Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-21836
Titel: Einfluss von präventivem Krafttraining auf Ruheumsatz und anthropometrische Daten
Sonstige Titel: Effects of preventive resistance training on resting metabolic rate and anthropometric data
Verfasser: Morsch, Arne
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2014
SWD-Schlagwörter: Krafttraining
Anthropometrie
Prävention
Freie Schlagwörter: Ruheumsatz
Körperkomposition
preventive resistance training
resting metabolic rate
anthropometric data
DDC-Sachgruppe: 796 Sport
Dokumentart : Dissertation
Kurzfassung: Zum Körpergewichtsmanagement und zur Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren wird Krafttraining im Bereich der Primärprävention zunehmend als Belastungsform empfohlen. Eine Erhöhung des Ruheumsatzes (RU) sowie eine gesundheitsförderliche Veränderung der Körperkomposition werden neben einer Vorbeugung gesundheitlicher Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als wesentliche Effekte angenommen. Zur Wirksamkeit eines präventiven Krafttrainings liegen bislang allerdings widersprüchliche Ergebnisse vor. Im Rahmen der SAusE-Studie (Saarländische Ausdauer-Etappe), einer randomisierten, kontrollierten Trainingsstudie (clinicaltrials.gov ID NCT01263522), wurden daher die Effekte eines Kraftausdauertrainings auf den RU, anthropometrische Parameter und ausgewählte Gesundheitsindikatoren bei gesunden 30- bis 60-jährigen initial untrainierten Erwachsenen über einen Zeitraum von sechs Monaten untersucht. Darüber hinaus wurden in einem zweiten Studienabschnitt über ebenfalls sechs Monate die zusätzlichen Effekte eines Krafttrainings nach der Hypertrophiemethode überprüft. Dieser Studienteil wurde ohne Kontrollgruppe durchgeführt. Mit einem Teil der Probanden der Kontrollgruppe wurde im Anschluss an die Kontrollphase ebenfalls ein Kraftausdauertraining durchgeführt (WAIT). Nach vier vorbereitenden Einheiten absolvierte die Kraftausdauergruppe (KA: n=37) über 24 Wochen ein progressives gerätegestütztes Kraftausdauertraining mit drei Trainingseinheiten pro Woche gemäß den Empfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften ohne zusätzliche Ernährungsmodifikation. Die Kontrollgruppe (KO: n=37) behielt ihre bisherige Alltagsaktivität bei. Bei den Eingangs- und Abschlussuntersuchungen wurden die anthropometrischen Daten (Körpergewicht, Body-Mass-Index, Waist-to-hip-ratio, prozentualer Körperfettanteil, fettfreie Körpermasse) und verschiedene Gesundheitsindikatoren (Ruheherzfrequenz, Ruheblutdruck, Gesamtcholesterin, Blutglukose) erfasst. Der RU wurde unter standardisierten Bedingungen mittels indirekter Kalorimetrie (MetaMax II, Cortex Biophysik, Leipzig) gemessen. Veränderungen der Kraftleistungsfähigkeit wurden in KA über das One-repetition-maximum [1-RM] und Mehrwiederholungstests ermittelt [RM]. Insgesamt 17 Probanden der KA absolvierten ein anschließendes Hypertrophietraining (HYP) über ebenfalls 24 Wochen mit drei Einheiten pro Woche. Zusätzlich konnten zehn vollständige Datensätze von den Teilnehmern der WAIT generiert werden, die im Anschluss an die Kontrollphase ein Kraftausdauertraining absolvierten. In beiden Fällen erfolgte die Datenaufnahme im Anschluss an die Trainingsphase wie beschrieben. In KA kam es bei allen Übungen zu signifikanten Steigerungen des 1-RM und 20-RM. Der absolute RU steigerte sich in der KA im Vergleich zur KO signifikant (p<0,01). Die unterschiedliche Entwicklung in den Gruppen war auch nach Adjustierung auf Ausgangsniveau, Alter und Geschlecht signifikant (p<0,01). In Bezug zum Körpergewicht und zur fettfreien Körpermasse (jeweils p<0,01) waren die RU-Steigerungen von KA gegenüber KO ebenfalls signifikant. Keine trainingsbedingten Veränderungen im Gruppenvergleich konnten bei Körpergewicht, Body-Mass-Index, Waist-to-hip-ratio, prozentualem Körperfettanteil und fettfreier Körpermasse sowie den ausgewählten Gesundheitsindikatoren gemessen werden. In HYP führte das Training im zweiten Studienabschnitt bei allen Übungen zu weiteren signifikanten Steigerungen des 1-RM und 10-RM. Über das komplette Trainingsjahr hinweg stieg der absolute RU signifikant an (p<0,001). Hierbei war die Veränderung nach der Kraftausdauerphase signifikant (p=0,03). Das Hypertrophietraining brachte keinen signifikanten Zusatzeffekt (p=0,16). Bei den anthropometrischen Daten und den Gesundheitsindikatoren konnten im Zeitverlauf keine Veränderungen festgestellt werden. Die zusätzlichen Datensätze der WAIT konnten die Befunde der KA erhärten. Auch hier kam es zu signifikanten Kraftsteigerungen im 1-RM und 20-RM und der RU stieg nach dem Training signifikant an (p=0,03). Bei den anthropometrischen Daten und den Gesundheitsparametern zeigten sich wiederum keine Veränderungen. Neben Kraftsteigerungen führte das gesundheitssportliche Krafttraining bei initial untrainierten Frauen und Männern zu einer Erhöhung des RU und kann damit als potenziell günstiger Faktor für eine langfristige Gewichtsstabilisation im Erwachsenenalter angesehen werden. Dass krafttrainingsbedingte Anstiege des RU hauptsächlich auf eine Zunahme an Muskelmasse zurückzuführen sind, kann mit den vorliegenden Daten nicht bestätigt werden. Vielmehr stützen die Befunde die Theorie, dass die erhöhten Energieanforderungen vordergründig durch eine gesteigerte Stoffwechselaktivität der Muskulatur ausgelöst werden. Der genaue Mechanismus der RU-Erhöhung kann anhand der vorliegenden Daten nicht geklärt werden und sollte in zukünftigen Studien weiter erforscht werden.
