Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-26901
Titel: Erhaltung prothetischer Konstruktionen auf Astra Tech Implantaten Eine klinische 5-Jahres-Studie zu Komplikationen, Erhaltungsaufwand und Patientenzufriedenheit
Verfasser: Günthner, Corinna
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2017
Erscheinungsort: Homburg/Saar
SWD-Schlagwörter: Implantat
Zahnprothetik
Patient
Zufriedenheit
Freie Schlagwörter: Astra Tech Implantat
Patientenzufriedenheit
prothetische Konstruktion
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Die vorliegende Studie untersucht die Art und die Häufigkeit klinischer Komplikationen, von denen prothetische Konstruktionen auf Astra-Implantaten betroffen sind. Im ersten Teil der Studie wird der klinische Verlauf von 126 Behandlungsfällen mit insgesamt 321 Astra-Implantaten analysiert, in denen eine vollständige Dokumentation der Erhaltungstherapie über mindestens 5 Jahre vorlag. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 818 Komplikationen in den ausgewerteten Krankenblättern festgehalten. 70 der dokumentierten Ereignisse waren biologische Komplikationen, die die Osseointegration der Implantate oder das Schicksal von Zähnen betrafen, die mit der prothetischen Konstruktion in Verbindung standen. Die häufigste biologische Komplikation war der Implantatverlust, von dem 11,9% der Fälle betroffen waren, gefolgt von Periimplantitis (6,3%) und Zahnverlust (4,8%). Bei der Mehrzahl der Komplikationen (n=748) handelte es sich um technische Komplikationen, bei denen eine Beeinträchtigung der Funktion des Implantats, des Abutments oder der prothetischen Konstruktion eintrat. Um die Ausprägung dieser Komplikationen reproduzierbar zu erfassen, wurde eine Klassifikation entwickelt, die auf die jeweils betroffene Funktionseinheit der prothetischen Versorgung Bezug nimmt. Die beobachteten klinischen Ereignisse und Maßnahmen konnten auf diese Art und Weise in 12 Kategorien eingeteilt werden: Implantat (mechanische Zerstörung), Provisorium, Abutment, Verschraubung, Zementierung, Retention (des herausnehmbaren Teils der Konstruktion), Steg (mechanische Zerstörung), Schnittstelle Mucosa/Prothesenbasis, Verblendung/Prothesenzähne, Prothesenbasis (Defekte/Erweiterungsbedarf), Teilrevision der prothetischen Konstruktion und vollständige Revision der prothetischen Konstruktion. Zur Analyse der Häufigkeit von Komplikationen wurden die Behandlungsfälle nach Retentionsart (festsitzend/herausnehmbar) und nach Implantatanzahl (1-2 Implantate/ mehr als 2 Implantate) gegliedert. Biologische Komplikationen traten in Fällen mit herausnehmbarem Zahnersatz wesentlich häufiger auf als in Fällen mit festsitzender Konstruktion. So waren 34,6% der Fälle mit herausnehmbarer Konstruktion und mehr als 2 Implantaten von Implantatverlust betroffen. In Fällen mit festsitzendem Zahnersatz lag der entsprechende Wert bei 5,4 bzw. 8%. In Bezug auf die technischen Komplikationen war ebenfalls ein großer Unterschied zwischen herausnehmbar und festsitzend versorgten Fällen zu konstatieren. Im Beobachtungszeitraum waren Fälle mit festsitzender Konstruktion im Mittelwert von 2,9 Komplikationen (1-2 Implantate) bzw. 3,2 Komplikationen (>2 Implantate) betroffen. Die entsprechenden Mittelwerte in den Gruppen mit herausnehmbarem Zahnersatz lagen bei 13,3 bzw. 9,3. In Fällen mit herausnehmbarer Konstruktion lag der Schwerpunkt der Erhaltungsmaßnahmen bei Korrekturen der Retention, bei Anpassungen im Bereich der Schnittstelle Mukosa/Zahnersatz und bei Reparaturen der Prothesenbasis. Besonders häufig waren Retentionskorrekturen, von denen alle Konstruktionen mit 1-2 Implantaten und 80,8% der Konstruktionen mit mehr als 2 Implantaten betroffen waren. In Fällen mit festsitzendem Ersatz wurden die höchsten Komplikationshäufigkeiten in den Kategorien Verschraubung, Abutment und Verblendung festgestellt. 