Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-23441
Titel: MOSAIC : modelling and training of self-regulated learning and analysis of individual differences in college students
Sonstige Titel: MOSAIC : Modellierung und Förderung des selbstregulierten Lernens bei Studierenden unter Einbezug individueller Unterschiede
Verfasser: Dörrenbächer, Laura
Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2017
SWD-Schlagwörter: Intervention
Pädagogik
Selbstregulation
Student
Freie Schlagwörter: selbstreguliertes Lernen
Studierende
Training
Lerntagebuch
individuelle Unterschiede
self-regulated learning
college students
training
learning diary
individual differences
DDC-Sachgruppe: 150 Psychologie
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Self-regulated learning (SRL) is defined as processes during which learners activate and sustain cognitions, affects, and behaviors that systematically support the attainment of personal goals. Therefore, this construct presents a necessary prerequisite for lifelong learning. As college students undergo a critical transition when entering the autonomous college environment, they need abilities to embrace self-managed and self-directed learning, which is why SRL is seen as highly important for successful postsecondary education. As this relevance is emphasized by the positive relationship of SRL to achievement, the present thesis aims to model and foster SRL in college students with including a differential perspective. To achieve this, three separate studies were conducted. To model SRL theoretically, study I investigated the construct’s structure in college students by developing and evaluating an integrative SRL trait model. Although most authors agree that the construct embraces cognitive, metacognitive, and motivational components, there are arguments for integrating volitional aspects within SRL frameworks. As this assumption is rarely examined empirically, a new conceptualization for volition within learning environments was developed. Results show that future time perspective, academic delay of gratification, and procrastination are useful to represent volition for learning environments. Moreover, the results of the study are in favor of integrating volitional components into structural models of SRL, and these volitional aspects are part of a broader motivational factor that also encompasses motivational beliefs. As college students often show deficits in the knowledge and application of SRL strategies, study II aimed to gain new insight into how to foster SRL most effectively in this target group. Besides trainings that impart strategy knowledge and practice, standardized learning diaries have proved useful to foster college students’ SRL. As there are ambiguous findings about the effectiveness of learning diaries without further SRL intervention and about their usefulness to increase training effects, study II investigated which method best fosters SRL in college students most and if a combination of both results in higher effects. The findings of the study show that content-independent SRL training can significantly increase college students’ SRL and that this increase is even higher when training is combined with standardized learning diaries. The sole application of learning diaries has no effects on students’ SRL, hypothesizing that they need a theoretical framework to benefit from instructional self-monitoring. Aside from its general importance, there seem to be individual differences in SRL. On the one hand, SRL is related to academic achievement, with high achieving students using more SRL strategies than low achieving students. On the other hand, personality factors seem to vary with different levels of SRL as highly self-regulated learners are more likely to be conscientious and extraverted and show less neuroticism. As these individual differences have rarely been investigated within a theoretical framework, study III aimed to examine the differences in SRL and to analyze their relation to achievement and personality as well as their influence on the effectiveness of an SRL intervention. The results speak in favor of four SRL profiles that differ quantitatively and qualitatively, with the more skilled profiles showing higher achievement and well-adjusted personality characteristics. Moreover, only moderate and motivated students seem to benefit from the SRL training conducted, whereas low and high SRL students would need interventions tailored specifically to their needs. In conclusion, the present thesis gives new insights into the theoretical structure of SRL and provides suggestions to foster this competence in college students. Moreover, the results can be used to adapt SRL interventions to specific needs of different learner groups and to provide college students with optimal learning environments.
