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Titel: The work-nonwork interface and well-being at work : a multi-methodological approach on stability, cross-lagged relations, and the role of interindividual differences
Sonstige Titel: Beruf, Privatleben und Wohlbefinden bei der Arbeit : ein methodenübergreifender Ansatz zu Stabilitäten, kreuzverzögerten Zusammenhängen und der Rolle interindividueller Differenzen.
Verfasser: Reichl, Corinna
Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2013
SWD-Schlagwörter: Burn-out-Syndrom
Persönlichkeit
Work-Life-Balance
Konflikt
Freie Schlagwörter: Beruf
Familie
Konflikte
Bereicherungen
Arbeitsengagement
work
family
conflict
enrichment
work engagement
DDC-Sachgruppe: 150 Psychologie
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: A large body of cross-sectional studies has thus far reported substantial correlations between work-nonwork conflict and burnout and between work-nonwork enrichment and work engagement. However, the majority of studies relied on cross-sectional study designs which further revealed a large amount of between-study variance in effect sizes. As a consequence, we lack knowledge about the true score correlations, the causality as well as about moderating variables. The present thesis was designed to bridge these knowledge gaps. By combining meta-analytic examinations with a two-wave study, we investigated cross-sectional and lagged relations between work-nonwork conflict and burnout, identified moderating variables and examined the influence of shared third variables. Moreover, we gave first insights into lagged relations between work-nonwork enrichment and work engagement. In a first step, we conducted a comprehensive meta-analysis on relations between work-nonwork conflict (work-to-nonwork conflict, nonwork-to-work conflict) and burnout (emotional exhaustion, cynicism). Based on 86 studies (91 samples) with a total of 51,700 participants, our results were in favor of both directions of work-nonwork conflict to be moderately to strongly correlated with exhaustion and cynicism (ρ between .34 and .61). These crosssectional relations have been shown to be differentially influenced by various moderators. In general, higher effect sizes were related to female gender, young age, being single and/or childless, and originating from countries with collectivistic cultural orientations. In regard to longitudinal primary studies, meta-analytic structural equation modeling failed to support the assumption of lagged relations between work-to-nonwork conflict and exhaustion. Next, we tested for cross-lagged relations of work-nonwork conflict and enrichment with indicators of well-being at work. Model 1 included work-to-nonwork conflict, nonwork-to-work conflict and the burnout dimensions of emotional exhaustion and depersonalization. Model 2 included work-to-nonwork enrichment, nonwork-to-work enrichment and work engagement (vigor, dedication, absorption). Data were derived from a sample of German hospital physicians (n = 292) at two time points measured 1 year apart. Again, our findings did not support the assumption of lagged relations neither between conflict and burnout nor between enrichment and work engagement. Though, multi-group analyses revealed significant reciprocal effects between conflict and burnout for participants under age 33 years and for individuals who have experienced at least one major life event during the two waves. Our result might be interpreted in favor of sensitive periods fostering a loss cycle between conflict and burnout. Finally, we tested the assumption of resources (social support at work; job autonomy) and personality traits (five factor model) causing work-nonwork conflict and burnout to covary and to be stable over time. We relied on the same sample of German hospital physicians (n = 292) as before. Within a structural equation model, neuroticism revealed to be the strongest predictor of both, work-nonwork conflict and burnout. In contrast, environmental resources were related only to burnout. The inclusion of social support, job autonomy, and personality traits, resulted in significantly attenuated covariances and stability effects of work-nonwork conflict and burnout. Individuals with high values on neuroticism tend to the simultaneous development of chronic experiences of both work-nonwork conflict and burnout.