Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-26953
Titel: Altersspezifische Anpassungen an ein Dehntraining
Verfasser: Haab, Thomas
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2017
SWD-Schlagwörter: Muskeldehnung
Lebensalter
Freie Schlagwörter: Dehntraining
DDC-Sachgruppe: 570 Biowissenschaften, Biologie
796 Sport
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Mit der hier vorliegenden Arbeit wurde das Ziel verfolgt, Anpassungserscheinungen durch ein Dehntraining altersspezifisch zu vergleichen. Hierfür wurde zunächst eine systematische Literaturrecherche mit anschließender metaanalytischer Betrachtung durchgeführt. Des Weiteren wurden erstmals bei älteren Personen, neben der Anpassung der Beweglichkeit, weitere biomechanische und neurophysiologische Eigenschaften der Muskulatur nach einer langzeitigen Trainingsintervention empirisch untersucht und mit einer jüngeren Altersgruppe verglichen. Mit dem systematischen Review und der anschließenden metaanalytischen Betrachtung wurden Anpassungserscheinungen durch ein Dehntraining bei jüngeren und älteren Erwachsenen anhand von 42 Primärstudien untersucht. Die abhängige Variable wurde zumeist eindimensional über die Erreichung der maximalen Beweglichkeit definiert. Sowohl jüngere als auch ältere Erwachsene erreichten große Effektstärken hinsichtlich der maximalen Beweglichkeit nach einer Dehnungsintervention. Es scheint so zu sein, dass ältere Erwachsene längere Trainingsphasen benötigen sowie eher von einer Eigendehnung und einer submaximalen Dehnintensität profitieren. Des Weiteren sollte die Dehndauer bei älteren Erwachsenen mit einer passiv-statischen Dehnung länger als 30 Sekunden dauern. Wenige Studien untersuchten die Anpassungserscheinungen mehrdimensional im Sinne von zusätzlichen biomechanischen Parametern wie zum Beispiel der maximalen Dehnungsspannung, der Stiffness oder der passiven-elastischen Energie. Nur eine Studie untersuchte die maximale Dehnungsspannung bei älteren im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen. Da diese eine Studie mit älteren Erwachsenen ein passiv-statisches Dehntraining durchführte, wurden die Effektstärken der Studien mit jüngeren Erwachsenen, die ebenfalls ein passiv-statisches Dehntraining durchführten, verglichen. Es stellte sich heraus, dass Ältere eine mittlere und Jüngere eine kleine Effektstärke aufweisen. Aufgrund altersabhängiger unterschiedlicher Effektstärken scheinen Ältere besser auf ein passiv-statisches Dehntraining zu reagieren als Jüngere. Im Rahmen der empirischen Untersuchung konnte zusammenfassend gezeigt werden, dass sich das Lebensalter negativ auf die maximale Bewegungsreichweite, die maximale Dehnungsspannung, die passive-elastische Stiffness und die passive-elastische Energie der ischiocruralen Muskulatur auswirkt. Die Anpassungserscheinungen durch ein zehnwöchiges Dehntraining waren in beiden Altersgruppen hinsichtlich des Erreichens einer maximalen Beweglichkeit ähnlich. Darüber hinaus zeigten die jüngeren Erwachsenen hinsichtlich der maximalen Dehnungsspannung sowie der passiven-elastischen Energie nicht signifikant größere prozentuale Veränderungen im Vergleich zu den älteren Erwachsenen. Es kann davon ausgegangen werden, dass ältere Personen genauso von einem regelmäßigen Dehntraining profitieren, wie jüngere Personen. Des Weiteren wurde altersspezifisch untersucht, ob der EMG-Onset einen Einfluss auf die maximale Beweglichkeit hat. Der absolute EMG-Onset war bei beiden Altersgruppen ähnlich und blieb über den Interventionszeitraum nahezu unverändert. Der relative EMG-Onset reduzierte sich in beiden Altersgruppen nicht signifikant und trat zu Pre- und Post-Test bei der alten Altersgruppe zu einem späteren Zeitpunkt auf. Da der relative EMG-Onset abhängig von der maximalen Beweglichkeit ist und die junge Altersgruppe zu allen Messzeitpunkten eine höhere Beweglichkeit erreichte, resultiert dies in einem früheren relativen EMG-Onset der jungen Altersgruppe. Die Verbesserung der maximalen Beweglichkeit nach einem langzeitigen Dehntraining lässt sich sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Erwachsenen nach den Ergebnissen der empirischen Untersuchung eher auf eine Anpassung des subjektiven Schmerzempfindens zurückführen. Es konnte nicht festgestellt werden, dass die Muskelelastizität in Form der Stiffness einen signifikanten Einfluss auf die Verbesserung der Beweglichkeit hatte. Des Weiteren konnte nicht festgestellt werden, dass eine neurophysiologische Reflexantwort der Muskulatur während einer Muskeldehnung die Veränderung der maximalen Beweglichkeit durch ein langzeitiges Dehntraining beeinflusst.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-269538
hdl:20.500.11880/26903
http://dx.doi.org/10.22028/D291-26953
Erstgutachter: Wydra, Georg
Tag der mündlichen Prüfung: 21-Nov-2017
SciDok-Publikation: 13-Dez-2017
Fakultät: HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft
Fachrichtung: HW - Sportwissenschaft
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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