51% der Fälle mit 1-2 Implantaten waren von Beeinträchtigungen der Verschraubung betroffen, in Fällen mit mehr Implantaten lag der entsprechende Wert bei 60%. Die dokumentierten Komplikationen unterscheiden sich erheblich in Bezug auf den Aufwand, der zu Ihrer Behebung erforderlich ist. Als unmittelbar verfügbares Maß hierfür können die Behandlungskosten angesehen werden, die bei der Ausführung der erforderlichen Anpassungs-und Korrekturmaßnahmen anzusetzen sind. Aus diesem Grund wurden die Nachsorgekosten erhoben und in Bezug auf die Verteilung der erforderlichen Behandlungsgebühren analysiert. Im ausgewerteten 5-Jahresintervall fielen bei 25% der Patienten keine entsprechenden Gebühren an. Hier handelte es sich, mit einer Ausnahme, um festsitzend versorgte Fälle. Im Mittelwert waren bei festsitzenden Konstruktionen 605 € (1-2 Implantate) bzw. 499 € (>2 Implantate) für den Funktionserhalt im 5-Jahreszeitraum erforderlich. Die entsprechenden Werte bei herausnehmbarem Zahnersatz lagen bei 841 € bzw. 1.247 €. Diese Werte schließen die Kosten für Revisionen des Zahnersatzes ein, die in Einzelfällen notwendig geworden war. Fälle, die lediglich Korrektur- und Anpassungsmaßahmen zu durchlaufen hatten, wiesen keine hohen Nachsorgekosten auf. So lagen bei ca. 90% der Patienten mit festsitzender Konstruktion die Nachsorgekosten unter 500 €. Der entsprechende Wert in Fällen mit heraus-nehmbarem Zahnersatz lag bei 40%. Im zweiten Teil der Studie werden 50 Fälle mit einer prothetischen Konstruktion auf Astra-Implantaten analysiert, die sich zu einer Nachuntersuchung einfanden. Die Konstruktionen waren zum Zeitpunkt der Untersuchung 12 bis 16 Jahre in Funktion. Im Rahmen der Nachun tersuchung wurde auch eine Patientenbefragung durchgeführt, in der die Patienten Auskunft über ihre Erfahrung mit dem Zahnersatz gaben. Die Bewertung der mundbezogenen Lebensqualität wurde mit dem standardisierten Fragebogen (OHIP-G14) ermittelt. 96,2% der Fragen wurden positiv beantwortet, was insgesamt auf eine große Zufriedenheit mit dem eigenen Zahnersatz hindeutet. Patienten mit festsitzenden Konstruktionen zeigten eine größere Zustimmung zu Ihrer Versorgung als Patienten mit herausnehmbarer Konstruktion. Die Anzahl der Implantate spielte dabei keine Rolle. Mithilfe eines selbstentwickelten Fragebogens wurden die persönlichen Empfindungen der Patienten in Bezug auf Kosten, Nachsorgeaufwand, Ästhetik und Funktionalität erhoben und analysiert. Die Ergebnisse zeigten übereinstimmend eine sehr hohe Patientenzufriedenheit, leicht zugunsten festsitzender Konstruktionen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie ermöglichen, die Schwachstellen einer spezifischen prothetischen Versorgung auf Implantaten zu identifizieren und gezielte konzeptionelle Verbesserungen einzuleiten. Die hier vorgestellte Klassifikation der Komplikationen kann universell für alle bestehenden implantologischen Systeme eingesetzt werden und somit einen Beitrag zur Vergleichbarkeit implantat-prothetischer Konzepte leisten.
