Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-23435
Titel: Automaticity of evaluations and emotion–attention interactions in the auditory modality
Verfasser: Folyi, Tímea
Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2016
SWD-Schlagwörter: Aufmerksamkeit
Hören
Affekt
Freie Schlagwörter: auditory perception
attention
affective valence
DDC-Sachgruppe: 150 Psychologie
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: The aim of the present thesis was to elucidate automatic affective processes in the auditory modality. Growing evidence suggests that the affective content of an incoming stimulus is encoded automatically (e.g. without conscious intention), allowing for fast preferential processing of highly relevant information (e.g. Pourtois, Schettino, & Vuilleumier, 2013). However, our knowledge about automatic affective processes is dominantly based on visual studies, while relatively little is known about the specificities of affective processes in other stimulus domains. The relative neglect of the auditory domain by affective research is astonishing given that our auditory world has a crucial importance in representing our emotions. Moreover, our auditory system has unique operating and organizing principles that can shape modality-specific affective processes. Specifically, in the present work we investigated auditory affective processes concerning different aspects of automaticity (like fast and unintentional affective processes, in line with a recent, decompositional view of automaticity, Moors, 2015), while highlighting the basic importance of the temporal dimension in the auditory domain. Our first two experiments provided evidence that affective valence of complex natural sounds can be extracted automatically in the sense of rapid and implicit evaluations, thereby demonstrating that speeded and indirect paradigms can be used for assessing sound evaluation. Furthermore, we demonstrated in three event-related potential experiments that tones with newly acquired positive, negative and neutral meaning (1) can receive facilitated encoding at an early, perceptual level of auditory processing, even outside of the focus of voluntary attention; (2) the general relevance of the valenced tones (thus positive and negative valence together) governs early attentional processes rather than a specific valence category; and (3) this attentional enhancement was not moderated by the affective-motivational context of anticipating positive or negative outcomes. In a further experiment, we found a weak indication for preferential detection of affectively significant tones in time; however, this weak benefit appeared in a distinctive manner as in the visual modality. We suggested that this result can reflect, at least partly, the superior temporal resolution of the auditory system compared with vision. In sum, our results outline impressively rapid, automatic auditory affective processes that are partly shaped by the unique characteristics of the auditory modality.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, automatische affektive Prozesse in der auditiven Modalität zu beschreiben. Eine Vielzahl von Befunden legt nahe, dass der affektive Inhalt eines Stimulus automatisch enkodiert wird (ohne, dass die Person dies beabsichtigt), was dazu führt, dass relevante Informationen schnell und bevorzugt verarbeitet werden können (e.g. Pourtois, Schettino, & Vuilleumier, 2013). Allerdings basiert das Wissen über automatische affektive Verarbeitungsprozesse weitestgehend auf Studien des visuellen Systems, wohingegen bislang wenig über die Verarbeitung von affektiven Stimuli in anderen Modalitäten bekannt ist. Die Vernachlässigung des auditiven Systems in Bezug auf die Verarbeitung von affektiven Stimuli ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die auditive Umgebung eine hohe Relevanz in der Repräsentation von Emotionen spielt. Darüber hinaus besitzt das auditive System einzigartige Funktions- und Organisationsprinzipien, die modalitäts-spezifisch auf die affektive Verarbeitung einwirken können. In der vorliegenden Arbeit wurden in Anlehnung an eine aktuelle Betrachtungsweise von Automatizität (Moors, 2015) verschiedene Aspekte der automatischen Verarbeitung auditiver affektiver Stimuli unter Berücksichtigung der zeitlichen Auflösung der auditiven Modalität untersucht. Die ersten beiden Experimente liefern Belege dafür, dass die affektive Valenz von komplexen, natürlichen Lauten im Sinne einer schnellen und impliziten Evaluation automatisch extrahiert werden kann. Hiermit konnte gezeigt werden, dass zeitbegrenzte, indirekte Paradigmen zur Untersuchung von Lauten geeignet sind. Darüber hinaus wurde in drei Studien mit ereignis-korrelierten Potentialen (EKP) gezeigt, dass Töne mit neu erworbenen positiven, negativen und neutralen Valenzen (1) bereits die frühe, perzeptuelle Enkodierung vereinfachen, unabhängig von willentlicher Aufmerksamkeit; (2) dass Töne mit valenten Inhalten (positiv und negativ) frühere Aufmerksamkeitsprozesse bestimmen; und (3) dass diese Verstärkung in der Aufmerksamkeit nicht durch die Antizipation von positiven oder negativen Outcomes moderiert wurde. In einem weiteren Experiment konnte eine Tendenz dahingehend gezeigt werden, dass affektiv relevante Töne schneller erkannt werden und dieser kleine Vorteil zeigte sich in einer ähnlich charakteristischen Weise wie in der visuellen Modalität. Es wird angenommen, dass das Ergebnis, zumindest teilweise, eine überlegene zeitliche Auflösung des auditiven Systems gegenüber dem visuellen System wiederspiegelt. Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse eine schnelle, automatische affektive Verarbeitung im auditiven System, die zum Teil durch die einzigartigen Eigenschaften des auditiven Systems mitgeformt wird.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-66985
hdl:20.500.11880/23491
http://dx.doi.org/10.22028/D291-23435
Erstgutachter: Wentura, Dirk
Tag der mündlichen Prüfung: 20-Apr-2016
SciDok-Publikation: 8-Dez-2016
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
Fachrichtung: HW - Psychologie
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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