Selbstreguliertes Lernen (SRL) wird definiert als Prozess, während dem der Lernende Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen, die die Erreichung persönlicher Ziele systematisch unterstützen, aktiviert und aufrechterhält. Basierend auf dieser Konzeptualisierung wird das Konstrukt als Voraussetzung lebenslangen Lernens angesehen. Da Studierende sich beim Eintritt in das autonom gestaltete Universitätsleben in einer kritischen Übergangsphase befinden und verstärkt Fähigkeiten des Selbstmanagements bedürfen, wird SRL als wichtiger Faktor für erfolgreiches Lernen dieser Zielgruppe angesehen. Da diese Annahme durch den positiven Zusammenhang zwischen SRL und Leistung unterstrichen wird, zielt die vorliegende Dissertation auf die Modellierung und Förderung der Kompetenz unter Einbezug einer individuellen Perspektive bei Studierenden ab. Zu diesem Zweck werden die Ergebnisse dreier separater Studien berichtet. Um die Struktur des Konstrukts bei Studierenden zu untersuchen und theoretisch zu modellieren, wurde in Studie I ein integratives SRL Trait-Modell entwickelt und evaluiert. Obwohl die meisten Autoren dahingehend übereinstimmen, dass SRL kognitive, metakognitive und motivationale Komponenten umfasst, gibt es Argumente für die Integration volitionaler Aspekte innerhalb von SRL-Modellen. Um diese Annahme empirisch zu überprüfen, wurde in einem ersten Schritt eine neue Konzeptualisierung volitionaler Aspekte für Lernsituationen entwickelt, die die Variablen Zukunftsorientierung, akademischer Belohnungsaufschub und Prokrastination umfasst. Die Ergebnisse der Studie sprechen für die Integration dieser volitionalen Komponenten in Strukturmodelle selbstregulierten Lernens und dafür, dass volitionale Aspekte Teil eines breiteren Motivationsfaktor sind, der auch motivationale Überzeugungen umfasst. Da Studierende oft Defizite im Wissen und der Anwendung von SRL-Strategien zeigen, wurde in Studie II untersucht, welche SRL-Interventionen in dieser Zielgruppe die höchste Wirkung zeigen. Neben Trainings, die Strategiewissen und -übung vermitteln, haben sich standardisierte Lerntagebücher als wirksam erwiesen, um SRL bei Studierenden zu fördern. Da die Ergebnislage bezüglich der Effektivität von Lerntagebüchern ohne weitere SRL-Intervention und in Bezug auf deren Nützlichkeit zur Erhöhung von Trainingseffekten nicht eindeutig ist, wurde weiterhin analysiert, welche der Methoden SRL bei Studierenden am effektivsten fördern kann und ob eine Kombination beider Methoden in höheren Effekten resultiert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein fachunabhängiges SRL-Training in einer signifikanten SRL-Zunahme resultiert und dass dieser Zuwachs höher ist, wenn das Training mit standardisierten Lerntagebüchern kombiniert wird. Die alleinige Anwendung von Lerntagebüchern zeigt hingegen keinen Effekt, weshalb angenommen werden kann, dass die Studierenden einen theoretischen Rahmen brauchen, um von instruktioneller Selbstbeobachtung profitieren zu können. Trotz der generellen Relevanz von SRL für Studierende scheinen individuelle Unterschiede bezogen auf die Kompetenzausprägung zu bestehen. Einerseits zeigt SRL Zusammenhänge mit akademischer Leistung, da höher leistende Studierende mehr SLR-Strategien nutzen als niedrigleistende Studierende. Andererseits scheinen Persönlichkeitsfaktoren mit der Ausprägung von SRL zu variieren, denn hoch selbstregulierte Lerner sind eher gewissenhaft und extravertiert und zeigen geringere Neurotizimuswerte als niedrig selbstregulierte Lerner. Da diese differentiellen Aspekte bisher selten unter Nutzung eins theoretischen Rahmens untersucht wurden, zielte Studie III auf die Analyse individueller SRL-Unterschiede unter Anwendung von Profilanalysen. Diese Unterschiede wurden dann im Hinblick auf ihren Zusammenhang mit Leistung und Persönlichkeit analysiert und es wurde untersucht, ob sie die Effektivität einer SRL-Intervention beeinflussen. Die Ergebnisse sprechen für die Existenz von vier SRL-Profilen, die sich quantitativ und qualitativ unterscheiden, wobei die Profile mit höheren SRL-Ausprägungen mit höherer Leistung und einem besser angepassten Persönlichkeitsprofil einhergehen. Darüber hinaus profitieren nur Studierende mit moderaten SRL-Fähigkeiten und Studierende mit besonders hoher Motivation von einem SRL-Training, wohingegen Studierenden mit geringen und hohen SRL-Ausprägung Interventionen bedürfen, die spezifisch auf ihre Bedürfnisse angepasst sind. Zusammengefasst gibt die vorliegende Dissertation neue Einblicke in die theoretische Struktur des SRL und liefert Hinweise, wie diese Kompetenz bei Studierenden am effektivsten gefördert werden kann. Darüber hinaus können die Ergebnisse dazu genutzt werden, SRL-Interventionen auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Lernergruppen zuzuschneiden und Studierende mit optimalen Lernumgebungen zu versorgen.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-67682
hdl:20.500.11880/23497
http://dx.doi.org/10.22028/D291-23441
Erstgutachter: Perels, Franziska
Tag der mündlichen Prüfung: 9-Jan-2017
SciDok-Publikation: 25-Jan-2017
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
Fachrichtung: HW - Bildungswissenschaften
Ehemalige Fachrichtung: bis SS 2016: Fachrichtung 5.1 - Erziehungswissenschaft
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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