The present study examines the type and frequency of clinical complications in which pros-thetic constructions on Astra implants are involved. The first part of the study analyzes the clinical development of 126 treatment cases with a total of 321 Astra implants for which the complete medical documentation of the preservation therapy was available for at least the past five years. During this period of time, a total of 818 cases of complication were studied. Seventy of these documented cases were biological issues concerning the osseointegration of the implants or the teeth related with the prosthetic con-struction. The most frequent biological complication was the loss of implants which account-ed for a total of 11,9% of the cases, followed by periimplantitis (6,3%) and the loss of teeth (4,8%). The majority of the complications (n=748) was due to a technical cause leading to an impair-ment of the functionality of the implant, the abutment or the prosthetic construction. A classi-fication was developed to determine the nature of these complications in a reproducible way focusing on the functional unit of the prosthetic restoration concerned. On this basis, the ob-served clinical incidents and measures taken could be divided into 12 different categories: implant (mechanical destruction), provisional prothesis, abutment, screws, cementation, reten-tion (of the removable part of the construction), bar (mechanical destruction), muco-sa/prosthetic base interface, facing/prosthetic teeth, prosthetic base (defects/ required exten-sion), partial revision of the prosthetic construction and complete revision of the prosthetic construction. In order to analyze the frequency of the complications, the treatment cases were subdivided into the type of retention (fixed/removable) and the number of implants (one or two im-plants/more than two implants). Biological complications occurred more frequently in cases with a removable restoration than in cases with a fixed restoration. 34,6% of the cases with a removable restoration and more than two implants were affected by the loss of implants. The corresponding numbers for fixed restorations were 5,4% and 8% respectively. Regarding the technical complications, the numbers also differed a lot between the fixed and the removable cases. During the period of observation, fixed restorations developed, on aver-age, 2,9 complications (one or two implants) and 3,2 complications (more than two implants). The corresponding average numbers of complications for cases with removable restorations were 13,3 and 9,3 respectively. The focus of the preservation measures for cases with a removable construction was on cor-rections of retention, adaptation regarding the mucosa/restoration interface and on repair of the prosthetic base. Very frequent were corrections of retention which were required for 100% of the cases with one or two implants and for 80,8% of the constructions with more than two implants. For cases with a fixed restoration the most frequent complications were related to screws, abutment, and facing. 51% of the cases with one or two implants were affected by a problem with screws, and in cases with more than two implants this figure went up to 60%. The documented complications differ greatly in terms of the cost they require to be corrected. The most direct cost assessment, therefore, would be the cost of treatment, including costs of both correction and adjustment measures. For this reason, the follow-up costs of rehabilitation were recorded and analyzed regarding the distribution of treatment fees. In the evaluation period (5 years) there were no such fees for 25% of the patients. These were patients (with one exception) who had received a fixed restoration. On average, € 605 were necessary for the maintenance of the functionality of fixed restora-tions with one or two implants and € 499 for those with more than two implants during this 5- year period. The fees for removable constructions were € 841 and € 1247, respectively. These figures include the costs of the revisions of the restorations which were required in certain cases. Cases in which correction and adaptation measures were unnecessary did not cause high rehabilitation costs. 90% of the patients with a fixed construction had rehabilitation costs of less than € 500. The respective figure for patients with a removable construction was 40%. In the second part of the study, 50 patients with a prosthetic construction on Astra implants were analyzed who returned for follow-up. The constructions had been functioning for the past 12 to 16 years at the time of the analysis. At follow-up patients were interviewed and answered questions regarding their experiences with the restoration. The evaluation of the quality of life related to their dental health was determined based on the standardized survey (OHIP-G14). 96,2% of the questions were answered in a positive way which suggests a high degree of patient satisfaction with his/her individual restoration. Patients with fixed construc-tions showed a higher level of approval than patients with a removable construction. The number of implants did not make any difference. Using a questionnaire developed by the au-thor of the study, the personal perception of the patients regarding the general costs, follow-up costs, aesthetics and functionality was identified and analyzed. The results show an overall high rate of approval, slightly favoring the fixed constructions. The results year period. The fees for removable constructions were € 841 and € 1247, respectively. These figures include the costs of the revisions of the restorations which were required in certain cases. Cases in which correction and adaptation measures were unnecessary did not cause high rehabilitation costs. 90% of the patients with a fixed construction had rehabilitation costs of less than € 500. The respective figure for patients with a removable construction was 40%. In the second part of the study, 50 patients with a prosthetic construction on Astra implants were analyzed who returned for follow-up. The constructions had been functioning for the past 12 to 16 years at the time of the analysis. At follow-up patients were interviewed and answered questions regarding their experiences with the restoration. The evaluation of the quality of life related to their dental health was determined based on the standardized survey (OHIP-G14). 96,2% of the questions were answered in a positive way which suggests a high degree of patient satisfaction with his/her individual restoration. Patients with fixed construc-tions showed a higher level of approval than patients with a removable construction. The number of implants did not make any difference. Using a questionnaire developed by the au-thor of the study, the personal perception of the patients regarding the general costs, follow-up costs, aesthetics and functionality was identified and analyzed. The results show an overall high rate of approval, slightly favoring the fixed constructions. The results of this study make it possible to identify the weaknesses of a certain prosthetic treatment and help develop targeted conceptions of improvement. The classification of the complications used in this study can be translated universally to all existing systems of im-plantology and therefore contribute to the comparability of concepts for implant-supported prosthetic restorations.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-ds-269012
hdl:20.500.11880/26880
http://dx.doi.org/10.22028/D291-26901
Erstgutachter: Walther, Winfried
Tag der mündlichen Prüfung: 25-Sep-2017
SciDok-Publikation: 20-Nov-2017
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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