Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-26850
Titel: Die Arbeiterdarstellungen von Albert Weisgerber (1878 - 1915), Otto Weil (1884 - 1929) und Fritz Zolnhofer (1896 - 1965) im weitreichenden Fokus der "IndustrieMenschenBilder" an der Saar
Verfasser: Kunkel, Dorothee
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2015
SWD-Schlagwörter: Saar
Industrieregion
Tradition
Freie Schlagwörter: Arbeiterdarstellungen
IndustrieMenschenBilder
DDC-Sachgruppe: 700 Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Das Dissertationsthema ist der Publikation „IndustrieMenschenBilder“ entlehnt, die 1996 zu einer gleichnamigen Ausstellung des Historischen Museums Saar erschien. Dieses Projekt versammelte erstmalig „Ansichten aus der saarländischen Industrieregion“. Der Ausstellungstitel wollte einstimmen auf die Exponate „von Unternehmern, Arbeitern und Fabriken“. Dabei sind Albert Weisgerber und Otto Weil hervorgehoben worden, die sich dem Arbeitersujet zuwandten. Darauf und auf den suspekt empfundenen „Bergmannsmaler“ Fritz Zolnhofer hat aber die Forschung bisher nicht reagiert. Insofern blieben auch politische Bezüge in Otto Weils und Fritz Zolnhofers Werken kaum beachtet, die vonseiten der Publikation „IndustrieMenschenBilder“ angesprochen wurden. Um die Aufgaben ihrer Arbeiterdarstellungen zu erschließen, bedarf es interdisziplinärer Recherchen. Traditionen der Bildmotive vermittelte die kunsthistorische Literatur. Die inhärente Wirtschaftspolitik im Saarrevier vermerkte die Publikation „IndustrieMenschenBilder“ und tangierte damit Bereiche der „Industriekultur“. 1989 veröffentlichten Historiker eine sozial - und wirtschaftspolitisch orientierte „Industriekultur an der Saar“, die u.a. illustrierende Arbeitersujets beinhaltet. Wichtige Quellen zur verzahnten Kultur- und Wirtschaftspolitik waren ebenso Schriftenreihen des Landesarchivs oder Herausgaben der Saarmuseen. Autoren stadtgeschichtlicher Bände und Saarlandbüchern verknüpften Hemmnisse und Entwicklungen der Kunstszene insbesondere mit Weisgerber, Weil und Zolnhofer. Die Schwerpunkte sind sukzessiv den drei Malern gemäß ihrer Schaffenszeit gewidmet. Dem geht der weitreichende Fokus der „IndustrieMenschenBilder“ an der Saar voraus, der Unternehmerporträts des frühen 19. Jahrhunderts und einige, etwa 1960 entstandene Sujets umschließt, die 2012 der Landeskatalog „Das Erbe“ präsentierte. Dieser Bogen veranschaulicht den Beginn der aufstrebenden Eisenindustrie bis zum Niedergang des grundlegenden Bergbaus. Anhand dieser bildimmanent eruierten Facetten konnten die Arbeiterdarstellungen der drei Maler und eine montangeschichtliche Verortung beurteilt werden. Allerdings wird die zögerliche Akzeptanz der Arbeitersujets beleuchtet, die 1903 und 1906 Albert Weisgerber als erster einheimischer Maler erfasste. Zusätzlich hat eine entlegene Studie das Arbeitermilieu seiner Vorstadtbilder entdecken lassen. Ohnedies übertrafen Otto Weils ArbeiterInnen-Darbietungen bisherige Informationen. Nachlassdokumente erlaubten die lückenhaften Biographien von Weil und Zolnhofer fundiert aufzubereiten. Hinzu ließen zeitgenössische Presseartikel die Vereinnahmung des Weisgerber-Œuvres durch das NS-System rekonstruieren. Immerhin ist der 1935 anlässlich der Saarheimkehr´ ausgelobte „Albert-Weisgerber-Preis“ Fritz Zolnhofer zugefallen. Schließlich folgte der „Bergmannsmaler“ dem Renommée des 1929 verstorbenen Otto Weil. Künstlerneubewertungen und implizierte Bildbeschreibungen ermöglichten, die Aufgaben ihrer Arbeitersujets greifbar zu machen. Erörterte Adaptionen und der landesgeschichtliche Kontext belegen ein industriekultuelles Erbe´, das politische Ereignisse verschattete. Fortbestehende Desiderate mögen weitere Forschungen anregen. Überregionale Vergleiche dürften bestätigen, dass sich an der Saar eine eigenständige Industrie-Kunst entfaltet hat. Jedenfalls vermochte diese Industrie-Ikonographie´ im Hinblick auf die hier analysierten Arbeiterdarstellungen größtenteils zum identitätsstiftenden Sonderbewusstsein zwischen den Weltkriegen beizutragen.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-69161
hdl:20.500.11880/26863
http://dx.doi.org/10.22028/D291-26850
Erstgutachter: Keazor, Henry
Tag der mündlichen Prüfung: 8-Jan-2016
SciDok-Publikation: 20-Jul-2017
Fakultät: Fakultät 3 - Philosophische Fakultät I
Fachrichtung: P - Kunst- und Kulturwissenschaft
Ehemalige Fachrichtung: bis SS 2016: Fachrichtung 3.9 - Kunstgeschichte
Fakultät / Institution:P - Philosophische Fakultät

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