-Katamnese wurde zusätzlich der sozialmedizinische Status erhoben. Ergebnisse: Patienten mit Anpassungsstörungen waren zu Therapiebeginn und nach der stationären Rehabilitation auf allen symptombezogenen Skalen geringer belastet als Patienten mit einer depressiven Störung. Beide Gruppen konnten trotz des unterschiedlichen Ausgangsniveaus in etwa gleichem Maße von der Therapie profitieren mit Effektstärken d zwischen .79 und 1.25 bei Patienten mit Anpassungsstörungen und d zwischen .79 und 1.16 bei Pateinten mit depressiven Störungen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit unterschieden sich die beiden Diagnosegruppen zu keinem Zeitpunkt signifikant, der Anteil der Arbeitsfähigen stieg in der Gesamtstichprobe von 50% zum Aufnahmezeitpunkt (T0) auf 90% zum Zeitpunkt der 6-Monatskatamnese (T2) an. Von T0 zu T1 beschrieben die Rehabilitanden im BOSS III signifikant mehr Ressourcen bezogen auf die eigene Person, dieser Effekt blieb in der Katamnese nach 6 Monaten (T2) stabil. Diskussion: Hinsichtlich der Unterschiede im Therapie-Outcome zwischen Patienten mit einer Anpassungsstörung, die eine Kausalität in ihrer Ätiopathogenese aufweist und Patienten mit einer depressiven Störung, die sowohl Ursache als auch Folge einer Arbeitsplatzproblematik sein oder auch unabhängig hiervon bestehen kann, stellte sich heraus, dass beide Diagnosegruppen gleich gut vom der psychosomatischen Rehabilitation profitieren können, sowohl hinsichtlich der psychometrisch erfassten Belastung, als auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit. Das Therapie-Outcome bezogen auf persönliche Verhaltens- und Erlebensmerkmale des AVEM zeigt, dass sowohl eine hohe Depressivität, als auch eine starke klinische Beschwerdesymptomatik mit einer reduzierten Lebenszufriedenheit einhergehen. Dagegen scheinen beruflicher Ehrgeiz und die subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit eine untergeordnete Rolle zu spielen. Selbstwirksamkeit, die durchaus in der psychosomatischen Rehabilitation erlernt werden kann, stellt möglicherweise eine Strategie dar, um Depressivität zu lindern und um persönliche Ziele zu verwirklichen. Die Ressourcenausprägung der Patienten erfährt den höchsten Zuwachs während und nach der Rehabilitation im Bereich der Eigenen Person selbst. Zukünftige Studien könnten sich damit befassen, ob Patienten mit Anpassungsstörung in der psychosomatischen Rehabilitation spezifischere Belastungen haben und ob sie die gleiche Behandlung benötigen wie Patienten mit einer depressiven Störung
Introduction: Workplace-related disorders gain in importance in psychosomatic medicine. But most of the patients with job strain have either a depressive disorder or an adjustment disorder. So there is the question whether patients with adjustment disorders differ from patients with depressions regarding the results of the therapy. In addition resources of the patients are often disregarded. Stresses and strain are getting focused. Therefore we observed if there are changes during psychosomatic rehabilitation regarding to the resources of the patients, measured by a new questionnaire, which is called Burnout-Screening-Scale (BOSS). Methods: 100 patients in psychosomatic rehabilitation, treated on a special station for workplace related strain (71 female/29 male; age 49,84±8,73 years), attended this study. 73 achieved the criteria of a depressive disorder, 23 of an adjustment disorder. The diagnosis was checked by a structured clinical interview, Mini-DIPS (Margraf, 1994) and SKID I (Wittchen et al. 1997). To measure psychiatric symptoms we used Health-49 (Rabung et al. 2009), BDI-II (Hautzinger et al. 2009), AVEM (Schaarschmidt & Fischer 2003) and Burnout-Screening-Scales I-III (BOSS I-III) (Hagemann & Geuenich 2009), which detect job strain, somatic disorders and resources, at admission of rehabilitation (T0), at discharge (T1) and six month after discharge (T2). Six month after discharge we also checked social medical status. Results: Patients with adjustment disorders showed at T0 and T1 less strain than patients with depressive disorder. Both groups could benefit from the psychosomatic rehabilitation in the same degree despite of the different base levels (effect sizes d between .79 and 1.25 for patients with adjustment disorders and d between .79 and 1.16 for patients with depressions). Relating to the inability of work both groups didn`t differ at any time. Those who were inability to work decreased from 45 % at T0 to 9,5 % at T2. There are also significant more resources regarding the own person measured by BOSS III from T0 to T1. This effect stays stable six month after discharge at T2. Discussion: Patients with adjustment disorder have as expected less psychopathology strain at T0 and T1 than patients with depressive disorders. Regarding the state of employment both groups are similar strained and both groups benefit equal and lasting from the psychosomatic rehabilitation. The results of the therapy regarding items of AVEM show, that high level of depression as well as high clinical strain lead to less life satisfaction. In contrast job ambition and subjective significance of the job seem to be less important. Self-efficiency, which can be learned during psychosomatic rehabilitation, may be a strategy to manage depression and to reach personal targets. Resources grow the most in the range of the own person. Future studies should research whether patients in psychosomatic rehabilitation with adjustment disorder have more specific strains and whether they need the same treatment in rehabilitation as patients with depressive disorders.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-271378
hdl:20.500.11880/27004
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27137
Erstgutachter: Köllner, Volker
Tag der mündlichen Prüfung: 26-Okt-2016
SciDok-Publikation: 16-Apr-2018
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Psychotherapie und Psychosomatik
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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