Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-23444
Titel: Transformation der Energiewirtschaft : wirtschaftsräumliche Implikationen der Energiemarktliberalisierung im Kontext von Enthierarchisierungsprozessen in einem kommunalen Energieversorgungsunternehmen
Sonstige Titel: Transformation of the energy market : economic geographical implications of the energy market liberalisation in the context of de-hierarchization processes in a communal energy supply company
Verfasser: Newton, Christian
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2016
SWD-Schlagwörter: Transformation
Energieversorgung
Liberalisierung
Energiewirtschaft
Transaktionskosten
Energiemarkt
Geografie
Wirtschaftsgeografie
Freie Schlagwörter: Enthierarchisierung
Stadtwerke
embeddedness
de-hierarchization
energy supplier
DDC-Sachgruppe: 910 Geografie, Reisen
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Die deutsche Energiewirtschaft befand sich bis 1998 de facto und de jure in einem Monopolzustand. Mehrere 100 Energieversorgungsunternehmen (EVU) bildeten ein Mosaik horizontal demarkierter und dezentraler Monopolräume. Mit der Öffnung der Energiemärkte und der Erosion fester Marktareale wurden die Energieversorgungsunternehmen in einen Wettbewerbsmodus überführt, der neue Unternehmensstrategien erforderte und einen erheblichen Transformationsprozess in Gang setzte. Am Beispiel der Stadtwerke Osnabrück AG wird aufgezeigt, wie ein traditionelles und strukturell repräsentatives Stadtwerk, das KMU-ähnliche Strukturen aufweist durch Kooperationsbildungen und Auslagerungsprozesse eine tiefgreifende organisationale Transformation durchläuft, um die Anforderungen des Wettbewerbs und der zunehmenden Regulierung bewältigen zu können. Der Prozess wird als Enthierarchisierung bezeichnet, da er einen sukzessiven Übergang von der Hierarchie in Richtung Markt und Kooperation darstellt. Aus geographischer Perspektive sind die räumlichen Implikationen des Enthierarchisierungsprozesses von besonderem Interesse. Die Untersuchung zeigt, dass der Transformationsprozess einen stark regional ausgeprägten Niederschlag aufweist. Als Kausalstränge für die regionale Ausprägung werden der Transaktionskostenansatz der Neuen Institutionenökonomie und der Ansatz regionaler embeddedness herangezogen. Beiden Ansätzen ist eine erhebliche Raumrelevanz inhärent. Im Rahmen einer qualitativ ausgerichteten Analyse wird aufgezeigt, dass sowohl Transaktionskosten als auch regionaler embeddedness eine gewichtige Erklärungsfunktion für die geographische Ausgestaltung des Enthierarchisierungsprozesses zukommt. So weist die Stadtwerke Osnabrück AG aufgrund ihrer langen Historie am Standort Osnabrück intensive persönliche und lokalpolitische Vernetzungen auf, welche die Entwicklung einer regionalen Kooperationslandschaft begünstigen. Ebenfalls tragen Transaktionskosten durch die sukzessive Entfaltung einer quasi-prohibitiven Wirkung mit zunehmender räumlicher Distanz zu Kooperations- und Marktpartnern zu der regionalen Ausrichtung des Enthierarchisierungsprozesses bei. Beide Ansätze erweisen sich als kommensurabel und ergänzen sich in ihrem Erklärungsgehalt sinnvoll. Ein Ergebnisabgleich mit dem Regionalzentrum Osnabrück der RWE AG zeigt, dass der Transformationsprozess und seine Raumwirksamkeit in den fraktalen Untereinheiten eines Konzerns Parallelen zu Stadtwerken aufweist und die Ergebnisse zu erheblichen Teilen auf Energiekonzerne übertragbar sind.
The German energy market was in a de facto and de jure state of monopoly until 1998. Several hundred energy suppliers formed a mosaic of horizontally demarked monopoly regions. With the opening of the energy markets and the erosion of formerly fixed boundaries of market areas the energy suppliers were transferred into an economic mode of competition. This required new strategies and initiated a significant organisational transformation process. On the example of the Stadtwerke Osnabrueck AG it is shown, how a traditional and structurally representative energy supplier with SME-character transforms deeply by setting up cooperations and outsourcing processes, in order to meet the requirements of the liberalized market and the strict demands of the energy regulating authorities. The process is described as de-hierarchization, because it forms a successive transformation from hierarchy towards market and cooperation from an organisational point of view. The spatial implications of that process are considered to be geographically relevant. The analysis shows, that the process of de-hierarchization implies a predominantly regional sediment. Two causal strands for the geographical pattern are identified: Transaction costs and regional embeddedness. Because of its long history in the Osnabrueck region, the Stadtwerke Osnabrueck AG is intensively crosslinked with local politics and mannifold relations to other local companies and institutions on a personal level. This stimulates a rather regional pattern of cooperation. Transaction costs also contribute to a regional alignment due to their rather prohibitive cost effects with increasing distance between cooperation and market partners. Both strands of argumentation seem to be commensurable and complete each other in a purposeful and effective way. A comparison to a regional unit of a very large energy supplier shows, that the process of transformation and its spatial implications show significant parallels to the fractal units of a supraregional energy supplier.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-67749
hdl:20.500.11880/23500
http://dx.doi.org/10.22028/D291-23444
Erstgutachter: Dörrenbächer, Peter
Tag der mündlichen Prüfung: 3-Feb-2017
SciDok-Publikation: 17-Feb-2017
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
Fachrichtung: HW - Geographie
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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