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Titel: Attentional bias towards angry faces in the general population
Verfasser: Wirth, Benedikt Emanuel
Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2018
Freie Schlagwörter: attentional bias
threat
angry faces
anxiety
spatial attention
Aufmerksamkeitsbias
Bedrohlichkeit
wütende Gesichter
Ängstlichkeit
räumliche Aufmerksamkeit
DDC-Sachgruppe: 150 Psychologie
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: The present thesis aimed to resolve a controversy between cognitive psychology and clinical psychology. While cognitive models of emotional attention claim that all individuals show an attentional bias to threat, clinical models of anxiety claim that this bias only occurs in anxious individuals. Therefore, three studies (comprising six experiments in total) were conducted to investigate whether the general population shows a reliable bias towards angry faces. These studies employed several variants of the dot-probe task to identify the determinants for the occurrence of such a bias. Study 1 investigated whether attentional bias towards angry faces in unselected samples is contingent on a natural confound (exposed teeth) that makes these faces perceptually more salient. We found an anxiety-related bias towards angry faces with concealed teeth, but no bias towards faces with exposed teeth occurred. This result suggests that attentional bias towards angry faces is not contingent on perceptual confounds of these faces. Study 2 (consisting of three experiments) investigated the impact of top-down processes on attentional bias towards angry faces. Experiment 1 tested the hypothesis that a bias towards angry faces only occurs in unselected samples if an attentional control setting tuned to threat is activated due to current task demands. We found an anxiety-independent bias that was, however, not moderated by attentional control settings. Experiment 2 was a control experiment that ruled out the possibility that due to technical shortcomings of Experiment 1 no moderation by attentional control settings occurred. Experiment 3 tested the alternative hypothesis that attentional bias towards angry faces in unselected samples is contingent on the number of stimuli presented during the target display. Participants performed a dot-probe task involving presentation of a stand-alone target or a target competing with a distractor. A bias towards angry faces only occurred when the target had to compete for attention with a distractor. These results suggest that attentional bias towards angry faces in unselected samples is not contingent on attentional control settings, but on target competition. Study 3 (consisting of two experiments) tested the hypothesis that attentional bias towards angry faces is contingent on the activation of a social processing mode in unselected samples. Participants performed a dot-probe task where they had to classify socially meaningful targets (schematic faces) or socially meaningless targets (scrambled schematic faces in Experiment 1 and schematic houses in Experiment 2). Consistent with the hypothesis, participants in both experiments showed larger biases towards angry faces when they were classifying socially meaningful targets than when they were classifying socially meaningless targets. In sum, the reported studies suggest that the general population can show an attentional bias towards angry faces. However, this bias does not seem to be unconditional. More specifically, the bias seems to be contingent on a search mode for targets that compete for attention with distractors and on the activation of a social processing mode.
Das Ziel der vorliegenden Dissertation ist es, eine Kontroverse zwischen kognitiver Psychologie und klinischer Psychologie aufzuklären. Während kognitive Modelle emotionaler Aufmerksamkeit davon ausgehen, dass alle Personen einen Aufmerksamkeitsbias auf bedrohliche Stimuli zeigen, postulieren klinische Modelle der Ängstlichkeit, dass dies nur bei ängstlichen Personen zutrifft. Zur Klärung dieser Inkonsistenz wurden drei Studien (bestehend aus insgesamt sechs Experimenten) durchgeführt, um zu erforschen, ob die Allgemeinbevölkerung einen Bias auf wütende Gesichter zeigt. Diese Studien wendeten verschiedene Varianten der Dotprobe-Aufgabe an, um die Determinanten des Auftretens eines derartigen Bias zu identifizieren. Studie 1 erforschte, ob ein Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter in unselektierten Stichproben von einer natürlichen Konfundierung (entblößte Zähne) abhängt, die diese Gesichter perzeptuell salienter macht. Es wurde ein ängstlichkeitsbedingter Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter mit verdeckten Zähnen, aber nicht auf Gesichter mit entblößten Zähnen gefunden. Dies legt nahe, dass ein Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter in unselektierten Stichproben nicht von entblößten Zähnen abhängt. Studie 2 (bestehend aus drei Experimenten) erforschte den Einfluss von Top-Down Prozessen auf den Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter. Experiment 1 testete die Hypothese, dass ein Bias auf wütende Gesichter nur dann in unselektierten Stichproben auftritt, wenn ein Aufmerksamkeitskontrollsetting, das auf Bedrohlichkeit ausgerichtet ist, aufgrund gegenwärtiger Aufgabenanforderungen aktiv ist. Es zeigte sich ein ängstlichkeitsunabhängiger Aufmerksamkeitsbias, der jedoch nicht durch Kontrollsettings moderiert wurde. Die Möglichkeit, dass der fehlende Effekt der Kontrollsettings in Experiment 1 eine Folge unpassender Experimentalparameter war, wurde über ein Kontrollexperiment (Experiment 2) ausgeräumt. Experiment 3 testete die Alternativhypothese, dass ein Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter in unselektierten Stichproben von der Anzahl der im Zielreizbildschirm präsentierten Stimuli abhängt. Die Probanden absolvierten eine Dotprobe-Aufgabe, bei der der Zielreiz entweder einzeln oder gemeinsam mit einem Distraktor präsentiert wurde. Ein Bias auf wütende Gesichter trat nur dann auf, wenn der Zielreiz gleichzeitig mit einem Distraktor präsentiert wurde. Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter in unselektierten Stichproben nicht von Kontrollsettings abhängt, sondern davon, ob der Zielreiz mit einem Distraktor um Aufmerksamkeit konkurrieren muss. Studie 3 (bestehend aus zwei Experimenten) testete die Hypothese, dass der Aufmerksamkeitsbias auf wütende Gesichter bei unselektierten Stichproben von der Aktivierung eines sozialen Verarbeitungsmodus abhängt. Die Probanden absolvierten eine Dotprobe-Aufgabe, bei der sie entweder sozial bedeutsame Zielreize (schematische Gesichter) oder sozial bedeutungslose Zielreize (durcheinandergebrachte schematische Gesichter in Experiment 1 und schematische Häuser in Experiment 2) klassifizieren sollten. Entsprechend der Hypothese zeigten die Probanden einen stärkeren Bias auf wütende Gesichter während der Klassifikation von sozial bedeutsamen Zielreizen als während der Klassifikation von sozial bedeutungslosen Zielreizen. Zusammengefasst zeigen die beschriebenen Studien, dass die Allgemeinbevölkerung durchaus einen Bias auf wütende Gesichter zeigen kann. Das Auftreten dieses Bias scheint jedoch an gewisse Voraussetzungen gebunden zu sein. Insbesondere scheint der Bias davon abzuhängen, dass nach Zielreizen gesucht wird, die mit Distraktoren um Aufmerksamkeit konkurrieren müssen, sowie von der Aktivierung eines sozialen Verarbeitungsmodus.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-271173
hdl:20.500.11880/26993
http://dx.doi.org/10.22028/D291-27117
Erstgutachter: Wentura, Dirk
Tag der mündlichen Prüfung: 19-Feb-2018
SciDok-Publikation: 27-Mär-2018
Drittmittel / Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft; IRTG "Adaptive Minds"
Fördernummer: IRTG 1457
Bezeichnung des in Beziehung stehenden Objekts: Veröffentlichter Artikel im Quarterly Journal of Experimental Psychology (entspricht Kapitel 6 der Dissertation)
In Beziehung stehendes Objekt: http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1080/17470218.2017.1307864
Fakultät: HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft
Fachrichtung: HW - Psychologie
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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