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen substantielle Zusammenhänge zwischen Beruf-Privatleben Konflikten und dem Burnout Syndrom sowie zwischen Beruf-Privatleben Bereicherungen und Arbeitsengagement. Allerdings handelt es sich bei dem Großteil der Studien um Querschnittsstudien, die zudem beträchtlich in der Höhe der durch sie ermittelten Effektgrößen variieren. Folglich wissen wir bislang wenig über wahre Zusammenhänge, zugrundeliegende Kausalitäten sowie über moderierende Variablen. Die vorliegende Dissertation zielte darauf ab, diese Wissenslücken zu schließen. Durch die Kombination meta-analytischer Berechnungen mit einer Längsschnittstudie, untersuchten wir querschnittliche und verzögerte Zusammenhänge zwischen Beruf-Privatleben Konflikten und Burnout, identifizierten moderierende Variablen und ermittelten den Einfluss gemeinsamer Drittvariablen. Darüber hinaus, geben wir erste Einblicke in verzögerte Zusammenhänge zwischen Beruf-Privatleben Bereicherungen und Arbeitsengagement. In einem ersten Schritt wurden die Korrelationen zwischen Beruf-Privatleben Konflikten (Konflikte im Privatleben durch den Beruf, Konflikte im Beruf durch das Privatleben) und Burnout (Emotionale Erschöpfung, Zynismus) meta-analytisch geschätzt. Basierend auf 86 Studien (91 Stichproben) mit insgesamt 51.700 Teilnehmern, bestätigten unsere Ergebnisse das Vorliegen moderater bis starker Korrelationen beider Konflikt-Wirkrichtungen mit Erschöpfung sowie Zynismus (ρ zwischen .34 und .61). Unterschiedliche Variablen moderierten diese querschnittlichen Zusammenhänge. Generell waren hierbei höhere Effektgrößen assoziiert mit weiblichem Geschlecht, jungem Alter, Ledigkeit und/oder Kinderlosigkeit sowie der Stichprobenherkunft aus kollektivistisch orientierten Kulturkreisen. Auf längsschnittlichen Primärstudien basierende meta-analytische Strukturgleichungsmodelierungen konnten die Annahme verzögerter Zusammenhänge zwischen Beruf-Privatleben Konflikten und Burnout hingegen nicht bestätigen. Anschließend überprüften wir anhand eines kreuzverzögerten Designs (cross-lagged panel design) das Vorhandensein reziproker Korrelationen zwischen Beruf-Privatleben Konflikten und Bereicherungen mit Indikatoren des Wohlbefindens bei der Arbeit. Modell 1 berücksichtigte die beiden Wirkrichtungen von Beruf-Privatleben Konflikten, sowie die Burnout Dimensionen Emotionale Erschöpfung und Depersonalisation. Modell 2 berücksichtigte die beiden Wirkrichtungen von Beruf-Privatleben Bereicherungen sowie Arbeitsengagement (Vitalität, Hingabe, Aufnahmefähigkeit). Die Datenerhebung erfolgte an einer Stichprobe in deutschen Krankenhäusern tätiger Ärzte (n = 292) zu zwei Messzeitpunkten im Abstand von 1 Jahr. Erneut bestätigten unsere Ergebnisse weder das Vorhandensein verzögerter Beziehungen zwischen Konflikten und Burnout noch zwischen Bereicherungen und Arbeitsengagement. Dahingegen weisen die Ergebnisse von Multi-Gruppen-Analysen auf signifikante reziproke Zusammenhänge zwischen Konflikten und Burnout innerhalb spezifischer Subgruppen hin. Signifikante Kreuzpfade konnten für Studienteilnehmer unter dem Alter von 33 Jahren sowie für diejenigen Individuen, die zwischen den Erhebungswellen mindestens ein kritisches Lebensereignis erfahren haben, nachgewiesen werden. Unsere Ergebnisse weisen somit auf das Vorhandensein sensitiver Lebensphasen hin, in denen Verlustspiralen zwischen Beruf-Privatleben Konflikten und Burnout auftreten könnten. Letztlich wurde die Annahme überprüft, der Einfluss von Ressourcen (soziale Unterstützung bei der Arbeit, Handlungsfreiheit) sowie Persönlichkeitseigenschaften (Fünf-Faktoren-Modell) auf Beruf-Privatleben Konflikte und Burnout seien für deren Kovarianz sowie Stabilitäten verantwortlich. Hierzu wurde erneut der Datensatz in deutschen Krankenhäusern tätiger Ärzte (n = 292) herangezogen. Innerhalb des entsprechenden Strukturgleichungsmodells erwies sich Neurotizismus als stärkster Prädiktor sowohl der Beruf-Privatleben Konflikte wie auch der Burnout Dimensionen. Dahingegen wiesen die umweltbedingten Ressourcen lediglich signifikante Pfadgewichte zu Burnout auf. Die Berücksichtigung der Variablen soziale Unterstützung, Handlungsfreiheit sowie der Persönlichkeitseigenschaften, resultierte in signifikant geminderten Kovarianzen und Stabilitäten von Beruf-Privatleben Konflikten und Burnout. Individuen mit hohen Neurotizismuswerten scheinen zu der simultanen Ausbildung chronifizierten Konflikts- sowie Burnout-Erlebens zu neigen.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-54815
hdl:20.500.11880/23420
http://dx.doi.org/10.22028/D291-23364
Erstgutachter: Spinath, Frank M.
Tag der mündlichen Prüfung: 13-Jun-2013
SciDok-Publikation: 5-Sep-2013
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
Fachrichtung: HW - Psychologie
Fakultät / Institution:HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft

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