In the field of health promotion, resistance training has gained growing importance for body weight management and avoidance of cardiovascular disease. Next to a reduction of cardiac risk factors, an increase in resting metabolic rate (RMR), such as health beneficial changes of body composition, are assumed as potential effects. Regarding the efficacy of resistance training on RMR and body composition, previous studies revealed controversial results. It remains unclear whether preventive resistance training, according to the recommendations for health benefits, has the potential to affect these factors. The present study was part of the SAusE trial, a randomized controlled exercise intervention trial (clinicaltrials.gov ID NCT01263522) and investigated the effects of a health oriented resistance training program on RMR, anthropometric data and selected health indicators. Initially untrained 30 to 60 years old healthy male and female adults served as participants. In the first study section the intervention group (INT) completed six months of progressive high repetition strength training. The subjects in the control group (KO) were asked to maintain their sedentary lifestyle within this period. In a second study section, which was performed without controls, a part of the subjects in INT completed a hypertrophy program for also half a year to examine the additionally achievable effects through this method (HYP). Furthermore some of the subjects in KO were enabled to perform the same strength endurance program than INT after the control phase (WAIT). After four sessions of familiarization INT (n=37) performed a progressive machine-based high repetition strength training on 3 d∙wk-1 for 24 weeks. The training program was designed according to current international recommendations. Dietary intake was not modified. Subjects of KO (n=37) did not change their present activities of daily living. As part of the initial and final examinations in INT and KO, anthropometric data (body weight, body mass index, waist-to-hip-ratio, body fat percentage, fat free mass) and selected health indicators (resting heart rate, resting blood pressure, total cholesterol and blood glucose) were determined. Furthermore, resting metabolic rate was measured by indirect calorimetry (MetaMax II, Cortex Biophysik, Leipzig) under exactly standardized conditions. Changes in strength were examined by one-repetition-maximum [1-RM] and more-repetition-tests [RM]. In HYP a total of 17 participants of INT finished the following hypertrophy program on 3 d∙wk-1 for 24 weeks. Additionally in WAIT ten subjects of KO finished the same program than INT following the control phase. In both cases data recording was carried out as described above after completion of the training program. After six months of high repetition strength training, 1-RM and 20-RM increased significantly in all exercises. RMR developed differently between INT and KO. INT demonstrated significant increases in absolute RMR, whereas no change was observed in KO (p<0,01). The differences remained significant when adjusted for baseline RMR, sex, and age (p<0,01). The changes of RMR relative to body weight (p<0,01) and relative to fat free mass (p<0,01) were also significant. There were no differences between groups for the change in body weight, body mass index and waist-to-hip-ratio, as well as for body fat percentage and fat free mass. Furthermore, no intervention-induced effects could be demonstrated for any of the selected health indicators. The hypertrophy training in the second study section led to further significant increases of 1-RM as well as 10-RM. Over the complete training period of one year in HYP, absolute RMR increased significantly (<0,001). Here, the change from initial testing to testing after high repetition strength training was significant (p=0,03), but no additional effects occurred after the hypertrophy program (p=0,16). For anthropometric data no changes could be demonstrated and health indicators also remained unchanged. Data of WAIT confirmed the findings in INT. The training also led to significant increases in 1-RM, such as 20-RM. RMR increased significantly after the period of training (p=0,03). Again, no changes were measured for anthropometric data and health indicators. The present study demonstrates that health oriented resistance training elicits an increase in strength and RMR in healthy middle-aged initially untrained persons. This might be an important factor for long-term weight stability in adults. The increase of RMR was not accompanied by changes in body composition and hence not due to an increase of FFM. The present data support the theory that the effect might have been induced by a higher activity of myocytes. However, the exact mechanisms leading to an increase of RMR cannot be clarified by means of the present data and need further investigation.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-58403
hdl:20.500.11880/21892
http://dx.doi.org/10.22028/D291-21836
Erstgutachter: Meyer, Tim
Tag der mündlichen Prüfung: 21-Jul-2014
SciDok-Publikation: 12-Aug-2014
Fakultät: Fakultät 2 - Medizin
Fachrichtung: M - Sport- und Präventivmedizin
Fakultät / Institution:M - Medizinische Fakultät

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